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Waldbrände in Kalifornien 200'000 Menschen fliehen

Legende: Video Verheerende Waldbrände in Kalifornien abspielen. Laufzeit 0:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 07.12.2017.
  • Die in Kalifornien wütenden Buschbrände haben mehr als 200'000 Menschen in die Flucht getrieben.
  • Tausende Häuser der Region Los Angeles waren von den Flammen bedroht, darunter auch Villen von Prominenten im Nobelstadtteil Bel-Air.

Nach Angaben der kalifornischen Feuerwehr behinderten starke Winde mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern die Löscharbeiten. Wegen der extremen Gefahr riefen die Behörden zum ersten Mal die Alarmstufe «Violett» aus.

Die Feuerwehr rief die Anwohner zur höchsten Wachsamkeit auf. Sie müssten jederzeit auf Evakuierungen vorbereitet sein. Wer sich nicht sicher fühle, solle sich in Sicherheit bringen.

Laut dem Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, mussten seit Montag 230'000 Menschen in den benachbarten Regionen Los Angeles und Ventura ihre Häuser verlassen. Die heftigen Winde liessen die Flammen regelrecht explodieren, warnte Garcetti. Die Einwohner seiner Millionen-Stadt seien am stärksten bedroht, aber auch besonders zäh, lobte er.

Kunstmuseum geschlossen

Im Nobelviertel Bel-Air ging die Polizei von Tür zu Tür, um sicherzustellen, dass alle Einwohner ihre Häuser verlassen haben. US-Medienberichten zufolge bedrohte ein erst wenige Stunden zuvor ausgebrochener Brand das Anwesen von Medienzar Rupert Murdoch.

Soulsänger Lionel Richie sagte ein Konzert ab, um seiner Ex-Frau bei der Evakuierung zu helfen. Auch andere Prominente mussten nach eigenen Angaben flüchten.

Der Wetterdienst warnte, dass die Brände sich weiter ausbreiten und das berühmte Kunstmuseum Getty Center bedrohen könnten. Das Museum und ein zweiter Standort der Getty-Sammlung wurden vorsichtshalber geschlossen, ebenso wie die Schnellstrasse Freeway 405. Das Museum versicherte, seine Kunstwerke seien durch spezielle Luftfiltersysteme vor dem Rauch geschützt.

Die Evakuierungszone umfasste eine Reihe weiterer Luxus-Wohngegenden von Los Angeles, vom Mulholland Drive im Norden bis zum Sunset Boulevard im Süden. Auch die berühmte University von Californien wurde evakuiert, dutzende Schulen wurden geschlossen.

4000 Feuerwehrleute im Einsatz

Unterdessen blieben die Brände in Ventura County ausser Kontrolle. Allein dort mussten mindestens 50'000 Menschen ihre Häuser verlassen. Mindestens ein Mensch kam durch die Feuer ums Leben. Die Flammen erreichten nach Angaben von Feuerwehrchef Mark Lorenzen den östlichen Stadtrand von Ventura am Pazifischen Ozean. Mehr als 12'000 Gebäude sind bedroht.

Mindestens 4000 Feuerwehrleute waren im Kampf gegen die verschiedenen Brände im Einsatz. Der Gouverneur des Bundesstaats Kalifornien, Jerry Brown, verhängte den Notstand.

Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema stellte Nothilfe-Gelder zur Verfügung. US-Präsident Donald Trump erklärte über Twitter, seine «Gedanken und Gebete» seien mit Kalifornien.

Die Region leidet bereits seit Jahren unter einer Dürre, was die rasante Ausbreitung der Flammen begünstigt. Der an der Westküste gelegene bevölkerungsreichste US-Bundesstaat wurde dieses Jahr bereits von mehreren verheerenden Bränden heimgesucht. Im Oktober kamen bei Flächenbränden in den weiter nördlich gelegenen Weinanbaugebieten mehr als 40 Menschen ums Leben.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Trockenheit wird vor allem "übernutzte" +verbetonierte Gebiete den Flammen preisgeben. Auch in der Schweiz herrscht Trockenheit +immer mehr Stätde + Dörfer werden von Bäumen entleert + verbetoniert. In der Schweiz wäre es ein leichtes, wieder Bäume in Städten und Dörfern anzupflanzen und der verdichteten Bauweise Einhalt zu bieten. Es kann doch nicht sein, dass bei uns in jedem noch bestehenden Garten mit Bäumen +Pflanzen jetzt auch noch Häuser gebaut werden. Die Bevölkerung muss kleiner werden!
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Diese Brände sind zumindest teilweise eine Auswirkung des Klimawandels, dann auch fahrlässig handelnder Menschen, die Raucherware wegwerfen oder sogar absichtlich in korrupter Weise Baumbereiche in Brand stecken, um Bauland herbeizuzwingen. Hier wie dort ist der Mensch mitverantwortlich für solche Entwicklung. Viele völlig unschuldige Leute, die fliehen müssen, kommen hier arg zu Schaden. In dieser Hinsicht hat es der Mensch nicht sehr weit gebracht (in positivem Sinn).
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    1. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Für den intensiven Gemüse- und Obstanbau wurde in der Wüste seit Jahrzehnten das Grundwasser verbraucht. Sowas muss ja früher oder später in sich zusammen brechen.
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