Zum Inhalt springen

International Woher kommen die afrikanischen Flüchtlinge?

Jedes Jahr verlassen hunderttausende Flüchtlinge ihr eigenes Land. Für den Traum eines besseren Lebens geben sie alles auf und begeben sich auf eine lebensgefährliche Reise. Das Ziel ist für viele das gleiche: Europa. Doch wo starten sie ihre Reise?

Vier Flüchtlinge aus Afrika
Legende: Aus welchem Land stammen all die Flüchtlinge aus Afrika? Keystone

Für Europäer sind Flüchtlinge aus Afrika alles Afrikaner. Selten weiss man, aus welchem Land und aus welchem Grund die Menschen ihr Hab und Gut verlassen haben und ein neues Leben anfangen möchten. Doch woher stammen all die vielen Flüchtlinge, die es nach Europa geschafft haben? Wie viele haben ihr Zuhause verlassen? Ein Überblick verschafft Klarheit.

Eritrea

  • Mehr als 100'000 Eritreer sind seit 2012 in die EU geflohen
  • Über 220'000 Menschen sind in Nachbarländer wie Sudan oder Äthiopien geflüchtet
  • Regime unterdrückt systematisch Freiheitsrechte seiner Bürger
  • Zeitlich unbegrenzter Militärdienst, in dem die Menschenrechtsgruppen eine Art von Sklaverei sehen

Nigeria

  • 20'000 Nigerianer kamen laut EU im letzten Jahr nach Europa
  • Mehr als 2 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht
  • 170'000 sind in Nachbarländer geflüchtet
  • Nordosten Nigerias ist grösste Volkswirtschaft Afrikas, wird von islamischer Terrormiliz Boko Haram kontrolliert
  • Diese haben Terrorallianz mit dem IS geschlossen

Somalia

  • 2014 sind etwa 16'500 Somalier nach Europa geflohen
  • Knapp 1 Million Menschen sind in Kenia, Äthiopien oder Jemen untergetaucht
  • Hat seit 1991 keine richtig funktionierende Zentralregierung
  • Teile des Landes wird von der Al-Shabaab-Miliz beherrscht
  • Wegen anhaltender Gewalt und grosser Hungersnot fliehen die Menschen

Mali

  • Knapp 13'000 Menschen flohen laut EU 2014 aus Mali nach Europa
  • Gehört laut UNO-Index zu den ärmsten Ländern der Welt
  • Seit 2013 sorgen die Vereinten Nationen mit 11‘000 Blauhelmen für Ordnung in Mali
  • Im Norden kämpfen islamistische Gruppen gegen kriminelle Banden und Regierungstruppen. Sie haben Verbindungen zur Terrorgruppe Boko Haram

Gambia

  • 2014 flohen über 11'500 Menschen aus Gambia
  • Wird seit 1994 von Präsident Yahya Jammeh auf diktatorische Weise regiert
  • Dieser lehnt freie Medien ab, lässt Kritiker foltern und 2012 neun Straftäter hinrichten

Demokratische Republik Kongo

  • Rund 500'000 Kongolesen sind in Nachbarländer geflohen
  • Mehr als 2,75 Millionen sind im Kongo auf der Flucht
  • Krieg seit Jahrzenten zwischen Rebellengruppen und Armee

Südsudan

  • Etwa 775'000 Menschen sind in Nachbarländer geflohen
  • Weitere 1,65 Millionen suchen innerhalb der Landesgrenze Schutz
  • Bürgerkrieg mit anhaltenden Kämpfen und Nahrungsmittelknappheit
  • Etwa 3,8 Millionen Menschen haben nicht genügend Essen

Zentralafrikanische Republik

  • Rund 460'000 sind nach Kamerun, Tschad und Kongo geflohen
  • Etwa gleich viele gelten als Binnenflüchtlinge im Landesinneren
  • Muslimische Anti-Balaka-Miliz und Seleka-Rebellen liefern sich seit 2013 tödliche Auseinandersetzungen

Burundi

  • Seit März 2015 sind rund 210'000 Menschen in die Nachbarländer geflohen
  • Präsident Pierre Nkurunziza will nach seiner dritten Amtszeit greifen und löst so Ängste aus Die Fliehenden fürchten ähnlichen Bürgerkrieg wie in den 1990er Jahren, der über 300‘000 Opfer forderte

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

43 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    DAS ist letztendlich egal.. Afrika ist Afrika, was aber nicht egal ist, es kommen mehr und mehr und mehr... Afrika trocknet aus, versandet langsam, die Boeden produzieren nichts mehr. Arbeit fehlt dadurch kein Verdienst, keine Nahrung.. und der Westen die Industrienationen dueppieren sich, endlich das Klima nachhaltig zu schuetzen.. etwas zu unternehmen. Man Jahrzehnte lang Afrika ausgebeutet.. mit der Beute hat man das Klima veraendert (indirekt) aber die Konsequenzen tragt AFRIKA!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Paul Hänger (basilea@gmx.de)
    Die Aufnahme von Flüchtlingen us nicht Kriegsregionen wie Eritrea, Nigeria, Somalia, Irak etc. ist ein grosser Fehler. Auch die vorübergehende Aufnahme, denn sie bringt niemandem etwas. Die Einreise an sich muss verhindert werden, denn sonst finden bald ganze Völkerwanderung ins noch reiche Mitteleuropa statt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Afrikanische Flüchtlinge kommen daher, wo es schon immer Schweizer gab.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Schweizer sind heute in Afrika u.a. tätig als Entwicklungshelfer, U.Schüpbach. Die Schweiz profitiert allerdings vom int. Rohstoffhandel in verschiednen Ländern Afrikas. Dieser internationale Rohstoffhandel ist leider nur schwer zu unterbinden oder besser gesagt mit sauberen Regeln zu versehen, weil die Schweiz und Europa da verschwindend kleine Player sind. Grundsätzlich muss endlich mit den Ländern Afrikas fair gehandelt werden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Schüpbach: Eine sehr verkürzte Interpretation, aber es hat auch etwas in sich. Vielleicht sollten die Schweizer vermehrt auf Schweizer hören, die tatsächlich vor Ort sind und da mitten unter den Einheimischen sehen können was wirklich auch Sache ist. Ach ja, Besuchsjournalisten sind da eher weniger geeignete Informations-Träger.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen