Wahlen in Kenia: Warten, warten und nochmals warten

Auch drei Tage nach dem Urnengang liegt noch kein offizielles Endresultat vor. Der Unmut der Bevölkerung wächst, Premier Odinga wirft der Wahlbehörde Fälschungen vor.

Kenia ist wie gelähmt: In der Hauptstadt Nairobi bleiben die Geschäfte geschlossen, die meisten Menschen sitzen in ihren Häusern gebannt vor dem Fernseher, doch die Nachrichtenlage ist spärlich.

Kein offizieller Sieger

Nachdem das elektronische Auszählsystem schon kurz nach den Wahlen versagt hatte, mussten die Stimmzettel per Hand ausgewertet werden. Die Partei von Ministerpräsident Raila Odinga forderte die Wahlbehörde jedoch auf, das manuelle Auszählen umgehend zu beenden.

Aus dem Team von Odinga werden verstärkt Vorwürfe wegen Wahlbetrugs laut. Der Chef der nationalen Wahlkommission (IEBC) dementiert umgehend.

«Die Kommission besteht aus unparteiischen Mitarbeitern, die einen Amtseid abgelegt haben, damit der Rechtsstaat erhalten bleibt», sagte der Leiter der Wahlkommission.

Nach der nun offiziellen Auswertung von 35 Prozent der Stimmen lag Vize-Premier Uhuru Kenyatta mit rund 54 Prozent vorne. Odinga kam auf 41 Prozent.