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International Weshalb Putin im Ukraine-Konflikt nicht nachgibt

Russlands Präsident Wladimir Putin bewegt sich nicht im Ukraine-Konflikt. Der Kreml-Chef schaltet auf stur und betreibt buchstäblich eine Betonpolitik. Welchen Gewinn verspricht sich Putin aus seiner Haltung? SRF-Korrespondent Peter Gysling versucht, die verfahrene Situation zu erklären.

Legende: Video Einschätzungen von SRF-Korrespondent Peter Gysling abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.10.2014.

Es gab bereits unzählige Anläufe, den Ukraine-Konflikt auf dem diplomatischen Parkett zu lösen. Ohne Erfolg. Auch am Europa-Asien-Gipfel in Mailand verläuft die Gesprächsrunde ins Leere – zumindest grösstenteils. Welches Ziel verfolgt Russlands Präsident Wladimir Putin mit seiner Strategie?

«Er sieht überhaupt keinen Anlass, irgendwie nachzugeben», macht SRF-Korrespondent Peter Gysling deutlich. Die Krim, die er im Frühjahr völkerrechtswidrig annektiert habe, die mache im letztlich niemand mehr streitig. Zusätzlich scheint Putin nach den Worten Gyslings ein Interesse daran zu haben, dass der Konflikt einfriert. Denn: So könne auch auf die politischen und wirtschaftlichen Geschicke in der übrigen Ukraine Einfluss nehmen.

Im Übrigen streite der Kreml-Chef konsequent ab, etwas mit der Intervention in der Ostukraine zu tun zu haben. «Deshalb könne er auch keinen Beitrag zur Friedenslösung leisten.»

Europäer sollen für Gasschulden aufkommen

Und wieso scheint der Gaskonflikt nun doch nahe an einer Lösung? Reine Berechnung?

«Natürlich lebt Russland von Gas- und Ölexporten. Das Land möchte entsprechend nicht auf seinem Gas sitzen bleiben.» Gestritten werde aber weiterhin über die aufgelaufene Gasschuld der Ukraine. «Da sollen nach Meinung von Putin nun die Europäer einspringen.» Er habe sie in Mailand gebeten, der Ukraine finanziell unter die Arme zu greifen, damit das Land diese Schulden begleichen könne, so der SRF-Korrespondent. «Vielleicht gibt es am nächsten Gipfel am Dienstag eine Einigung.»

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Alfred Josi, Frutigen
    Die Krim Annektiert (ohne zu Bezahlen) und dann noch Gasschulden eintreiben? Wie die OSZE berichtet wird auch Kohle aus Luhansk nach Russland geschmuggelt (ohne zu Bezahlen). Auch Janukowitsch ist mit Staatsgeldern nach Russland abgehauen... Ist es wirklich ratsam oder fair Putins Forderungen folge zu leisten? Da er einen Krieg gegen die UA führt und sie beraubt hat ?
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    DWN sagt klipp und klar dass sich Merkel verspekuliert habe und nun der deutsche Michel die Gasschulden der Ukraine an Russland bezahlen muss. Putin und Poroschenko machen die westlichen Länder zum Zahlmeister der Ausstände, und da wie man sehen kann ist Merkel doch sehr enerviert, handelt es sich doch um 30 Milliarden Schulden der Ukrainer.. Es ist das Resultat einer falschen Politik. Zu viele beziehen in der EU, und nur wenige bezahlen, daher ist es nur eine Frage der Zeit bis zum Crash.,
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    1. Antwort von M.Krebser, BE
      Deutsche Regierung hat von Anfang der Ukrainekrise Ihre Finger im Spiel und die ist fuer den Tod der unschuldigen Zivilisten (fast 4000 Menschen) mitverantworlich. DE hat die ukrainischen Nazis unterstuetzt, die am gewaltsamen Putsch in Kiew beteiligt waren und die spielen eine grosse Rolle beim Genozid der zivile Bevoelkerung in der OstUkraine. ---> "Alte Kameraden: Deutschland und die Nazis in der Ukraine", uncutnews.ch.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    "Sanktionen Obama-Vize blamiert Merkel: USA haben EU zu Sanktionen gegen Russland gezwungen" Putin weiss, dass die EU/Merkel nur ausführen, was die USA befehlen. Ein einlenken gegenüber Europa wäre ein Einlenken gegenüber den USA. Und das wird Putin nicht, die Fronten sind zu verhärtet. Bewegung im Konflikt wird kommen, wenn die EU unabhängig von den USA agiert und ihre Interessen vertritt. Man beachte: Die USA verletzen die Souveränität demokratischer Staaten aufs gröbste! (s. auch NSA-Skandal)
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