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Ueli Maurer beim G20-Gipfel «Wir zählen uns als Schwesterrepublik der USA»

Legende: Audio Die Schweiz am Tisch der Grossen abspielen. Laufzeit 01:34 Minuten.
01:34 min, aus HeuteMorgen vom 08.07.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Bundesrat Maurer nahm auf Einladung des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble zum ersten Mal ein Bundesrat an einem Finanzministertreffen am Rande des G20-Gipfels teil.
  • Angst vor einem Handelskrieg? Maurer sieht keinen Grund, sich vor den Amerikanern zu fürchten.
  • Ein Risiko eines Handelskrieges schliesst er aber nicht generell aus.

Auch wenn die Welt Angst vor einem Handelskrieg mit den USA hat, Bundesrat Ueli Maurer sieht aus Schweizer Sicht keinen Grund, sich vor den Amerikanern zu fürchten. «Ich bin überzeugt, dass wir mit den USA Lösungen finden, weil: Wir kaufen, sie kaufen – es ist eine Win-win-Situation für beide. Und niemand schüttet ja das Kind mit dem Bade aus, der vernünftig ist», sagt er gegenüber SRF.

Der überwiegende Teil der in Hamburg versammelten Staats- und Regierungschefs dürfte derzeit noch Zweifel an der Vernunft des US-Präsidenten Donald Trump haben, der sich bei den wichtigen Themen Handel und Klima quer stellt. Ueli Maurer dagegen zählt auf Trumps Pragmatismus, schliesslich seien die USA – wie die Schweiz auch – eine offene Volkswirtschaft.

Ich bin überzeugt, dass wir mit den USA Lösungen finden.
Autor: Ueli MaurerFinanzminister

Dennoch schliesst auch der Bundesrat das Risiko eines Handelskrieges nicht generell aus. «Das beunruhigt schon. Es hat sich allerdings noch nicht konkretisiert. Hier sind wir ja im Gespräch. Es laufen Gespräche auf der Stufe der Verwaltung/Administration. Und hier gilt es sicher, Schaden zu vermeiden», sagt Maurer. Man müsse nicht den Teufel an die Wand malen, findet er.

Dass die Europäer angesichts der Abwehrhaltung von Trump gerade ein Handelsabkommen mit Japan abschliessen, ist für den Bundesrat kein Grund, sich künftig ebenfalls stärker Richtung Asien zu orientieren. «Die USA sind für die Schweiz auch in Zukunft einer der ganz wichtigen Partner – auch mental mit unserer Kultur – da wollen wir dabei sein. Wir zählen uns ja als Schwesterrepublik der USA auch in Zukunft.» Der Bankenstreit mit dem mächtigen Partner ist offenbar verschmerzt.

Beim G20-Gipfel in Hamburg, der heute zu Ende geht, gilt das Thema Handel – neben dem Klima – als besonders schwierig. Noch ist offen, ob ein Minimalkonsens zustande kommt.

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73 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Ich hab Ihren SVP-Mann Maurer schon ein paar Mal zu später Stunde in 3sat gesehen, unten mit eingeblendeten deutschem Text und muss sagen, dass es nicht viele Politiker mit solchen antiquierten Ansichten, die wohl in einem abgeschiedenen Gebirgstal oder einer einsamen hochgelegenen Sennerei-Hütte ein paar Jahrhunderte unbeschadet fortgepflanzt haben, gibt.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Ja wissen Sie, werter Herr Chauvet, Bodenständigkeit wird auch in ein paar Jahrhunderten noch Bestand haben. Weil alles was wächst & wachsen will Wurzlen im Boden hat & aus einem Boden heraus wächst. Oder haben Sie schon einen wachsenden, freischwebenden Baum ohne Wurzeln gesehen. Viele heutige Politiker völlig abgehoben, jede Bodenhaftung verloren haben, politisieren sie dann eben meistens am Volk vorbei.
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
      Und ja, der Maurer Ueli ist unser bester Mann, etwa so wie wir die beste Armee der Welt haben. Gut war er in Hamburg und hat da für die CH alles gegen.
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    3. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @Waeden: "Bodenständigkeit" mit Fahnenschwingen und Jodeln, das ist was fürs Heimatmuseum, Nationalismus hat sich in einer globalisierten Welt überlebt, deshalb kann man aber trotzdem ein Patriot sein. Es bleibt der Schweiz nichts anderes übrig, als sich mit der EU zu arrangieren, jedenfalls kann ich nicht feststellen, dass die Schweiz, obwohl die EU sie restlos umgibt, sozusagen am Hungertuch nagt. Anders ausgedrückt, die CH profitiert von der EU. Weshalb dann diese Hasstiraden auf die EU?
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  • Kommentar von heinz stalder (Paschu)
    Amerika ist keine Demokratie mehr, sondern eine Oligarchie. Es zählt nicht mehr der Bürger sondern die neoliberale Gewinnmaximierung. Als Bundesrat müssten Sie diese Fakten kennen. In Deutschland läuft es auch schon aus dem Ruder.6 mio. Arbeiter die von Ihrem Lohn nicht gut Leben können. Brüssel will unsere Direkte Demokratie aus höhlen. Die FDP will den Auslands Pensionären ans Geld. Die SVP pfeifft auf das Völkerrecht.Die SP glaubt an die Co2 lüge. Die UNO gehört gestärkt! Die G20 abgeschafft.
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    na gut, Maurer ist, wohl mittlerweile auch gehirngewaschen im Bundesratszimmer, mit der typischen Schweizer Verhandlungs- und Diplomatenmentalität in Hamburg eingetroffen. Artig schob er seinen Koffer selbständig im ihm zugewiesenen 3-Stern Hotel durch den Personaleingang. Schlimmer als der "Schwesterrepublik"-Spruch wäre nur noch der gewesen wenn er verkündet hätte, dass Brüssel unsere Eltern wären.
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