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Terror in Berlin Wie sich die Zivilgesellschaft vom Terror vergiften lässt

Terroranschläge verunsichern die Bevölkerung. Doch anstatt dies ernstzunehmen, spielen Akteure mit diesen Ängsten.

Legende: Video Was macht Terror mit uns? abspielen. Laufzeit 3:37 Minuten.
Aus 10vor10 vom 21.12.2016.

Paris, Brüssel, Nizza – und jetzt Berlin: Der Terror hat Europa fest im Würgegriff. Das verändert nicht nur die Arbeit der Behörden, sondern auch das Leben der Zivilbevölkerung. Diese ist sich den Umgang mit Anschlägen nicht gewohnt – zumindest nicht in diesem Ausmass.

Im Vergleich zu den 1970er-Jahren kennt der aktuelle Terror keine konkreten politischen Ziele und bedroht zudem potenziell Jedermann. Diese Tatsache bleibt nicht folgenlos. «Menschen der westlichen Zivilisation haben nach dem Zweiten Weltkrieg mehrere Jahrzehnte Frieden, Wohlbefinden und Sicherheit gehabt. Die Ereignisse, die jetzt stattfinden, erschüttern das – und das hinterlässt tiefe Spuren in der Emotionalität der Menschen», sagt Franz Schultheis. Er ist Professor für Soziologie an der Universität St. Gallen.

Politische Kräfte spielen mit den Ängsten

Einige politische Kräfte würden diese tiefe Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung wahrnehmen und aufgreifen – allen voran die Rechtspopulisten. Tatsächlich fordern diese in Deutschland nach dem Terrorakt in Berlin mitunter eine Totalumkehr der Flüchtlingspolitik – noch bevor die Fakten vollständig geklärt sind.

Professor Schultheis stellt aber fest, dass die verunsicherte Bevölkerung dieser Strategie verfalle. «Weil die rechte Politik die Emotionalität der Bevölkerung aufgreift. Mit diesen Ängsten weiter operiert – und sie weiter schürt. Öl ins Feuer giesst». Dadurch würden die Rechtspopulisten weiter Zulauf der Bevölkerung erfahren. Der Grund: «Die reden wenigstens Klartext».

Soziale Medien als «Kloake»

Zudem sind die Bevölkerung und die traditionellen Medien im Zuge der politischen Entwicklung mit Auswüchsen auf den Sozialen Netzwerken konfrontiert. «Die Sozialen Netzwerke erweisen sich als das, was Timothy Garton Ash vor einigen Wochen als die grösste Kloake der Menschheit genannt hat,» sagt Christoph Schwennicke. Er ist Chefredaktor von «Cicero». Gegen solche Verschwörungstheorien und bewusst gestreute Unwahrheiten sei es schwierig anzukämpfen.

An dieser Stelle ständen die Journalisten in der Verantwortung. «Die Medien müssten die Ängste und die starke Emotionalität, die in der Bevölkerung vorherrschen, ernst nehmen,» sagt Soziologe Schultheis. Darüber hinaus müssten die Medien der Bevölkerung aufzeigen, wie sich die echten Bedrohungen auf das Leben der Zivilgesellschaft tatsächlich auswirken.

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215 Kommentare

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  • Kommentar von Herr Selvä (Liberal)
    In einer aufgeklärten Gesellschaft sollte es eigentlich keinen Platz für Rechtsextreme wie auch für Linksextreme geben.Die man wie Terroristen oder Kriegstreiber als geistig bescheide Geschöpfe bezeichnen darf. Wie erkennt man aber zb. linksextreme?Sie nisten sich in Foren ein, verunglimpfen in ihrem Wahn jeden Andersdenkenden. Tun dann so als würdigen sie ignorieren um dann aber jeweils mit Neueintrag auf die Beiträge einzugehen. Das ist wie erwähnt nicht nur kindisch sondern auch beängstigend!
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (Brücken- statt Mauerbau!)
    Ich bin dankbar,dass dieses Forum nicht die Meinung der Mehrheit des CH-Volkes abbildet.Da wird sehr oft heuchlerisch versucht,die Weihnachtszeit zu missbrauchen, um seine Ausländerfeindlichkeit,den Hass gegen andere Religionen &die Flüchtlinge zu beschönigen.Dabei vergiften gerade diese Kreise mit ihren polemischen,krass-nationalistischen Botschaften die Stimmung in der CH &schaffen somit eine Kultur des Misstrauens,der Ablehnung & der Selbstgefälligkeit.Dieser Bann ist im 2017 zu durchbrechen!
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  • Kommentar von Herr Selvä (Liberal)
    Im Zusammenhang mit den terroristischen Attentaten welche in Frankreich und Berlin passiert sind gibt es 2 gute Zitate"Meinen/Unseren Hass kriegt ihr nicht" + "Unsere Liebe ist stärker als euer Hass" In diesem Zusammenhang wünsche ich der Redaktion SRF und allen sachlichen und respektvollen Votanten schönes Weihnachtsfest. Ich weiss Sie hatten es nicht immer einfach. Dennoch finde ich wenn u.a. ich als ideologisch verklärten Person verunglimpft werde darf man reagieren.Trotz Terror:schönes Fest
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