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Neue Enthüllungen «Washington ist ein Hühnerhaufen»

US-Präsident Donald Trump soll versucht haben, Druck auf Ex-FBI-Direktor James Comey auszuüben. Eine Einschätzung.

Legende: Audio Neue Vorwürfe gegen Trump – eine Einschätzung abspielen. Laufzeit 01:41 Minuten.
01:41 min, aus HeuteMorgen vom 17.05.2017.

Der Besuch des türkischen Präsidenten Erdogan rückte in den Hintergrund. Mal wieder ging es nur um Donald Trump, Russland und seine Art des Regierens. Am Dienstag kursierte die Nachricht, dass Trump im Februar in einem vertraulichen Gespräch mit dem damaligen FBI-Direktor James Comey versucht haben soll, diesen von Ermittlungen gegen den geschassten Sicherheitsberater Michael Flynn abzubringen.

Flynn sei «ein guter Kerl», sagte Trump, und seinen Job im Weissen Haus los, von da her sollten die Ermittlungen über dessen Russland-Verbindungen eingestellt werden. Comey und das FBI sollten sich stattdessen lieber den durchgesickerten Informationen aus dem Weissen Haus zuwenden. Irgendein Reporter, so Trump, müsste dafür ins Gefängnis.

Kein gutes Licht auf Trump

Dieser neue Dreh in der trumpschen Endlossaga Russland kommt, nachdem Eingeweihte bei der Bundespolizei FBI und im Justizministerium Medienvertretern erklärten, Comey habe nach dem Treffen mit dem Präsidenten ein Protokoll über sein Gespräch mit Trump angefertigt. Comey habe dies immer so getan als FBI-Direktor.

Der Bericht wirft kein gutes Licht auf Trump, der hier anscheinend versuchte, unerlaubterweise Einfluss auf die Ermittlungen gegen Michael Flynn zu nehmen. Das Weisse Haus allerdings widerspricht dem Bericht und erklärte am Dienstagabend, Trump habe zu keinem Zeitpunkt versucht, auf irgendeine Ermittlung Einfluss zu nehmen. Weiter hiess es: «Dies ist keine glaubhafte und präzise Wiedergabe des Gesprächs zwischen dem Präsidenten und Mister Comey.»

Vom Regieren meilenweit entfernt

Unterdessen fordern die Demokraten im Senat und mehr und mehr genervte republikanische Abgeordnete und Senatoren, dass Trump sowohl die vermeintlichen Audio-Mitschnitte aus dem Oval Office und James Comey sein Protokollbuch für die weiteren Ermittlungen zur Verfügung stellen. Washington gleicht in diesen Tagen einem Hühnerhaufen. Es geht nur noch um Skandale und wer was wie und wann gesagt hat. Vom Regieren sind Donald Trump und die Republikaner derzeit meilenweit entfernt.

Arndt Peltner ist SRF-Mitarbeiter in den USA.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Washington war schon vor Trump ein Hühnerhaufen. Doch die Trump'schen Hähne und Hühner gackern am lautesten Dazu permanent Unsinn. Politik ist ein ernsthaftes Business für ernsthafte, im Optimalfall einigermassen seriöse Menschen. Die findet man beim Trumpteam sehr selten. Nur die Deals für seine superreichen Gönner laufen prächtig. Und das ist ein wichtiger Aspekt. Diese Leute werden ihn solange schützen und protegieren, wie er ihnen nützlich ist. Für den Trump-Clan gibts auch gute Deals.
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Tumbashing ach, wie langweilig, seit Monaten die selbe Masche in den sogenannten Qualitätsmedien.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Viel lieber einen Hünerhaufen in Washington als kriegslüsterne Falken.
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