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International Wilders spricht an Pegida-Demo – und wenige hören zu

In Dresden ist bei einer Kundgebung der islam-kritischen Pegida-Bewegung der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders aufgetreten. Nach Angaben der Polizei nahmen mehrere tausend Menschen an der Kundgebung teil. Pegida hatte allerdings weit mehr Teilnehmer erwartet, nämlich rund 30'000.

Legende: Video Trotz Wilders - Die Pegida verliert Demonstranten abspielen. Laufzeit 1:10 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 13.04.2015.

Ein Auftritt des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders hat der islamkritischen Pegida-Bewegung in Dresden nicht den erhofften Zulauf beschert. Mit etwa 10'000 Teilnehmern blieb die Kundgebung weit hinter den Erwartungen der Veranstalter.

Pegida hatte bis zu 30'000 Demonstranten angemeldet. Es war die insgesamt 23. Kundgebung der zu Jahresbeginn noch viel beachteten anti-islamischen Pegida-Organisation.

Wilders sagte unter anderem mit Bezug auf die entgegengesetzte Position der Bundeskanzlerin: «Frau Merkel, die Mehrheit ihres Volkes ist der Meinung, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört.» Gleich nach seiner wenig mitreissenden 25-Minuten-Rede wurde er zurück zum Flughafen gebracht.

Der 51-Jährige hatte mit seiner Partei für die Freiheit bei den letzten Wahlen in den Niederlanden neben seinem Anti-Islam- auch auf einen Anti-EU-Kurs gesetzt, damit aber Schlappen erlitten. Nach islamfeindlichen Äusserungen steht er seit Jahren unter Polizeischutz.

Weniger Pegida-Demonstranten

Anders als bei früheren Pegida-Veranstaltungen gab die Polizei diesmal keine offizielle Schätzung der Teilnehmerzahl ab. Ein Polizeisprecher begründete dies damit, dass der neue Veranstaltungsort – die Dresdner Flutrinne – rechtlich als geschlossener Ort gelte und die Polizei anders als in der Innenstadt für geschlossene Orte keine Schätzungen mache.

Die Zahl der Pegida-Demonstranten war in den vergangenen Monaten rückläufig. Am Montag vergangener Woche waren gut 7000 Menschen gekommen nach nicht einmal 3000 in der Woche zuvor; zu Hoch-Zeiten im Januar waren es 25'000. Am kommenden Montag wollen die Islamkritiker ihren sogenannten «Abendspaziergang» aussetzen – aus organisatorischen Gründen, wie es hiess.

Wilders' Auftritt stiess auf breiten Protest. Am Nachmittag demonstrierten etwa 2500 Menschen mit einem Sternlauf gegen Fremdenfeindlichkeit und für eine weltoffene Stadt. Laut Polizei beteiligten sich weitere insgesamt 500 Pegida-Gegner an zwei spontanen Kundgebungen.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Kein Wunder gehen weniger Leute hin. Nach all den Anschlag-Drohungen. Ich bin aber überzeugt, dass das was Pegida bedeutet, sehr stark im Hintergrund wächst. Auch die Pegida-Gegner werden schon bald darum bitten, dass etwas gegen die "Islamisierung" getan werden muss. Wer schürt denn immer mehr den Judenhass?
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    "Pegida" wird einerseits verteufelt und geächtet, denn niemand will sich mit dem "braunen Abschaum" befassen oder auseinandersetzen - andererseits beklagt selbst der Deutsche Innenminister die hohe Zahl von Flüchtlingen und gesteht seine Überforderung ein. Länder wie beispielsweise Polen foutieren sich um irgendwelche Solidarität mit Deutschland. Da ist einiges faul im System - und es genügt nicht, Pegida als Sündenbock abzustellen.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Auch wenn Pegida an Anziehungskraft verliert - das Thema Islamkritik wird immer lauter, weil sich durch die muslimische Masseneinwanderung und Kolonialisierung Europas die Konflikte mit dem Islam immer weiter zuspitzen. Geert Wilders ist zweifellos einer der wenigen wahren politischen Helden unserer Zeit - jemand der die ungeschminkte Wahrheit verkündet. Dass er und seine jüdische Frau seit 10 Jahren 24/7 unter Polizeischutz leben müssen, bestätigen seine Aussagen zum Islam hundertprozentig!
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    1. Antwort von G.Beretta, Bern
      Wilders Zweifellos einer der wenigen wahren politischen Helden? Das konnten nur Sie schreiben Herr Christen? Wilders ist ein Witzfigur mit gelben Haaren und ist politisch irrelevant.
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    2. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Beretta - Nur weil die Mainstream-Presse versucht, Wilders permanent zu diffamieren, ist er noch lange keine Witzfigur. In Holland ist seine Partei der Freiheit (PVV) die drittstärkste Kraft im Land - 'politisch irrelevant' geht anders. Die Zeit spielt für Wilders, weil die Themen, die er schon seit Jahren anspricht (Islamisierung, Überfremdung, EU-Herrschaft/Zersetzung der Nationalstaaten, Euro-Prolematik), immer mehr in den Fokus rücken werden und man sie nicht unter den Teppich kehren kann.
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