WM-Affäre: Streit beim Deutschen Fussball-Bund

Um Fussball geht es beim Deutschen Fussball-Bund (DFB) aktuell nur noch am Rande. Ein heftiger Streit ist entbrannt: Besass der DFB ein Schwarzgeldkonto? Der jetzige DFB-Präsident mimt den Ahnungslosen. Der frühere Präsident aber sagt: «Er lügt!».

Zwanziger an einer Fifa-Medienkonferenz.

Bildlegende: Theo Zwanziger: der frühere Präsident des Deutschen Fussball-Bundes (DFB). Keystone

Theo Zwanziger ist nicht irgendwer. Der 70-Jährige war früher Chef des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) und ab 2003 im Organisationskomitee für die WM 2006 in Deutschland als Vizepräsident für Finanzen.

Gespannt hat man deshalb auf seine Meinung über die Herkunft der 6,7 Millionen Euro gewartet, die zurzeit viel zu Reden geben. Der aktuelle DFB-Präsident, Wolfgang Niersbach, gab sich gestern ahnungslos über diese transaktorischen Verschiebungen.

«  Niersbach lügt. »

Theo Zwanziger
ehemaliger DFB-Präsident

Nun sagt Theo Zwanziger dem Nachrichtenmagazin «Spiegel»: «Es ist eindeutig, dass es eine schwarze Kasse in der deutschen WM-Bewerbung gab.» Laut Zwanziger ist zudem «ebenso klar, dass der heutige DFB-Präsident davon nicht erst seit ein paar Wochen weiss, wie er behauptet, sondern schon seit mindestens 2005. So wie ich das sehe, lügt Niersbach.»

Doch Niersbach hatte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz erneut beteuert, es habe im Zuge der WM-Vergabe weder Stimmenkauf noch eine schwarze Kasse gegeben. Am gleichen Tag hatte der frühere DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt mitgeteilt, das gesamte Organisations-Kommitee habe im Jahr 2004 Kenntnis von einer Millionen-Zahlung in Namen des Gremiums an den Weltfussballverband Fifa gehabt.

Die drei Hauptakteure

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