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International Wieder Tote bei heftigen Kämpfen in der Ostukraine

In den letzten zwei Wochen haben sich die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ostukraine gefährlich verschärft. Schwere Waffen, die einst von der Frontlinie abgezogen worden waren, sind wieder zurück. Mindestens zehn Menschen starben.

Legende: Video Heftige Auseinandersetzungen in der Ukraine abspielen. Laufzeit 0:53 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.08.2015.

Bei heftigen Kämpfen in der Ostukraine sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Wie ukrainische Behördenvertreter mitteilten, wurden drei Zivilisten in dem von den Regierungstruppen kontrollierten Dorf Sartana nahe der Hafenstadt Mariupol und in einem weiteren Dorf nahe Rebellenhochburg Donezk getötet. Die pro-russischen Rebellen vermeldeten den Tod von fünf Zivilisten in Donezk und im Dorf Gorliwka rund 30 Kilometer weiter nordöstlich.

Kampf um Mariupol

An der Autobahn zwischen Mariupol und Donezk liefern sich Regierungstruppen und Rebellen seit einigen Tagen heftige Gefechte. Mariupol ist die letzte grössere Stadt in der Konfliktregion, die noch von der ukrainischen Armee gehalten wird. Die Separatisten haben in den vergangenen Monaten immer wieder versucht, die strategisch wichtige Hafenstadt einzunehmen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich «ernsthaft beunruhigt» über die erneute Eskalation der Gewalt. Die andauernde Verletzung der Waffenruhe und der Verlust von Menschenleben seien «nicht akzeptabel». Alle Seiten müssten sich darum bemühen, eine neue «Gewaltspirale» zu verhindern, die nur zu weiteren Toten, Leid und Zerstörungen führen werde.

Anschuldigungen auf beiden Seiten

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow warf der ukrainischen Regierung vor, eine neue Offensive in der Ostukraine vorzubereiten. Russland sei «besorgt» über die Entwicklung der vergangenen Tage, die «sehr stark» auf die Vorbereitung einer grösseren Militäraktion hindeute.

Kiew wiederum machte Moskau mitverantwortlich und sprach von «absichtlichen provokativen Aktionen» der von Russland unterstützten Rebellen.

Brüchiger Waffenstillstand

Durch die Kämpfe in der Ostukraine, die im April 2014 begannen, sind nach Angaben der Vereinten Nationen bereits mehr als 6800 Menschen getötet worden. Ein Waffenstillstand, der Mitte Februar im weissrussischen Minsk vereinbart worden war, wird regelmässig von beiden Seiten gebrochen.

28 Kommentare

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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Der "Westen" legt seine Interessen in der Ukraine nicht offen. Chevron und Schell haben viel Land gekauft, welches sie für Fracking Projekte nutzen wollen, Monsanto will die Ukraine als "Genfood-Laboratorium" missbrauchen. Um diese Interessen durchzusetzen bedarf es militärischer Mittel, wenn das Volk der Ostukraine nicht "spurt". Der starke Widerstand war nicht "eingeplant" - und an die Vereinbarung von "Minsk2", worin eine Teilautonomie des Donbass enthalten ist - denkt heute keiner mehr.
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  • Kommentar von M.Krebser, BE
    Wenn UNO-Generalsekretär und US-Marionette Ban Ki Moon über die erneute Eskalation der Gewalt «ernsthaft beunruhigt» ist, dann weiss er haargenau dass Poroshenko-Waffenproduzent sehr bald den Donbass angreifen wird. Bis jetzt hat Moon nichts zum Frieden beigetragen und sagt nur heuchlerich dass der Verlust von Menschenleben «nicht akzeptabel» seien.
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  • Kommentar von Stanic Drago, Delemont
    Es gibt 3 Mögliche Stossziele von Ukrainer. Erste Ziel ist Gorlowka. Da haben sie fast 230 Panzer und 20000 Soldaten gesammelt. Zweite Ziel könnte Donezk sein aber unwahrscheinlich. Einheiten in Pesky und Avdeevka trotz Verstärkungen reichen nicht aus. Und dritte Ziel könnte einkesselung von Nowoasovsk sein. Truppe bei Wolnowacha und Mariupol fühlen sich genug stark. Fast 80 Batalionen warten auf Befehl aus Kiew. Für viele wird das nicht gut enden. Urlauber aus Russland sind alle in Donbass.
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