Weltweiter Drogenkonsum: Vormarsch der Amphetamine

Besonders der Konsum von Crystal Meth und ähnlichen Mitteln nimmt zu. Die Bekämpfung ist schwierig, weil die Bestandteile der Rauschmittel oft einzeln geschmuggelt werden. Der Konsum von anderen Substanzen wie Kokain hingegen sinkt laut UNO-Bericht für 2012, wie auch die Zahl der Drogentoten.

Im Jahr 2012 konsumierten insgesamt geschätzte 243 Millionen Menschen mindestens einmal illegale Drogen. Der allgemeine Drogenkonsum ist stabil geblieben.

Doch die Herstellung von Amphetaminen, zu denen auch das Rauschmittel Crystal Meth gehört, nimmt weltweit zu. Dies steht im Weltdrogenbericht 2014 der Vereinten Nationen (UNO). Sie warnen vor der zunehmenden Ausbreitung synthetischer Drogen.

Die Bekämpfung solcher Drogen ist schwierig, weil Hersteller zunehmend neue Grundstoffe und Bestandteile der Rauschmittel einzeln schmuggeln. Amphetamine haben aufgeholt – sie sind mit 34,4 Millionen Nutzern weltweit die zweithäufigste Rauschmittelart hinter Cannabis. Doch Cannabis rangiert mit 178 Millionen Konsumenten noch immer auf Platz Eins – auch wenn die Zahl leicht zurückgegangen ist.

Designerdrogen in legaler Grauzone

Eine neuartige Herausforderung sind neue psychoaktive Substanzen – auch Designerdrogen genannt. Ihre Zahl steigt vor allem kontinuierlich an. Gab es Mitte 2012 noch 251 verschiedene psychoaktive Drogen, waren es Ende 2013 bereits 348. Längst nicht alle dieser Substanzen sind international verboten. Denn oft werden diese Rauschmittel als Alltagsprodukte wie Badesalz oder Düngemittel über das Internet vertrieben – und fallen somit in eine rechtliche Grauzone.

Laut UNO ging die Verfügbarkeit von Kokain zurück. Die Grösse der Koka-Anbauflächen seien auf dem niedrigsten Stand seit 1990. Dabei konzentriert sich die gesamte Produktion praktisch auf die drei südamerikanischen Länder Bolivien, Peru und Kolumbien. 17,2 Millionen Menschen benutzten 2012 Kokain, in Nordamerika sowie in Mittel- und Westeuropa sank der Verbrauch.

Farbige Ecstasy-Pillen

Bildlegende: Die klassische «Raverdroge» Ecstasy oder MDMA: Der Konsum ging weltweit um drei Prozent zurück. Reuters

Mehr Opium, weniger Drogentote

Am stärksten ging der Ecstasy- bzw. MDMA-Konsum im Vergleich zum Vorjahr zurück: um ganze drei Prozent auf 18,8 Millionen. Ein Rückschlag hingegen ist nach UNO-Angaben der drastische Anstieg der Opiumproduktion in Afghanistan.

Opium ist der Grundstoff für Heroin und wird aus Schlafmohn gewonnen. Diese Mohnfelder in Afghanistan, das 80 Prozent des weltweiten Opiums liefert, wurden im vergangenen Jahr um 36 Prozent auf 209‘000 Hektar ausgeweitet.

Zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch erklärte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon: «Illegale Drogen verursachen kriminelle Gewalt und schwächen wichtige staatliche Einrichtungen.» Einen Lichtblick immerhin gibt es: Die Zahl der Drogentoten ging deutlich zurück. Weltweit starben 2012 rund 183‘000 an den Folgen ihres Konsums illegaler Rauschmittel. Ein Vorjahr waren es 211'000 gewesen.