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International Wahlen in Kenia: Vize-Ministerpräsident liegt vorne

Kenia wartet auf das Resultat seiner Präsidentschaftswahl. Laut ersten Zahlen liegt Vize-Regierungschef Uhuru Kenyatta mit solidem Vorsprung vorne. Im Vergleich zu 2007 kam es dieses Mal nur vereinzelt zu Ausschreitungen.

Legende: Video Wahlen in Kenia («Tagesschau Mittag» vom 05. März 2013). abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.03.2013.

Noch ist das Rennen um das Präsidentenamt nicht entschieden. Doch die ersten Hochrechnungen lassen bereits eine klare Tendenz erkennen. Nach Auszählung der Wahlzettel von rund einem Drittel der landesweit 32‘000 Wahllokale kam der Sohn von Staatsgründer Jomo Kenyatta auf 55 Prozent der Stimmen. Ministerpräsident Raila Odinga erhielt 41 Prozent.

Beobachter betonten jedoch, dass noch nichts entschieden sei. In einigen Odinga-Hochburgen im Westen Kenias und in der Küstenstadt Mombasa war es zu einem Server-Ausfall gekommen. Deshalb konnten die Ergebnisse noch nicht übermittelt werden.

«Es ist noch keine Zeit für Feiern oder für Mitleid, da es noch kein endgültiges Resultat gibt», sagte der Vorsitzende der Wahlkommission (IEBC), Ahmed Issack Hassan.

Beobachter zufrieden mit Wahlbeteiligung

Nach den Problemen mit dem elektronischen Übermittlungssystem hofft die Wahlkommission, das Endergebnis innerhalb der nächsten 48 Stunden bekanntzugeben.

Eine Wahl Kenyattas wird international kritisch betrachtet, da der reiche Politiker vom Weltstrafgericht in Den Haag angeklagt ist. Er soll nach den Wahlen 2007 einer der Drahtzieher hinter den schweren Gewaltausbrüchen mit 1200 Toten und vielen Vertriebenen gewesen sein. Der 51jährige wäre der jüngste Staatschef, der das ostafrikanische Land je geführt hat.

Ein Mann liest Zeitung auf der Strasse
Legende: Mit Spannung wird das Wahlresultat erwartet. Keystone

Derweil lobten Beobachter die Wahlbeteiligung. Rund 70 Prozent der knapp 15 Millionen registrierten Wähler hatten am Montag an der Abstimmung teilgenommen.

Die Wahlkommission hat bis am 11. März Zeit, das offizielle Ergebnis bekanntzugeben. Sollte keiner der Kandidaten im ersten Durchgang die absolute Mehrheit erreichen, fällt die Entscheidung in einer Stichwahl am 11. April.

Neben dem Präsidenten standen auch das Parlament, Senatoren und Provinzgouverneure zur Wahl.

Vergleichsweise wenig Übergriffe

Im Vergleich zur Parlamentswahl 2007 verlief die jüngste Abstimmung nahezu friedlich. Bei Bandenüberfällen wurden nach Polizeiangaben neun Sicherheitskräfte und sechs Angreifer getötet. Bei der Wahl vor sechs Jahren starben mehr als 1200 Menschen, Auslöser waren Stammesrivalitäten.

Die Angriffe wurden kurz vor Öffnung der Wahllokale am Stadtrand der Hafenstadt Mombasa und in Kilifi etwa 50 Kilometer nördlich verübt. Mit Macheten bewaffnete Angreifer fielen über Sicherheitskräfte her und töteten neun von ihnen, wie die Polizei mitteilte.

Die Polizei machte die regionale Separatisten-Bewegung MRC für die Überfälle verantwortlich, die sich gegen Wahlen ausgesprochen und stattdessen ein Unabhängigkeitsreferendum gefordert hatte. Ein Sprecher der Gruppe lehnte aber jede Verantwortung für die Angriffe ab. Er erklärte, die MRC strebe nach Veränderung nur durch friedliche Mittel.

Trotz der blutigen Zwischenfälle rechnete SRF-Korrespondent Patrik Wülser diesmal nicht mit flächendeckender Gewalt. «Die Kenianer sagen, sie hätten die Lektion gelernt», sagte Wülser mit Hinblick auf die Wahlen von 2007. Die Behörden seien diesmal auch besser vorbereitet gewesen. Gegen 100'000 Polizisten hätten die 33'000 Wahllokale gesichert.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Reifler, Küsnacht
    Momentan bin ich in Kenya ich kenne 6 Personen wo abstimmen wollten nur 1 Person konnte abstimmen.Abends 5 Uhr heisst es fertig lange Kollonen mussten nach Hause gehen in einem Wahllokal haben die Leute so langsam gearbeitet(Sie sagen Kenyatta hat Wählerabfertiger bestochen weil hier die Leute für Odinga stimmen) .Hotelangestellte bekammen keine Freizeit zum abstimmen. Frauen mit Kindern Gebrächliche Leute konnten nicht Stundenlang in der Hitze stehen auch die gingen nach Hause.
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  • Kommentar von Walter Kathriner, Sarnen
    es ist immer gut, wenn hier im Voraus Horrorgeschichten erzählt werden, damit möglichts alle unsere Heilsbringer-NGO's dorthien ströhmen und möglichst grosses Chaos anrichten.
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  • Kommentar von Marcel Bähler, Nairobi, Kenia
    Soweit sehr friedliche Wahlen im ganzen Land. Die Menschen sind sehr geduldig trotz vermehrten technischen Problemen und sehr langen Wartezeiten bei vielen Wahllokalen. Es gab vereinzelte Zwischenfälle die nicht weiter nennenswert sind. Der Zwischenfall in Mombasa in den frühen Morgenstunden wobei mehrere Menschen getötet wurden, darunter mindestens fünf Polizisten, sollte nicht überbewertet werden. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es überhaupt keinen Grund zur Sorge.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Keine nennenswerten Zwischenfälle? Kein Grund zur Sorge? Ich lebe zwar nicht so wie Sie in Nairobi, bin aber offensichtlich besser darüber informiert, was in Kenia abläuft, vor allem im mehrheitlich muslimischen Nordosten, im Grenzgebiet zu Somalia. Dort sind bereits regelmässige Christenverfolgungen im Gange, Brandanschläge auf Kirchen häufen sich, schon wird dort über die Einführung der Scharia diskutiert. Haben Sie wirklich noch nie davon gehört? Wachen Sie auf, Herr Bähler!!
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    2. Antwort von Marcel Bähler, Nairobi, Kenia
      Herr Stump, sind SIE schon wach?? Was haben denn die Zwischenfälle im Nordosten mit den Wahlen zu tun? Hier geht es um WAHLEN und nicht um andere Herausforderungen, welche dieses Land in irgendeiner Weise hat! Sonst müssten wir an diesem Punkt noch einige Dinge nennen. Christenverfolgung? Reine Sensationsmache! Eine solche Diskussion scheint mir in diesem Zusammenhang völlig unangebracht. (Wären Sie informiert, wüssten Sie dass im Nordosten mehrheitlich muslimische Mitbürger ums Leben komm...
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    3. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Und schon kommt er wie erwartet. Natürlich geht es hier in erster Linie um Wahlen, aber so wie Sie schreiben, könnte man meinen, es laufe in Kenia alles prima, abgesehen von den paar Menschen, die bei "nicht nennenswerten" Zwischenfällen umgekommen sind. Gilt auch bei Ihnen der bekannte Spruch "Wes' Brot ich ess', des' Lied ich sing", weil Sie dort wohnen? Natürlich kommen im Nordosten auch viele Muslime ums Leben, aber eben auch Christen. Sensationsmache? Ich habe meine Quellen.
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    4. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Da ich annehmen muss, dass die für einmal ungnädige Madame Netiquette meine Antwort an Sie weggeblasen hat, versuche ich es noch einmal in einer anderen Fassung. Sie dürfen mir glauben, dass ich meine Quellen habe, die ich aber natürlich nicht nennen kann. Solange ich noch lebe, werde ich nicht aufhören, auch hier im Forum meine Stimme zu erheben, wenn es darum geht, das weltweite Unrecht an Christen anzuprangern - und Kenia driftet ebenfalls immer mehr in diesen Sog.
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    5. Antwort von Marcel Bähler, Nairobi, Kenia
      Was soll ich dazu sagen...? Nichts desto trotz geht es hier nach wie vor um die Wahlen und ich muss ganz ehrlich sagen, dass sich bis jetzt unsere Hoffnungen auf eine friedliche Wahl mehr als erfüllt haben. Was morgen sein wird weiss keiner, das wird morgen zeigen! Doch die mehr als 40 Millionen Einwohner Kenias bemühen sich, die Schande der letzten Wahlen wieder gutzumachen. Die Chance dazu ist jetzt! Vor allem Sie als Christ, Herr Stump, sollten den Kenianern doch diese Chance zugestehen?!
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