Zum Inhalt springen
Inhalt

International Was gibt Schäuble dem Griechen mit?

Kredite, die nicht zurückgezahlt werden müssen, nennt man in Deutschland Schenkungen. So jedenfalls äussert sich ein führender CDU-Politiker vor dem heutigen Besuch des griechischen Finanzministers Varoufakis beim deutschen Amtskollegen Schäuble. Es wird ein schwieriges Gespräch für beide Seiten.

Die neue griechische Regierungspartei hat ihren Wählern versprochen, die harte Sparpolitik zu stoppen. Mit den Geldgebern Griechenlands über neue, bessere Bedingungen zu verhandeln.

Die EU und insbesondere Deutschland haben umgekehrt immer gesagt: Geld gibt es nur, wenn Griechenland mit Reformen dafür sorgt, dass es nicht wie bisher viel mehr ausgibt, als es hat. Und ein Schuldenschnitt, ein weiterer Verzicht auf geschuldetes Geld, komme nicht in Frage.

Ministerpräsident Alexis Tsipras und Finanzminister Yanis Varoufakis haben deshalb jetzt vorgeschlagen, einen Teil der griechischen Schulden so zu gestalten, dass sie nicht mehr zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt werden müssen. Sondern erst, wenn sich Griechenland das wieder leisten könne.

Deutscher Finanzminister Wolfgang Schäuble.
Legende: Schäuble empfängt heute mit Varoufakis das erste Mitglied der neuen griechischen Regierung in Berlin. Keystone/Archiv

«Kredite, die nicht zurückgezahlt werden müssen, nennen wir – zumindest in Deutschland – Schenkungen», sagt dazu CDU-Politiker Wolfgang Bosbach lakonisch. Das komme nicht in Frage. Deutschland habe schon bisher für enorme Beträge garantiert, man könne nicht einen weiteren Schuldenschnitt zugestehen. Schon gar nicht gegenüber einem Land, das sich selber noch immer nicht in die Lage versetzt habe, seine Steuern richtig einzutreiben.

Es ist damit zu rechnen, dass Schäuble heute Morgen gegenüber dem griechischen Finanzminister ähnlich hart auftreten wird. Auch wenn er weiss, dass eine Lösung gefunden werden muss. Denn ein Bankrott Griechenlands wäre auch für die EU und damit auch für Deutschland mit ganz gravierenden Konsequenzen verbunden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Ich kann es mit fast nicht vorstellen, dass die deutschen Politiker einverstanden sind mit dem Vorpreschen des Herrn Draghi. Mit seinem Entscheid hat er den Politikern Steine in den Weg gelegt. Herr Draghi ist ein Mitglied der Troika- und genau solches Machtverhalten, ohne Rücksicht auf politische und soziale Umstände hat zum Bruch GR - Troika geführt. Also giesst Herr Draghi heute weiter Öl ins Feuer...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Christian Laurin, stallikon
      Was reden sie dann? Draghi hat gestern es nicht erlaubt griechischen Bank Anliehen zu kaufen. Er ist ist auf die selbe Linie wie Schäuble
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Hoffentlich versaut Herr Draghi mit seinem "Riegel schieben" gegen GR- Banken nicht die Gesprächsbereitschaft und die notwendige Suche nach Lösungen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von michael ferster, schaan
    Dabei ist Deutschland der grösste - vielleicht einzige - Profiteur des Euro! Hätte die Exportnation Nr. 1 immer noch ihre starke D-Mark, wäre ihre Wirtschaft schon längst in einer Rezession. Für Deutschland ist der Euro viel zu schwach, für die verarmten Länder im Süden viel zu stark. Das ist das Ungerechte am Ganzen, und dem muss sich Deutschland stellen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Genau richtig! Und was man mit Gründung der EU ja eigentlich verhindern wollte, nämlich dass Deutschland nie mehr so mächtig wie vor dem 2. W. K werde, ist trotzdem wieder eingetroffen. Deutschland ist wieder das mächtigste Land im EU-Raum geworden & will natürlich an dieser Vormachtstellung unbedingt festhalten. Gut wachen jetzt immer mehr EU-Mitgliedstaaten auf & rebellieren. Denke, freundschaftlich gesinnt sind D mittlerweile nur noch die ehemaligen Ostblock-Staaten, alle anderen nicht mehr.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Gerhard Himmelhan, 3904 Naters
      D wäre mit einer starken DM genauso gut zurecht gekommen wie die CH mit dem starken CHF! Hr. E.W.eine funktionierende deutsche Wirtschaft hilft der CH Wirtschaft ungemein. Handel mit Bayern, BW! Wären die 6 Gründerstaaten unter sich geblieben und hätten mit den anderen Ländern bevorz. Handelsbez. geschaffen hätten sich jene unbedingt mehr Mühe gegeben ohne immer auf Hilfe zu schielen & zu bekommen! NATO & USA treiben die EU gegen Osten. Kalkül! Raketen in Lit. CS, Polen. CIA Gefängnis in Po!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen