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International «Wir brauchen nicht einzelne Fähren, sondern eine ganze Flotte»

Von der Türkei über Griechenland nach Nordeuropa – diese Route wählen derzeit die meisten Flüchtlinge. Der Strom ist ungebrochen, doch immer wieder sitzen die Migranten fest. Auf der griechischen Insel Lesbos ist die Lage deshalb äusserst angespannt.

Legende: Video Flüchtlingsstrom reisst nicht ab abspielen. Laufzeit 0:56 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 06.09.2015.

Auf der griechischen Insel Lesbos warten derzeit mehrere Tausend Migranten auf die Weiterreise. Und täglich werden es mehr, denn laufend erreichen kleine Flüchtlingsboote die Insel von der Türkei her kommend.

Dutzende Migranten stehen dicht gedrängt in der Hitze
Legende: Dutzende Migranten stehen dicht gedrängt in der Hitze und warten auf Reisedokumente in Mytilini. Keystone

Bürgermeister will Notstand ausrufen

Alle hoffen sie, auf eine der Fähren nach Piräus zu gelangen, die extra für den Transport eingesetzt werden. Doch diese reichen bei weitem nicht, wie der Bürgermeister der Hafenstadt Mytilini sagte: «Wir brauchen nicht einzelne Fähren, sondern eine ganze Flotte». Zudem wolle er den Notstand ausrufen dürfen.

Seit Wochen ist die Lage auf der Insel höchst angespannt. Immer wieder kommt es zu Zusammenstössen. Die Flüchtlinge sind erbost darüber, dass ihre Papiere für die Weiterreise nicht ausreichend schnell bearbeitet werden. Doch die Behörden sind überfordert.

Nach Polizeiangaben schleuderten in der Nacht auf Sonntag zwei Angreifer von einem Motorrad aus zwei Brandsätze auf Flüchtlinge, die in einem Park der Inselhauptstadt Mytilini übernachteten. Dabei wurde ein Syrer verletzt. Ein Verdächtiger konnte festgenommen werden.

Karte der Reiseroute über Lesbos und Piräus
Legende: Eine der beliebtesten Reiserouten führt über die griechischen Inseln nach Europa, beispielsweise über Lesbos. SRF

Schlagstöcke und Pfefferspray

Am Wochenende versuchten Flüchtlinge, auf eine bereits überfüllte Fähre zu gelangen. Die Polizei hielt sie mit Schlagstöcken und Pfefferspray davon ab. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Am Sonntag wurde die Zahl der Bereitschaftspolizisten und der Soldaten deutlich erhöht. Laut Medienberichten sollen die Sicherheitskräfte bei der Einrichtung von Aufnahmelagern und der Verteilung von Essen helfen. Insgesamt sollen sie die Situation für die Flüchtlinge, aber auch für die Bewohner erträglicher machen.

Eine Fähre brachte am Sonntagmorgen 1800 Flüchtlinge von der Insel nach Piräus. Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien und Afghanistan und wollen nach Nordeuropa. Eine zweite Fähre soll am Sonntagabend von Lesbos Richtung Piräus ablegen.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Meier (M.Meier)
    Wo bleibt das Griechenland-bashing? Es scheint als sei die Situation in GR noch viel dramatischer als sie in Ungarn jemals war.... Frau Schüpbach? Herr Odenhal? Hat diese um einiges positivere Berichterstattung evtl. mit der politischen Gesinnung der Regierung zu tun? Wenn in GR soviele pro Tag ankommen, werden diese auch direkt nach DE durchgewunken?
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Ich würde gerne über Lösungen sprechen, mir scheint aber, das lassen die Menschen gar nicht zu. Könnte mir vorstellen, dass es noch einigen so geht. Vielleicht den konstruktivsten und so versuchen sie es gar nicht. Kommt mir so wie bei Krebs, am Schluss kann selbst der Wissende nicht mehr heilen.
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    1. Antwort von Christa lohmann (Saleve2)
      Lösungen gibt es nicht Herr Künzi. Und schlagen Sie Lösungen vor dann ist man sehr schnell ein Menschenfeind. Denn ergibt ja immer wieder Lösungen, z.bsp. die Schweiz hat genug reiche Leute, die helfen können. Ich glaube, in wenigen Wochen wachen viele aus ihren Träumen auf, wenn Nichts mehr geht. Das ist keine Schwarzmalerei sonder realistische Tatsache. Da nützen dann die psychologischen Beruhigungspillen, wie gut esdoch in manchen Städten geht, nichts mehr.
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    2. Antwort von Christa lohmann (Saleve2)
      Zu meinem Kommentar: die Schweiz hat genug reiche Leute die helfen können, war eine Antwort in einem anderen Kommentar. Als Lösung des Problems!.? gedacht. Also nicht von mir.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Nun machen sich auch die Flüchtlinge auf den Weg, die bis anhin in der Türkei Schutz bekommen hatten. Nach eigenen Aussagen beherbergt die Türkei 1 Million Flüchtlinge...
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