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International Was bedeutet der Isis-Vormarsch für den Rest der Welt?

Der Vormarsch der militanten Islamisten im Irak sorgt nicht nur bei den direkten Nachbarn für Unruhe. Die Terrorbrigaden der Isis heben die traditionellen Grenzen in der Region auf, befürchten Experten. Was die Ereignisse im Irak geopolitisch bedeuten:

Isis-Kämpfer präsentieren vermummt ihre Waffen.
Legende: Die Gruppe ging aus einer Dschihadistentruppe hervor, die sich nach dem Einmarsch der US-Armee im Irak 2003 gründete. zvg
  • ASSADS SYRIEN: Syriens Machthaber Baschar al-Assad erhält im Bürgerkrieg neue Optionen. Nicht nur für ihn werden die sunnitischen Islamisten zu einer immer grösseren Gefahr. Isis will die ölreiche Region im Nordosten Syriens. Der Aufstieg der Isis-Kämpfer könnte somit zu völlig neuen Konstellationen führen. Er bringt gemeinsame Interessen des syrischen Regimes, der USA, der EU und auch Russlands hervor.
  • RUSSLAND: Die militärischen Erfolge sunnitischer Extremisten im Nahen Osten bekommt auch der Kreml zu spüren. Es gibt Überschneidungen mit den Islamisten, die für ein Emirat im Kaukasus kämpfen. Tschetschenen und Dagestaner sind seit langem in Syrien aktiv. Russland fürchtet, dass diese Kämpfer zurückkommen. Zwischen Mossul im Irak und dem tschetschenischen Grosny sind es gerade mal 800 Kilometer Luftlinie.
  • EU: Mit dem Vorrücken der Dschihadisten wächst auch in Europa die Sorge vor Anschlägen. Geheimdienste warnen vor radikalisierten Islamisten, die nach Kampfeinsätzen im Nahen Osten in ihre europäischen Heimatländer heimkehren. Ein französischer Isis-Anhänger steht im Verdacht, die Morde im Jüdischen Museum von Brüssel Ende Mai verübt zu haben.
  • USA: Wer kann die Isis-Brigaden stoppen, wenn nicht die USA? Allerdings hat Präsident Barack Obama eine Rückkehr von Kampftruppen in das Land ausgeschlossen. Doch Angriffe aus der Luft dürften nach Einschätzung von Experten nicht ausreichen, weil die irakische Armee zu schwach ist, in diese Gebiete dann vorzurücken. Könnte eine Allianz mit dem Iran eine Option sein? Beide Länder haben das, was dem Irak fehlt: eine gute Aufklärung.
  • IRAN: Der Iran will unter allen Umständen die Herrschaft der Schiiten von Teheran über Bagdad und Damaskus bis nach Beirut sichern. Ein Erfolg in den Atomgesprächen würde die Bereitschaft der Führung in Teheran stärken, gemeinsam mit dem Westen die Unruheregion Nahost zu stabilisieren.
  • ISRAEL: Die Entwicklung in Syrien und im Irak droht Israels Sicherheitskonzept im Nahen Osten zu zerstören. Die Islamisten plündern irakische Waffenarsenale und wollen ein Kalifat bis zum Mittelmeer errichten, Syrien, Libanon und Jordanien eingeschlossen. «Die traditionellen Grenzen zwischen Staaten werden durch Isis aufgehoben», warnt der Konfliktforscher Christian Hacke im Deutschlandfunk.

20 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Falsche Frage!!! Es soll heissen:"was bedeutet der zunehmende Islamismus fuer die Welt"! Antwort.. Mord und Todschlag.. Macht und Machtmissbrauch.. SCHARIA und aufgezwungene Religion und Religionsriten.. Entrechtung der Frauen aber auch der Maenner... Da gibt es nur EINES 0-Toleranz.. aber was tut die Welt.. sie predigt Religionsfreiheit... und toleriert!
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    1. Antwort von Mohammad Abdullah, Genf
      Ich finde solche Kommentare sehr rassitisch und eine Einladung fuer Hass gegen Muslime und ein Verstoss gegen Religionsfreiehet. Schade, dass die SRF solche kommentare veroefftlicht.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Die Islamisierung der westlichen Welt ist im Gang. Der Westen hat zulange zugeschaut und war zu tolerant gegenüber dieser Religion, deren Radikalisierung sich nun zeigt. Zu hoffen ist nur, dass sich die im Westen ansässigen normalen, friedlich gesinnten Muslime nicht von den Radikal-islamistischen Fundis beeinflussen lassen und mit diesen gegen uns kämpfen werden. Das wäre sehr schlimm.
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    1. Antwort von W. Helfer, Zürich
      M. Zelger. Man könnte aber auch sagen, der Westen hat sich zu sehr in islamische Länder eingemischt und Elend gebracht und dadurch die Radikalisierung gefördert.
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    2. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Helfer - Leute wie Sie sollten mal die Geschichte des islamischen Imperialismus, alias Jihad, studieren damit Ihnen die Augen aufgehen. Der Prophet Mohammed hat seinerzeit mit seinen Kampftruppen genauso die Menschen terrorisiert und nur 100 Jahren nach seinem Tod stand dieser Blut-Tsunami bereits im heutigen Frankreich. Bei der Islamisierung des indischen Subkontinents gab es Gemetzel, wo an einem Tag 30,000 Hindus abgeschlachtet wurden. Und unsere Vorfahren können auch ein Lied davon singen.
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    3. Antwort von W. Helfer, Zürich
      Ja, B.Ch. der Prophet Mohammed hat seinerzeit......Für mich ist es viel relevanter, warum sich HEUTE junge Leute so leicht von radikalen Gruppierungen überreden lassen. Leute wie Sie sollten mal auf diese Menschen schauen und ihnen zuhören. Sie haben keinen Job, daher auch kein Geld u Anerkennung. Warum? Weil ihnen die Grundlagen zerbombt wurden, resp. werden. Solche Menschen sind sehr leicht mit etwas Geld u Anerkennung zu manipulieren.
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    4. Antwort von Amira Salem, Zurich
      @ Christen, Was Sie als „islamische Imperialismus“ bezeichnen hat für die Welt hervorragende Kulturerbe, die eine bedeutende Rolle in der Europäische Kultur und die Weltkultur spielt. Im Gegenteil zu den europäische Kultur, die auf Ausbeutung, Kolonialisierung und kriegerische Maschinerie aufgebaut und nur Elend und dauerhafte Probleme hinter sich gelassen. Dazu empfele ich Ihnen u.a. die Werke von Prof. Annmarie Schimmel & Prof. J.C. Burgel zu lesen
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  • Kommentar von Hermann Dettwiler, Langenthal
    Der Islam in der Selbstvernichtung? Inwiefern unterscheiden sich diese Religionskämpfe von den religiösen Treibjagden im Mittelalter mit Kreuzzügen, Inquisition, Scheiterhaufen, Folter? Selbst der Kriegs- Fanatismus 1914 - 1945 zeigte ähnliche Züge. Diese unglaublichen Hasswellen reissen jedes Sympathiegefühl in den Abgrund. Wie wollen denn denn die "Heilsbringer" USA etc. diese kochende Blutrünstigkeit ruhigstellen? Sind wir die Idealmenschen - soll da die Reise hingehen?
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    1. Antwort von G. Niedermann, Zürich
      hier helfen wohl nur noch ein paar gezielte Drohnen......
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    2. Antwort von Manuel Moser, Hinwil
      @ g. niedermann Ganz schön extreme Ansicht. Was weisst du denn über diese Menschen? Aber dann werden Leute, welche dem letzten Gesandten Gottes folgen und sich vor der Hölle retten wollen und nach Gottes Gesetz leben wollen als "Extremisten" bezeichnet. Was für eine verdrehte und unwissende Welt. Statt sich sachlich mal mit der Materie zu befassen, wird einfach alles was einem auch nur ansatzweise etwas fremd erscheint, direkt vorab abgelehnt. Eine Seuche welche sich weltweit ausgebreitet hat.
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    3. Antwort von G. Niedermann, Zürich
      Moser@ Wenn diese ISIS-Kämpfer schon auf dem Weg sind, dem letzten Gesandten Gottes zu folgen, müssen nicht alle Menschen getötet werden. Das ist Extremismus oder Kampf zwischen Sunniten und Schiiten und hat mit Macht, Oel, Waffen, Geld und Unterdrückung zu tun. Das ist keine Religion! In diesem Fall Drohnen, da Bodentruppen nicht möglich.
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    4. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @Moser: Aus religöser Sicht betrachtet: Gott führt keine Kriege, sondern will Friede unter den Menschen. Also können alle Menschen, welche im Namen Gottes Kriege führen & Millionen von Menschen abschlachten keine Gottes-Krieger sein, sondern sind dann eher Auftragskiller des Satan. Denn ein Gebot welches "Gott/Allah an alle Menschen gegeben hat ist: "Du sollst nicht töten." Gilt für alle Religionen! "Der Mensch lebe in Friede & führe KEINE KRIEGE!
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