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International Waldbrände in Sibirien: Viele Tote und grosse Schäden

Im Süden Sibiriens wüten grosse Waldbrände. Mindestens 23 Menschen sind bisher ums Leben gekommen, Tausende Häuser abgebrannt und ebenso viele Menschen obdachlos. Bauern seien für die Feuer verantwortlich, sagen die Behörden – aber auch Putins Sparmassnahmen, sagt Russlandkorrespondent Gysling.

Legende: Video Verheerende Brände in Sibirien abspielen. Laufzeit 0:20 Minuten.
Vom 15.04.2015.

Bei den verheerenden Wald- und Steppenbränden in Süd- und Ost-Sibirien sind nach Angaben russischer Behörden bisher mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Hunderte Menschen mussten medizinisch versorgt werden, mehr als 1000 Häuser verbrannten. Insgesamt hätten 900 Menschen medizinische Hilfe beansprucht. Auch mindestens 700 Rinder und rund 3000 Schafe wurden Opfer der Flammen.

Das Feuer hatte sich am Sonntag in Windeseile ausgebreitet. Mehr als 5000 Helfer sind im Einsatz. Die Behörden sprachen von «enormen Schäden». Es ist die Rede von mehr als fünf Milliarden Rubel (rund 91 Millionen Franken).

Bauern und Sparmassnahmen als Ursache

Die Behörden machen Bauern für die Brände verantwortlich. Traditionsgemäss fackeln viele von ihnen, obwohl von den Behörden verboten, im Frühling verdorrtes Steppengras ab, damit die Asche als Dünger wirke, weiss SRF-Russlandkorrespondent Peter Gysling. Dabei komme es immer wieder zu unkontrollierbaren Grossbränden. Gerade in diesem Jahr sei diese Gefahr besonders gross, weil es seit der Schneeschmelze sehr trocken war.

Einen Grund für die Brände sieht Gysling in den Sparmassnahmen. «Unter Putin ist bei den Waldarbeitern der Rotstift angesetzt worden.» Man habe das Personal massiv reduziert. Gemäss Umweltorganisationen werde dem russischen Wald viel zu wenig Sorge getragen. Dies trage zusätzlich zur Brandgefahr bei.

Vom All aus zu erkennen

Wegen der dramatischen Lage hatte das Verteidigungsministerium auch den Einsatz von 700 Soldaten sowie von Militärtechnik genehmigt. Dabei waren auch Helikopter und spezielle russische Löschflugzeuge im Einsatz, sagt Gysling. «Doch starke Windböen beeinträchtigen den Kampf gegen die Flammen.»

Dem staatlichen Fernsehen zufolge sind die Feuer derart heftig, dass sie sogar aus dem All zu erkennen waren. Das Fernsehen zeigte Satellitenaufnahmen der Flammen, die auf dutzenden Quadratkilometern tobten und den Angaben zufolge bis zu drei Meter hoch geschlagen sein sollen.

Vorbereitung zur Evakuierung

Helfer versuchen auch Brände in der weiter östlich gelegenen Region Tschita unter Kontrolle zu bringen, wo bislang zwei Menschen getötet wurden. Die Behörden liessen verlauten, die Bewohner verschiedener Ortschaften sollten sich auf eine Evakuierung vorbereiten.

2010 kamen bei derartigen Feuern mindestens 60 Menschen ums Leben, mehr als 3000 Häuser wurden zerstört. Die Hauptstadt Moskau war damals von dichtem gelben Rauch umhüllt und die dortige Sterberate um das Doppelte nach oben geschnellt. 2012 wurden Umweltgruppen zufolge zehn Millionen Hektar Wald in Sibirien durch Brände zerstört.

Peter Gysling

Porträt von Peter Gysling.

Peter Gysling arbeitet seit 1980 als Journalist für SRF. Während des Mauerfalls war er Korrespondent in Deutschland. Von 1990 bis 2004 und erneut seit 2008 ist er Korrespondent in Moskau.

15 Kommentare

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  • Kommentar von Stanic Drago, Delemont
    Wieso schreibt SRF nicht etwas positives über Russland. Wie evakuierung Bürger aus USA,GB und Ukraine aus Jemen. Oder, dass Aussenhandel zwischen Russland und USA um weitere 7% zugenommmen hat. Besonders Russland Exporte nach USA haben zugenommen. Auch Schweiz macht zur Zeit Rekord Umsatz in Handeln mit Russland. Rubel ist wieder gegenüber $ gestiegen. Nationale Bank dürfte wieder in Märtz überschuss haben. Auch Russland Aussenverschuldung hat um weitere 40 Mlrd abgenommen...
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Putin, der Bösewicht! Russophobie, Halluzination oder Kriegshetze? "Schwedische Marine: Russisches U-Boot war Plastik-Boot „Time Bandit“." Eskalation geht munter weiter "Kanada entsendet 200 Militär-Ausbilder in die Ukraine. Der kanadische Premier Stephen Harper spricht von einer „Aggression des Putin-Regimes“. Deshalb sollen die Ukrainer auch Kriegs-Material erhalten. Zuvor trafen die ersten hundert US-Fallschirmjäger in der Ukraine ein, um mit ihrer Ausbildungs-Mission zu beginnen."
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    1. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      Dank Putin hat man jetzt wieder ein Feindbild mit klaren Fronten, was abhanden gekommen war. Er hat der NATO wieder einen Sinn gegeben. Die Rüstungsschmieden haben wieder volle Auftragsbücher. Auf der Einkaufsliste Polens und der baltischen Staaten stehen Hunderte Kampf- und Transporthubschrauber, Drohnen, Luftabwehreinheiten, Kampfpanzer und Haubitzen, dazu einige Schiffe für die Marine und Marschflugkörper für die Luftwaffe. Friedenstauben könnte Aggressor Putin ja womöglich missdeuten.
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  • Kommentar von Hans Berger, Bern
    Da kann jetzt Putin wirklich nichts dafür. Er muss seine Kräfte in der Ukraine und in den anderen Kriegsgebieten einsetzen. Da muss das Volk schon selber schauen!
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