Waldbrände in Italien Was die Mafia mit den Bränden zu tun hat

In Italien wüten seit Tagen Waldbrände, vor allem im Süden, auf Sardinien und Sizilien. Die Ursache: Brandstiftung.

Das Ausmass der Waldbrände: Zu über 1000 Einsätzen mussten die italienischen Feuerwehren in den letzten Tagen ausrücken. Seit Mitte Juni verbrannten die Feuer über 26'000 Hektar Wald, das sagen die Zahlen des Umweltschutzverbands Legambiente. Die verbrannte Fläche entspricht mehr als der doppelten Grösse des Vierwaldstättersees.

Das Klima als Brandbeschleuniger: An vielen Orten in Mittel- und Süditalien fällt seit Monaten kein einziger Tropfen Regen. Es ist so trocken wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der kleinste Funken reicht, um einen ganzen Wald in Brand zu stecken.

Der Grund für die Brände: 60 Prozent der Feuer werden mit voller Absicht gelegt, sagt die Umweltorganisation Legambiente. Es sind Brandstifter am Werk.

Bauern und Hirten – Brandstifter I: «Oft sind Bauern oder Hirten für die Feuer verantwortlich», sagt Rolf Pellegrini, SRF-Mitarbeiter in Italien. Sie zündeten Wälder an, um neue Weide- und Anbauflächen zu gewinnen.

Feuerwehrleute – Brandstifter II: Auch innerhalb der Feuerwehr gebe es Brandstifter, sagt Pellegrini. Es seien temporär angestellte Feuerwehrmänner und- frauen, die Feuer legen, um weiterhin Arbeit zu haben.

Mafia – Brandstifter III: «Kriminelle Organisationen nützen die Hitzewelle dieser Tage, um den Nationalpark des Vesuvs zu zerstören. Damit gewinnen sie Boden für ihre illegalen Mülldeponien.» Das sagt Roberto Saviano, der Bestseller-Autor und Mafiakenner. Auch Umweltschützer bestätigen, dass die Mafia am Vesuv illegale Mülldeponien anlegt.

Die ausbleibenden Strafen: Brandstifter könnten in Italien eigentlich hart bestraft werden, es drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Das Problem ist, niemand will sie verpfeifen. Laut SRF-Mitarbeiter Rolf Pellegrini haben die Menschen Angst, dass Zeugenaussagen gerächt werden könnten.