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International Wechsel im Amt des ukrainischen Verteidigungsministers

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat seinen Verteidigungsminister Waleri Geletej entlassen. Es sei Zeit für einen Führungswechsel beim Militär, teilte das Präsidialamt mit. Nachfolger soll der bisherige militärische Befehlshaber der Nationalgarde, Stepan Poltorak, werden.

Poroschenko steht neben Geletej.
Legende: Poroschenko (links) entlässt Geletej. Es ist nicht der erste Verteidigungsministerwechsel in diesem Jahr. Reuters

Es ist bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass der ukrainische Staatschef seinen Verteidigungsminister entlässt. Präsident Petro Poroschenko werde dem Parlament noch heute einen Nachfolger für Waleri Geletej vorschlagen, hiess es zunächst Kiew. Wenig später wurde auf der Webseite des Präsidenten die Nachfolgeregelung bekannt gegeben: So soll der bisherige militärische Befehlshaber der Nationalgarde, Stepan Poltorak, den vakanten Posten übernehmen.

Geletej war seit Juli im Amt. Er war unter anderem wegen Aussagen über angebliche Waffenlieferungen von Nato-Mitgliedern an die Ukraine in die Kritik geraten. Das sei aber nicht der einzige Grund für die Entlassung, weiss SRF-Korrespondent Peter Gyslin, der zur Zeit in der Region Lemberg unterwegs ist.

Geletej nicht der einzige Entlassene

Er verweist auf eine Feier Ende August in Kiew. «Damals hatte Geletej persönlich die Militärparade abgenommen, obwohl seine Kraft und sein Einsatz eigentlich in der Ostukraine gefragt gewesen wären.» Russische Truppen seien im grossen Stil über die Grenze gekommen, und die schlechte ukrainische Militärpräsenz in der Ostukraine habe schliesslich zu einer Niederlage geführt.

Erst am Freitag hatte Poroschenko Sergej Taruta, den Gouverneur der Region Donezk, entlassen. Und auch der Chef der Grenztruppen wurde entmachtet. Der Zusammenhang ist klar, sagt Gysling: «Am übernächsten Sonntag wählt die Ukraine ein neues Landesparlament. Poroschenko bemüht sich nun bei der kritisch eingestellten Bevölkerung um mehr Vertrauen mit solchen Aktivitäten.»

Der Präsident habe auch eine neue Untersuchungskommission ins Leben gerufen, ergänzt der Korrespondent. «Einmal mehr um die Korruption, die in der Ukraine nach wie vor sehr präsent ist, aufzudecken und wirksam zu bekämpfen.» Ob ihm damit ein Stimmungsumschwung gelinge, sehe man erst in zwei Wochen bei den Wahlen.

Peter Gysling

Porträt von Peter Gysling.

Peter Gysling arbeitet seit 1980 als Journalist für SRF. Während des Mauerfalls war er Korrespondent in Deutschland. Von 1990 bis 2004 und erneut seit 2008 ist er Korrespondent in Moskau.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    Letzte Woche war V. Nuland in Kiew. Am Sonntag wurde Poltorak, der Chef der Nationalgarde, zum neuen Verteidigungsminister ernannt. Der Zugang intern. Experten zur Absturzstelle MH17 wird KIEW noch immer verhindert. Kiew schickt ihre eigenen Leute. Warum wohl? Immer wenn US-Vertreter in Kiew waren geschieht etwas. Aber leider nie was Gutes.
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  • Kommentar von Heinrich Gafner, Beatenberg
    Weshalb verbreitet Herr Gysling nach wie vor die Ente von den "massiven russischen Truppen"? Da immer noch sämtliche Beweise fehlen ist wohl klar, dass nichts an der Story ist. Wesentlich interessanter wäre, dass man als Nachfolger einen ordentlichen Krieger ernannt hat und man damit rechnet, dass sofort nach den Wahlen losgeschlagen wird. Hatten wir schon bei Poros Wahl...
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    1. Antwort von M.Krebser, BE
      Ja, Herr Gysling verbreitet Enten ständig. Hat er mal über das Buch "Gekaufte Journalisten" von Udo Ulfkotte gehört? (U.Ulfkotte bei Deutschland+Russland - "FAZ-Journalist packt aus: Wir werden für antirussische Propaganda bezahlt und gezwungen").
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    2. Antwort von David Neuhaus, Winterthur
      "Russische Truppen seien im grossen Stil über die Grenze gekommen" Obwohl das OSZE schon mehrmals berichtet hat das dies nicht stimmt. So ist es halt; Herr Gysling ist ja auch nicht in der Ostukraine sondern im gemütlichem Lemberg und gerngesehener Gast im Kiewer Propagandaministerium. Was mich ertaunt ist das die "bösen" Russen so kullant und offen sind solche ausländischen Journalisten bei sich in Moskau zu dulden, deren oberstes Ziel Russlands Regierung möglichst negativ darzustellen scheint.
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  • Kommentar von Anke Strebel, Winterthur
    Über welche Unabhängigkeit wird hier geschrieben. Es geht hier um den Anschluss der Ostukraine an Putins Russland. Hat wirklich wenig mit "Italien" oder "Spanien" zu tun. Ausserdem wäre es ein fatales Zeichen für die baltischen Staaten und andere ehemalige Sowjetrepubliken.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Leider sind auch Sie dieser Mär aufgesessen. Putin will die Ukraine nicht. Wenn, hätte er sie schon längst besetzt. Er wünscht sie sich als Pufferzone zwischen West & Ost. Dass die EU inkl. NATO entgegen getroffener Vereinbarungen nicht noch weitere Nachbarstaaten an Russlands Grenzen "mit in ihr Boot holen". Verständlich.
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