Wie friedlich ist der Frieden in Sri Lanka?

Seit dem Ende des Bürgerkriegs dürfen abgewiesene Asylbewerber wieder nach Sri Lanka zurückgeschickt werden. Menschenrechtsorganisationen wehren sich nun dagegen: Zwei Rückkehrer sind verhaftet worden. Seither hat man nichts mehr von ihnen gehört.

Mehr als 250 abgewiesene Asylbewerber aus Sri Lanka mussten in den letzten zweieinhalb Jahren die Schweiz verlassen und in ihre Heimat zurückkehren. Dabei sei die Menschenrechtssituation auf Sri Lanka noch immer besorgniserregend, kritisiert Patrick Walder von Amnesty International. Die Regierung behandle Tamilen häufig wie Staatsfeinde. Walder: «Das Regime geht mit aller Härte vor. Es verschwinden Leute, es werden Menschen gefoltert, misshandelt. Das Recht auf Meinungsfreiheit ist eingeschränkt.»

In zwei Fällen seien Rückkehrer aus der Schweiz in Sri Lanka verhaftet worden, vermelden Menschenrechtler. Und seither habe man keine Informationen mehr über diese Personen.

Bundesamt zieht Konsequenzen

Das Bundesamt für Migration nimmt diese Vorfälle ernst und hat erste Konsequenzen gezogen. Laut Sprecherin Gaby Szöllösy werden alle Dossiers von betroffenen Personen nochmals überprüft. «Speziell soll darauf geachtet werden, ob sich die Person im Ausland politisch exponiert hat. Solche Leute sind bei einer Rückkehr einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt.»

Im Moment wird also niemand nach Sri Lanka zurückgeschickt. Menschenrechts-Organisationen wie Amnesty International, der Flüchtlingshilfe und der Gesellschaft für bedrohte Völker reicht das aber nicht.

In ihrer neuen Kampagne fordern sie, dass Rückschaffungen nach Sri Lanka generell gestoppt werden. Und dass die Schweiz darauf verzichtet, ein Rückübernahmeabkommen mit Sri Lanka abzuschliessen.