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International Weihnachtsfeiern scharf bewacht

An vielen Orten fand Weihnachten unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen statt. In Frankreich musste sich kontrollieren lassen, wer in die Kirche wollte.

Legende: Video Feier in Bethlehem abspielen. Laufzeit 01:07 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.12.2015.

Unter dem Eindruck von Terror und Gewalt haben die Menschen in vielen Ländern Weihnachten gefeiert. An Orten wie dem Petersplatz in Rom, der Geburtskirche in Bethlehem oder vor vielen Kirchen in Frankreich galten strikte Sicherheitsvorkehrungen.

Aus Angst vor Attentaten blieben viele Pilger in diesem Jahr dem Geburtsort Christi fern, und auch in Rom war ihre Zahl trotz des «Heiligen Jahrs der Barmherzigkeit» deutlich geringer als sonst. Im Petersdom rief Papst Franziskus die Menschen zur «Mässigung» auf und prangerte die moderne Konsumgesellschaft an.

Sicherheitsbarrieren vor Kirchen

In Frankreich, wo im November bei einer Serie von islamistischen Anschlägen 130 Menschen ums Leben kamen, wurden die Sicherheitsvorkehrungen zu Weihnachten weiter verstärkt. Wie zuvor schon in den Warenhäusern und Museen wurden die Menschen nun auch an den Eingängen zu vielen Kirchen kontrolliert.

Die Botschaften der USA und Grossbritanniens in Peking warnten unterdessen vor «möglichen Bedrohungen westlicher Besucher» und empfahlen ihren Landsleuten, das beliebte Einkaufsviertel Sanlitun im Zentrum der chinesischen Hauptstadt während der Weihnachtstage zu meiden.

Gedenken an Terrorismusopfer

Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fuad Twal, widmete seine Weihnachtsbotschaft den Opfern von Gewalt und ihren Familien. «Wir gedenken der zerstörten Häuser in Jerusalem und Palästina, der enteigneten Grundstücke, aller Opfer von Kollektivstrafen», sagte Twal während der Christmesse unter Anspielung auf die Zerstörung der Häuser von Palästinensern, die anti-israelische Angriffe begangen haben sollen.

«Wir gedenken aller Opfer von Terrorismus überall auf der Welt», fuhr er fort. Auf dem Platz vor der Kirche erloschen die Christbaumlichter aus Trauer um die Opfer minutenlang.

Keine Feste in Somalia

Die Regierung im mehrheitlich muslimischen Somalia untersagte alle Weihnachtsfeierlichkeiten. Zur Begründung hiess es, sie widersprächen «der islamischen Kultur» und könnten Anschläge des radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz provozieren.

Muslime schützen Weihnachtsgottesdienste

In Frankreich haben französische Muslime in einem symbolischen Akt in der nordfranzösischen Stadt Lens Gottesdienste von Christen am Heiligabend bewacht. «Wir leben zusammen, wir sind Brüder», begründete einer von ihnen die Aktion. Wenn es Anschläge gebe, »dann töten sie uns alle zusammen».

Besucher eines Gottesdienstes zeigte sich im Sender iTélé beeindruckt von der Solidarität. Am Ende der Andacht gab es Applaus für die symbolischen Schützer.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    4. (!) Versuch, persönliche Gedanken zu diesem Istzustand zu schreiben: Haben wir es tatsächlich soweit gebracht, dass am wichtigsten christlichen Festtag europäische Kirchen mit schwerbewaffneten Sicherheitskräften ringsum bewacht werden müssen? Ist dies nun das Fazit, unserer toleranten, offenen und christlichen Werten, die den Terror- und militante Religionsfanatiker gegenüber stets alles erlaubt und akzeptiert haben? Schlimm, dass man diese Frage offenbar bei SRF gar nicht stellen darf!
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Ob nun in Nahost, Europa, Thailand, Burma, Philippinen oder Afrika, überall wo der Islam ist, zeigt er sein hässliches Gesicht. Leid können einem nur die Opfer des islamischen Terrors tun, denen anscheinend keine Macht der Welt helfen will oder kann. Schlimm, dass die Weltgemeinschaft solche Verbrechen zulässt und untätig zusieht. Und gleichzeitig muss man noch ertragen, dass die hiesige Politik diese Religion auch noch als Bestandteil der europäischen Kultur verkaufen will.
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    1. Antwort von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
      Für die christliche Religionsausübung in Saudi - Arabien kann die Todesstrafe verhängt werden und der Grossmufti vom selben Land hat 2012 die Zerstörung aller Kirchen auf der arabischen Halbinsel gefordert. Die Salafisten / Wahhabiten sind für die westliche Medien nur dort böse wo es passt und die USA liefern diesen Wahnsinnigen auch noch Waffen und Bomben statt das Übel des weltweiten salafistischen Terrors an seinen saudischen Wurzeln zu packen.
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