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Chefstratege verlässt Trump Wird Bannon jetzt zum Königsmörder?

Legende: Audio Bannons Pläne für die Zukunft abspielen. Laufzeit 1:47 Minuten.
1:47 min, aus HeuteMorgen vom 19.08.2017.
  • Trumps Chefstratege und Sprachrohr der Rechtspopulisten, Steve Bannon, hat seinen Platz im Weissen Haus geräumt – gemäss Bannon im «gegenseitigen Einvernehmen».
  • Allgemein wird jedoch angenommen, dass Bannon aus dem Amt gedrängt wurde wegen seiner Äusserungen zur Nordkorea-Politik der USA am vergangenen Mittwoch, die in Teilen Trumps Politik konterkarierten.
  • Klar ist: Bannon will künftig seine nationalistische Bewegung weiter voranbringen – und dies möglicherweise nicht nur zu Trumps Vorteil.

Sieben Monate ist Donald Trump erst Präsident der USA. Und gestern wurde bereits der siebte enge Mitarbeiter des Weissen Hauses gefeuert. Nicht einfach irgendjemand, sondern der sogenannte Architekt des Trumpschen Erfolgs: Steve Bannon.

Trump änderte Meinung in wenigen Tagen

Noch am Dienstag meinte Trump, sein Chefstratege sei ein «feiner Kerl», der von den Medien ganz falsch gesehen werde. Er sei kein Rassist, wie es oft hiesse.

Bannon selbst beschrieb sich noch im November als «Wirtschaftsnationalist», was gut zum Trumpschen Motto passte: America first. Dennoch musste Bannon gestern seinen Schreibtisch räumen.

Druck im Weissen Haus wurde zu gross

Der Druck innerhalb des Weissen Hauses wurde zu gross. Der neue Stabschef, John Kelly, so heisst es, kam mit Bannons Alleingängen und dessen kompromissloser Politik nicht klar.

Auch bei anderen engen Mitarbeitern des Präsidenten war der ehemalige Chef von Breitbart, einer erzkonservativen Webseite mit Hang zu Verschwörungstheorien, mehr als umstritten.

Steve Bannon war von Donald Trump genau vor einem Jahr ins Wahlkampfteam geholt worden. Er sollte die schlingernde Kampagne wieder auf Kurs bringen. Das schaffte der Stratege, indem er Trumps Wahlkampf noch weiter für nationalistische Töne öffnete.

Trumps Neid auf seinen Chefstrategen

Mit dem Wahlsieg Trumps war klar, dass Steve Bannon auch eine Position im Weissen Haus bekommen sollte. Nach fast sieben Monaten ist damit jedoch Schluss.

Donald Trump missfiel, dass Bannon immer wieder als Architekt seines politischen Erfolges gesehen wurde. Damit war Bannons Verbleiben im Weissen Haus angezählt.

Auch Trumps Schwiegersohn und wohl engster Berater im Weissen Haus, Jared Kushner, konnte so gar nicht mit Bannon zusammenarbeiten.

Bannon treibt nationalistische Bewegung voran

Bannon selber hatte schon vor ein paar Monaten erklärt, er sehe seinen Job im Weissen Haus vielleicht für ein halbes Jahr, vielleicht ein Jahr. Mehr nicht.

Wie es aussieht, hat Steve Bannon bereits Pläne für die Zukunft geschmiedet: Anfang der Woche traf er sich mit dem konservativen Milliardär Robert Mercer. Mit ihm soll seine nationalistische Bewegung weiter vorangetrieben werden – vielleicht dann sogar gegen das Weisse Haus gerichtet.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Wolfgang Bortsch (a2b3c4d5)
    Warum holt sich DONALD TRUMP nicht einfach seinen bestimmt nicht kleinen GESCHÄFTSMANAGERSTAB als REGIERUNGSMITARBEITER ? Er würde sich sämtliche Mühen des "Feuerns" ersparen !
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    1. Antwort von James Klausner (Harder11)
      Formulieren Sie es doch gleich anders herum und es wird noch absurder: Warum integriert man die USA nicht gleich in "The Trump Organisation LLC"? Klemmt bei Ihnen zuweilen die Umschalt/Shift-Taste?
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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Es bereitet mir einiges Unbehagen, wenn Herr Bannon nach sieben Monaten Einsicht in Staats- und Regierungsinterna nahtlos wieder zum Breitbart Chefredakteur wird. Gibt es keine Sperrklausel für Geheimnisträger? Kann einer, nachdem er nachweislich vertrauliche Informationen weitergab, einfach mit einer Drohung auf den Lippen das Amt verlassen und die gewonnenen Ansichten zum Schaden des Staates verwenden? Ich denke, dass da früher oder später die Handschellen klicken werden.
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  • Kommentar von Klaus Kreuter (Klaus Kreuter)
    Nur um es nochmals klar zu machen: TRUMP/BANNON sind angetreten um den Sumpf in DC trocken zu legen. Man kann interpretieren was damit gemeint ist. Um es auch einmal klar zu sagen: der durchschnittliche ABGEORDNETE in DC verbringt lediglich 2 Stunden pro Tag damit wirklich Politik zu machen, der Rest ist Lbbyarbeit und Fund raising = Geld beschaffen für den nächsten Wahlkampf. Ist das kein Sumpf?
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    1. Antwort von James Klausner (Harder11)
      Was erhoffen Sie sich, wenn Sie solche Behauptungen in die Welt setzen und nach Bestätigung fischen? Dass sie wahr werden? Wieviele der "durchschnittlichen Abgeordneten" kennen Sie denn? Was verstehen sie unter Lobbyarbeit durch "Abgeordnete"? Wie geht das Geld-Beschaffen vor sich? Wenn Sie etwas klar machen wollen, dann sollte auch etwas Fleisch am Knochen sein.
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