Auftakt zum EU-Austritt «Wir vermissen euch jetzt schon. Danke und Goodbye!»

Grossbritannien hat den Scheidungsbrief in Brüssel eingereicht. Viele Politiker zeigen sich wehmütig.

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2:05 min, aus Tagesschau vom 29.3.2017

EU-Ratspräsident Donald Tusk schreibt bei Twitter nach der Übergabe des offiziellen Brexit-Antrags aus Grossbritannien: «Nach neun Monaten hat Grossbritannien geliefert.»

«  Was kann ich noch sagen? Wir vermissen euch jetzt schon. Danke und Goodbye! »

Donald Tusk
Ratspräsident EU

Trotz der Brexit-Verhandlungen sollten Grossbritannien und die EU nach Worten von Bundeskanzlerin Angela
Merkel enge Partner bleiben. So werde man gemeinsame Fragen wie den Klimawandel und die Folgen der Digitalisierung angehen, sagt Merkel: «Man hat sich den Tag des Brexit-Antrags in der EU nicht gewünscht, die EU verliere einen starken Mitgliedsstaat.»

Für den Schweizer Bundesrat ist im Verhältnis zu Grossbritannien wichtig, dass die Schweizer Interessen verteidigt werden. Bundesrätin Doris Leuthard will Rechtslücken mit dem ausgetretenen EU-Mitglied Grossbritannien vermeiden.

«  Wir möchten mit Grossbritannien nahtlos geregelte Verhältnisse haben, wenn sie in zwei Jahren nicht mehr in der EU sind. »

Doris Leuthard
Bundesrätin

Der ehemalige Chef der EU-feindlichen Ukip-Partei, Nigel Farage, sagt zum offiziellen Austritt Grossbritanniens aus der EU: «Der unmögliche Traum wird wahr. Heute überschreiten wir den Punkt, von dem es kein Zurück mehr gibt.»

Deutschlands Aussenminister Sigmar Gabriel ruft dazu auf, alles tun, um auch in Zukunft gute und freundschaftliche Beziehungen mit Grossbritannien zu pflegen:

«  Wir brauchen einander. Lasst uns Freunde bleiben! »

Sigmar Gabriel
Aussenminister Deutschland

Der europäische Grünen-Chef Reinhard Bütikofer hat geringe Erwartungen an die beginnenden Verhandlungen: «Die britische Premierministerin Theresa May wird beim Brexit das gleiche Schicksal erleiden wie Goethes Zauberlehrling. Der Kräfte, die sie mit der Verfolgung des harten Kurses freisetzt, wird sie nicht Herrin werden.»

Sebastian Kurz, Österreichs Aussenminister