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Proteste gegen Trump Wie wird der Widerstand wirksamer?

Überall in den USA demonstrieren Menschen gegen Trump. Doch die Proteste drohen zu verpuffen. Deshalb versuchen progressive Organisationen nun, die Energie in wirksamen Widerstand zu verwandeln.

Legende: Audio Arbeiten am professionellen Widerstand abspielen. Laufzeit 2:41 Minuten.
2:41 min, aus SRF 4 News aktuell vom 08.02.2017.

«Steht auf und kämpft!», rufen Demonstranten in San Francisco an einem der unzähligen spontan organisierten Märsche gegen Donald Trump. Die Proteste finden seit den Präsidentschaftswahlen im November landesweit statt. Laufend entstehen neue Aktivistengruppen und debattieren über Strategien des Widerstands.

Widerstand soll nicht verpuffen

«Die Mobilisierung ist einmalig», sagt Sam Daley-Harris, Link öffnet in einem neuen Fenster, Autor und Aktivist. Er ist seit mehr als drei Jahrzehnten in Bürgerinitiativen involviert. «Das ist ein spezieller Moment», ist er überzeugt. Der Widerstand erinnere ihn an die Zeit der Bürgerrechtsbewegung oder den Kampf gegen den Vietnamkrieg. Die Frage sei: «Wie lange wird dies andauern und welche Wirkung wird es entfalten?»

Seine Sorge ist, dass die Demonstranten auf der Strasse zu wenig Unterstützung erhalten. Die Menschen müssten begleitet und geschult werden: Sie müssten lernen, wie man eine Medienmitteilung schreibe, eine Sitzung organisiere oder wirksam lobbyiere. Das könne dazu beitragen, dass der Aktivismus anhalte, und nicht – so wie bei der «Occupy Wallstreet»-Bewegung mit der Zeit einfach verpuffe.

Menschen halten Plakate hoch und rufen Parolen.
Legende: Protest gegen Trumps Regierungsnominationen gibt es auch in New York. Reuters

Es braucht jetzt einen Plan

Die «Occupy»-Bewegung habe ihre Botschaft – die Kluft zwischen dem reichsten Prozent und den anderen 99 Prozent – zwar rübergebracht. Trotzdem sei sie relativ wirkungslos geblieben. Für Daley-Harris liegt der Grund darin, dass die Bewegung keine konkreten Forderungen an die Politik formulierte. «Das brauchen wir jetzt», betont er. Es brauche einen Plan.

Gelinge dies, könnte die Ära Trump sogar eine Chance sein für die progressiven Kräfte in den USA, glaubt Daley-Harris: «Wenn sie diesen Moment ergreifen würden, könnten Demokraten und unabhängige Wählerinnen und Wähler Aufwind erhalten.»

Falls es tatsächlich dazu kommt, würde es in den USA schon bald erneut einen grossen politischen Wandel geben.

Protest organisieren

Protest organisieren

Zahlreiche Bürgerrechts-Organisationen versuchen, den Protest gegen Trump in effektive Bahnen zu lenken. So empfiehlt etwa die Organisation «Indivisible», ähnlich vorzugehen wie die konservative Tea Party Bewegung: Indem Druck auf die Kongressabgeordneten ausgeübt werde.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Was sind die Alternativen zu Trump? Wie sehen diese aus bezüglich Ideen zur Lösung der Probleme Schulden, soziale Missstände, Druck des militärindustriellen Komplexes Kriege auszulösen usw.? Wissen die Protestler, was sie wollen oder Hauptsache gegen Trump demonstrieren im Dienste von Leuten wie Soros oder Parteien wie die Demokraten, welche Sanders ausgebootet haben?
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  • Kommentar von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
    Ein Grossteil des "professionellen Widerstands" wird von den Medien "organisiert" indem sie die Wahrheit verzerren und Halbwahrheiten verbreiten entsprechend ihrer politischen Überzeugung. Ein Grossteil dieser Demonstranten sind Studenten und Bezahlte von Soros die auch Massen aufwiegeln.Das Trump entgegen all den Trump-Hass-Medien trotzdem Präsident wurde heisst für mich,dass das Volks-Mehr eigentlich auch ganz klar auf seiner Seite war.Massen wurden manipuliert!Grund des Electoral Systems.
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Trump und dessen Regierung gehört so schnell wie möglich "abgewählt", so weit dies möglich ist. Diese hat für die USA und die Welt keine guten Zukunftslösungen anzubieten. Ein professionalisierter (gewaltloser) Widerstand, der beharrlich ist, wird sich lohnen. Zu Gunsten der USA, Europa und der übrigen Welt.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Es soll also solange gewählt werden, bis das Ergebnis Ihren Wuenschen und Erwartungen entspricht. Da gibt es leider ein kleines Problem. Demokratie funktioniert eben anders. Darum nennt man es Demokratie. Ansonsten muessen es eigentlich eher und richtigerweise (Gesinnung)-Diktatur heissen. PS: Sie sind das Problem, nicht Trump !
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    2. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      Trumpophobie, so eine Art Trumpreflex, vergleichbar mit Blocherreflex ist in. Aber geschätzte 90% dieser Herolde haben vermutlich keine Ahnung, wofür genau sie überhaupt auf die Strassen gehen! Hauptsache, es darf demonstriert und randaliert werden!
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    3. Antwort von Ueli von Känel (uvk)
      Herr Haller: Nein, es geht nicht in erster Linie um meine Wünsche, sondern um die Verantwortung, die ein US-Präsident und andere Potentaten ernst nehmen sollten: Z. B.: Als soziale Brückenbauer tätig sein, für mehr soziale Gerechtigkeit einstehen helfen. Dies ist beste Prävention gegen Gewalt, Terror, Krieg = gemeinsames Interesse! Trump erfüllt m. E. diese Voraussetzungen nicht. Ist Ihnen gleichgültig, wenn Trump soziales Unrecht begeht? Geld und Macht über alles? Was vertreten Sie für Werte?
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