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International WikiLeaks-Informant Manning bekennt sich teilweise schuldig

Bradley Manning geht im Kampf gegen eine lebenslange Haftstrafe in die Offensive. Vor Gericht bekennt er sich in Teilen der Anklage schuldig und erläutert das Ziel seines Handelns: Eine Debatte über die Aussenpolitik der USA.

Manning wird aus dem Gericht geführt
Legende: Ein Geständnis mit Hintergedanken? Offenbar will Manning einen Vergleich mit einer geringeren Haftstrafe erzielen. Keystone

Der wegen Geheimnisverrats angeklagte US-Soldat Bradley Manning hat zugegeben, Hunderttausende Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks übergeben zu haben.

Er habe damit eine «öffentliche Debatte» über die amerikanische Diplomatie und Verteidigungspolitik lostreten wollen, sagte der 25jährige Obergefreite bei einer Anhörung vor dem Militärgericht in Fort Meade (Maryland). «Ich glaubte, die Depeschen würden uns nicht schaden, aber sie würden peinlich sein», sagte Manning in einer Erklärung, in der er seine Beweggründe verdeutlichte.

Lebenslange Haft

Zuvor hatte er sich in zehn weniger schweren von 22 Anklagepunkten schuldig bekannt. Auf die schwerwiegendste Anschuldigung, «den Feind unterstützt» zu haben, ging er nicht ein. Manning sagte auch, dass er seine Informationen der «New York Times» und der «Washington Post» angeboten hatte, bevor er sie an Wikileaks gab.

Mit dem Teilgeständnis erhoffe er, einen Vergleich mit einer geringeren Haftstrafe erzielen zu können, meinten Beobachter im Gericht. Für jeden gestandenen Anklagepunkt drohen ihm etwa zwei Jahre Haft. Wegen der anderen, schwereren Vergehen könnte er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden.

Legende: Video Wikileaks schockt Amerikas Diplomatie abspielen. Laufzeit 3:08 Minuten.
Aus 10vor10 vom 29.11.2010.

 

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5 Kommentare

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  • Kommentar von B.Nünlist, Riehen
    Die Inquisition ist noch nicht vorbei.Alles was Rang und Namen hat, bekennt sich vordergründig zu Freiheit und Demokratie.Janusköpfig wird versucht, diese Werte allen und jedem aufzwingen.(Was in sich selbst ein Widerspruch ist).Und gerade diese scheinheiligen Doppelmoralisten reagieren sehr empfindlich wenn sie gezwungen werden, sich selbst im Spiegel zu betrachten.Freiheit für andere besteht vor allem darin,sie der eigenen Meinung zu unterwerfen. Achtung und Respekt werden dadurch zum Hohn.
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  • Kommentar von Michel Koller, Emmenbrücke
    Die Veröffentlichung der diplomatischen Depeschen zeigt doch, dass es eben nicht nur um das Auslösen von wichtigen Debatten geht. Erinnert stark an Boulevardjournalismus. Um eine vernünftige Diskussion führen zu können müsste man auch den gesamten Kontext kennen und hier ist das eigentliche Problem. Die meisten Leute wollen doch gar nicht genauer wissen wie was und wo war. Die Militärjustiz ist da noch ziemlich zurückhaltend. Von wegen Hexenjagd. Die hat man damals einfach getötet.
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  • Kommentar von David Rothen, Bern
    Einem Mann der die Wahrheit sagte, droht lebenslange Haft. Nun, vielleicht ist es so, dass ein Soldat nicht alle Dinge ausplaudern darf, aber was hier geschieht, auch bezüglich Wikileaks erinnert an eine Hexenjagt.
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    1. Antwort von Marco Lüscher, Kreuzlingen
      Danke für Ihren Kommentar. Stimme Ihnen vollumfänglich zu!
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    2. Antwort von C.E.C.Yeager, Schweiz
      Zustimmung! Dass durch die WikiLeaks aktivitäten diverse Oberhäupter brüskiert sind, und sich persöhnlich angegriffen fühlen versteht sich. Doch das darauf wie kleine Kinder reagieren, das hätte ich nicht gedacht. Interesannt iswt das sie daies noch immer tun. Dabei wäre es so einfach. Wollten sie das Feuer von Wikileaks löschen, bräuchten sie blos denegenen Hof vom dreck zu befreien.
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