Wieder hunderte Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet

Im süditalienischen Hafen Reggio Calabria sind am Morgen mehr als 800 Flüchtlinge eingetroffen, die von der Marine vor der Mittelmeerinsel Malta aufgegriffen worden waren. Die Menschen befanden sich auf drei treibenden Boten.

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Drama vor Italiens Küsten

0:39 min, aus 10vor10 vom 4.7.2014

Die über 800 Flüchtlinge wurden vor der Insel Malta gefunden. Sie seien im Rahmen des Einsatzes «Mare Nostrum» gerettet worden, teilten die italienischen Behörden mit.

Dieser war gestartet worden, nachdem im Jahr 2013 bei verschiedenen Flüchtlingsdramen mehr als 400 Menschen ertrunken waren. «Mare Nostrum» soll ein rechtzeitiges Auffinden Schiffbrüchiger gewährleisten.

Seit Jahresbeginn erreichten 66'000 Flüchtlinge Italien. Dies sind bereits mehr als im Gesamtjahr 2011, das bisher die höchste Flüchtlingszahl aufwies.

Die meisten Menschen kommen aus Afrika und der Nahost-Region und fliehen vor Armut und Kriegen Richtung Europa. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex geht davon aus, dass die Flüchtlingszahlen in den kommenden Wochen weiter zunehmen werden, weil das Mittelmeer während des Sommers besonders ruhig ist.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Flüchtlinge aus Italien werden oft nicht registriert

    Aus Tagesschau vom 3.7.2014

    Seit Anfang des Jahres sind etwa 60 000 Bootsflüchtlinge an der Italienischen Küste gelandet. Laut Dublin-Abkommen müssen sie bei ihrer Ankunft mit Fingerabdruck registriert werden, damit sie nicht in verschiedenen Ländern einen Asylantrag stellen. Doch das Abkommen wird von den Italienern systematisch ausgehebelt.