Wiedereröffnung: Pakistanische Schüler trotzen dem Terror

Fast 150 Menschen haben Taliban-Kämpfer vor knapp einem Monat an einer Schule in Peschawar ermordet. Die meisten Opfer waren Kinder und Jugendliche. Nun öffnet die seither geschlossene Schule ihre Pforten wieder. Und die Schüler kommen. Mut, der seinesgleichen sucht.

Ein Vater in Uniform bringt seine drei Töchter mit dem Motorrad zur Schule.

Bildlegende: Keine Schwäche zeigen. Die Schüler der angegriffenen Schule kehren zurück. Reuters

Im pakistanischen Peschawar haben am Montagmorgen erstmals seit dem schweren Attentat Mitte Dezember die Schulen wieder geöffnet. Am Eingang der vom Militär betriebenen Schule, auf die der Anschlag verübt worden war, patrouillierten mindestens 20 Soldaten.

Dort wurde ausserdem eine Sicherheitsschleuse angebracht, wie sie an Flughäfen üblich ist. Auch andere Schulen des Landes waren nach dem Anschlag mit höheren Mauern und Zäunen ausgestattet worden.

Viele Kinder gingen mit einer Mischung aus Angst und Entschlossenheit wieder in die Schule. «Ich habe 30 Freunde verloren», sagte der 16-jährige Shahrukh Khan vor der Schulöffnung der Nachrichtenagentur AFP. «Wie soll ich mich in diese leere Klasse setzen und auf die leeren Bänke starren?»

Khan hatte bei dem Attentat Schusswunden in beiden Beinen erlitten und überlebt, weil er sich tot stellte.

«  Wir haben keine Angst vor euch. »

Zahid Ayub
Schüler

Der 16-jährige Zahid Ayub, der leicht verletzt worden war, zeigte sich hingegen kämpferisch. «Nichts kann mich stoppen, in meine Schule zu gehen», sagte er. Er werde zum Unterricht gehen und den Angreifern auf diese Weise sagen: «Wir haben keine Angst vor euch.»

Kinder als Objekte der Vergeltung

Bei dem schwersten Attentat in der Geschichte des Landes waren am 16. Dezember 148 Menschen getötet worden, die allermeisten von ihnen Kinder und Jugendliche. Verantwortlich für den Angriff waren die radikalislamischen Taliban.

Das Massaker löste im Land Empörung und Abscheu aus und wurde international scharf verurteilt. Die Taliban präsentierten es als Vergeltungsakt für eine Armeeoffensive in den Stammesgebieten.