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Wahlkampf in Italien Beppe Grillos Partei schliesst Schummler aus

Legende: Audio Schummeleien der Fünf-Sterne-Bewegung aufgeflogen abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
01:49 min, aus HeuteMorgen vom 13.02.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 5-Sterne-Bewegung in Italien hat ihre Parlamentarier dazu verpflichtet, auf die Hälfte des Gehalts zu verzichten.
  • Der Lohn kommt einem Fonds zu, der mit Mikrokrediten mittlere und kleine Unternehmen unterstützt.
  • Doch: Nicht alle Gewählten der 5-Sterne-Bewegung halten sich an die Aufforderung.

Der Lohn eines italienischen «Onorevole» – eines italienischen Parlamentariers – ist beneidenswert hoch: 14'000 Euro im Monat plus Spesen. Das ist zehn Mal mehr als etwa der Lohn einer italienischen Lehrerin oder eines Polizisten. Sämtliche Versuche, die Löhne der Parlamentarier dem italienischen Durchschnitt zumindest anzunähern, verliefen bisher im Sand.

Darum entschloss sich die 5-Sterne-Bewegung des Komikers Beppe Grillo zu handeln. Sie verpflichtete ihre Gewählten dazu, auf die Hälfte ihres Lohnes zu verzichten. Dies zugunsten eines Fonds, der mit Mikrokrediten mittlere und kleine Unternehmungen unterstützt. Diese sollen mit dem Geld neue Jobs schaffen.

Di Maio sitzt auf einem Stuhl, hinter ihm eine grosse Projektion von Beppe Grillo.
Legende: Di Maio (sitzend) hat für den Wahlkampf bei der 5-Sterne-Bewegung das Zepter von Beppe Grillo übernommen. Imago

«Faule Äpfel aussortieren»

Die Idee kam in Italien gut an – und im Verlauf der vergangenen fünf Jahre kamen so über 23 Millionen Euro zusammen. Nun zeigen aber Recherchen: Nicht alle Parlamentarier halten sich daran. Luigi Di Maio, seit September Chef der Bewegung und Spitzenkandidat, musste reagieren: «Wir werden die faulen Äpfel aussortieren», sagte er.

Er meinte damit: Wer schummelt, wird ausgeschlossen. Bisher traf es zwei Parlamentarier der Bewegung. Sie hatten den Betrag offenbar dem Fonds für Mikrokredite überwiesen und den Beleg dafür wie gefordert im Internet publiziert. Doch dann machten sie die Überweisung wieder rückgängig und holten sich so das Geld zurück.

Di Maio sucht weiter

Das ist zwar kein Verbrechen, weil der Verzicht ja eigentlich freiwillig ist. Doch für die 5-Sterne-Bewegung bedeutet es einen herben Imageschaden im Wahlkampf. Und der könnte noch grösser werden, denn insgesamt wurde rund eine Million Euro nicht einbezahlt. Di Maio sucht nach weiteren faulen Äpfeln.

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