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Propaganda aus Russland Wie russische Hacker die französischen Wahlen beeinflussen

Mit Fake-News und Hackerangriffen die öffentliche Meinung manipulieren und politisch Einfluss nehmen – das gehört zu der offiziellen russischen Doktrin. Im Fokus russischer Hacker ist aktuell der französische Präsidentschafts-Kandidat Emmanuel Macron. Nun will die EU dagegen aufrüsten.

Legende: Video Angriff von russischen Hackern abspielen. Laufzeit 4:38 Minuten.
Aus 10vor10 vom 04.05.2017.

Die gleiche Hackergruppe (APT28), die während des US-Wahlkampfs E-Mails der Demokraten gehackt hat, versucht laut Experten, die Wahlen in Frankreich zu beeinflussen. Nach demselben Muster wie in den USA.

Hacking, Desinformation, Propaganda

Legende: Video Cavelty: Hackerangriffe auf Macron sind möglich abspielen. Laufzeit 0:40 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.05.2017.

Auch Politologin Myriam Dunn Cavelty vom Center for Security Studies an der ETH hält dies für plausibel: «Es geht vor allem um eine Destabilisierung des politischen Systems, indem man Misstrauen schürt und einen Vertrauensverlust in unsere Institutionen. Sehr häufig richtet sich das auch gegen die «Qualitätsmedien», wie man sagt. Man versucht sie als Lügner oder als beeinflussbar darzustellen, sodass man ihnen nicht glauben könne.»

Am russischen Fernsehen wird gegen Emmanuel Macron geschossen. So wirft man ihm vor, dass er bei der Bank Rotschild gearbeitet habe, und einseitig die Interessen Israels und der EU vertrete. Alain Sorel, ein französischer Rechtsextremer und verurteilter Antisemit, darf Macron verleumden – ganz neutral angeschrieben als «Journalist».

Russia today – Russlands Propaganda-Arm in Europa – hat auch eine französische Website. Auch hier ist Macron Zielscheibe. Fake-News-Vorwürfe dreht Russia Today Frankreich sogleich um – und wirft der Gegenseite dasselbe vor. «Zensur» schrieben russische Medien, als Facebook ankündigte, gegen Fake-News vorzugehen.

Legende: Video McAllister: Putin will die öffentliche Meinung drehen abspielen. Laufzeit 0:25 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.05.2017.

Marine Le Pen ist Putins Favoritin. Sie sei die einzige, die Frankreich vor dem Chaos und der Globalisierung schützen könne, so die russische Propaganda. Rechtspopulistische Bewegungen werden unterstützt, da sie Russland positiv gegenüberstehen. Die Nähe des Front National zur russischen Führung komme daher nicht von ungefähr, meint David McAllister vom EU-Ausschuss Auswärtiger Angelegenheiten.

Hackerangriffe einer bestimmten Person wirklich nachzuweisen sei allerdings sehr schwierig, erklärt Myriam Dunn Cavelty. Im Internet könne man seine Spuren optimal verwischen.

Legende: Video Video vom 04.05.2017, 17:14 abspielen. Laufzeit 0:37 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.05.2017.

Die EU reagiert

Mittlerweile hätten die EU-Mitgliedstaaten aber den Ernst der Lage erkannt. Das EU-Parlament habe die Gründung einer Task Force beschlossen. David McAllister: «Es waren vor allem unsere osteuropäischen Partner, die schon frühzeitig auf die russische Destabilisierungspolitik hingewiesen haben. Dieses Jahr werden die ersten elf Mitarbeiter ihre Arbeit aufnehmen. Aber elf Mitarbeiter sind im Vergleich zu der riesigen Anzahl russischer Aktivisten natürlich sehr wenig.»

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64 Kommentare

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  • Kommentar von Georg Benad (kreanga)
    Herr Abendland,schon wie sich der deutsch-russische Handel entwickelt: Der Warenverkehr Russlands und Deutschlands ist laut der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) allein in den ersten zwei Monaten des Jahres 2017 um 43 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum gestiegen Da ist wieder einmal zu sehen das Wirtschaftsfachleute intelligenter als Politiker sind. Übrigens auch die Schweiz hat davon welche vorzuweisen...
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  • Kommentar von Benjamin Thiel (BThiel)
    Lustig wie bei allen Russlnad Themen die Likes und Kommentardichte sprunghaft zunimmt. @Putin-Troll-Fabrik: Wie ist das Wetter in St. Petersburg? @SRF habt ihr Statistiken dazu?
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Seit spätestens 2014, seit dem Ausbruch des Ukraine-Konfliktes fällt vielen Menschen auf, dass die Hetze gegen Russland von einer irrationalen Agressivität geprägt ist, welche zu einer grossen Gefahr für den Frieden in Europa geworden ist. Verbale Entgleisungen seitens der höchstrangigsten Politiker, Generäle und Geheimdienstchefs gegenüber Russland bzw. Putin glichen schon mehrmals einer eigentlichen Kriegserklärung. Wer um den Frieden besorgt ist, fragt sich, was diese absurde Hetze soll.
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  • Kommentar von Stephanie von Walterskirchen (SVW)
    Den Russen positiv oder negativ wie wäre es mit neutral, kritisch&unvoreingenommen? HAcken hin oder her. Die Wahrheit kommt immer ans Licht. Leider oft kann sie auch zu lange verdeckt bleiben. Schulsysteme können ganze Generationen formen. Auch zu konsum freudigen die "keine eigene Meinung haben", also nie lernen durften selber zu denken, ohne Leistungsdruck. Wahrheit ist so komplex dass wir auf unsere Menschenkenntnisse jeder selber vertrauen darf. Egal was alle sagen. Das ist Demokratie.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Naja, in Russland darf jeder denken was er will, vorausgesetzt es ist nicht gegen Putin & Co.
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    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @ A. Planta: Warum wird von den Medien kaum untersucht, welchen Einfluss Saudi-Arabien auf die US- und EU-Politik ausübt? Dieser Einfluss ist, genauer Betrachtet, enorm und mehr als Problematisch, wenn man bedenkt, welche Beziehung Saudi-Arabien zum islamistischen Terror unterhält. Bekannt ist z.B., wie USA und SA in Afghanistan gemeinsam islamistische Terroristen unterstützten. Der Einfluss SA auf westliche Regierungen ist um einiges problematischer als der Einfluss Russlands!
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    3. Antwort von Jana Vilim (Jana Vilim)
      Albert Planta - Derjenige der Russland mehr kennt, denkt anders! Ein freundliches und vor allem sehr hilfsbereites Volk.
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