Steinbrück zur Italienwahl: «Zwei Clowns haben gewonnen»

Klare Worte oder grosse Klappe? Mit seinen jüngsten Äusserungen zu den Parlamentswahlen in Rom und deren «heimlichen» Siegern – Berlusconi und Grillo – hat sich der deutsche Kanzlerkandidat erneut auf sehr dünnes Eis begeben. Erste Konsequenzen liessen nicht lange auf sich warten.

Video «Steinbrück beleidigt Grillo und Berlusconi» abspielen

Steinbrück beleidigt Grillo und Berlusconi

1:39 min, aus Tagesschau vom 27.2.2013

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat mit seiner «Clown»-Äusserung über den Italiens Präsident Giorgio Napolitano hat kurzfristig ein für den heutigen Abend geplantes Treffen mit Peer Steinbrück in Berlin abgesagt.

Napolitano habe die Absage mit den Äusserungen Steinbrücks begründet, in denen dieser den früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi als Clown verspottet hatte, so ein Sprecher Steinbrücks.

Um Schadensbegrenzung bemüht

Politiker von Union und FDP warfen Steinbrück vor, er habe Italien beleidigt und schade dem Ansehen Deutschlands.

Steinbrück selbst zeigte sich um Schadensbegrenzung bemüht. Als Staatspräsident in einer neutralen Rolle dürfe Napolitano nicht in die Nähe eines Begriffes gebracht werden, den er nicht zu vertreten habe, sagte Steinbrück. «Das kann ich sehr gut verstehen», sagte der Kanzlerkandidat.

Am Nachmittag gab es auf Steinbrücks Initiative ein Telefonat mit Napolitano. Sie hätten ein «freundliches und klärendes Gespräch gehabt», sagte Steinbrücks Sprecher.

Die Kavallerie lässt schön grüssen

«Bis zu einem gewissen Grade bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben», hatte Steinbrück über den Ausgang der Parlamentswahlen gesagt. Einer davon sei der Berufskomiker (Grillo), der andere «definitiv ein Clown mit einem besonderen Testosteron-Schub».

Berlusconi und Grillo als Mini-Figuren im Gartenzwegformat.

Bildlegende: . Keystone

Er teile nicht die Einschätzung, dass der Zulauf für Grillo und Berlusconi auf den Protest gegen den Sparkurs der Regierung in der Euro-Krise zurückgehen könnte.

Für Steinbrück ist die Erfahrung negativer Reaktionen im Ausland nicht neu. Im Steuerstreit mit der Schweiz drohte er 2009 – damals noch im Amt des Bundesfinanzministers – mit der Kavallerie.