Zum Inhalt springen

International Wulff will seine Ehre zurück

Der frühere deutsche Bundespräsident Wulff hat ein Angebot der Staatsanwaltschaft abgelehnt. Diese wollte die Ermittlungen gegen Wulff einstellen – im Gegenzug für die Zahlung von 20'000 Euro.

Christian Wulff (Januar 2012)
Legende: Christian Wulff wagt den Gang vor den Richter. Reuters

Der deutsche Ex-Bundespräsident Christian Wulff will kein Geld, sondern seinen Ruf wieder herstellen. Ein Angebot von 20'000 Euro der Staatsanwaltschaft Hannover zur Einstellung des Verfahrens lehnt er ab.

Wulff akzeptiere die Bedingungen für eine Beendigung des Verfahrens wegen Vorteilsannahme nicht, erklärten seine Anwälte.

Die gegen ihren Mandanten erhobenen Vorwürfe seien unbegründet. «Herr Wulff hat sich nichts zu schulden kommen lassen.» Wulff vertraue nun auf die Unabhängigkeit und das Augenmass des Gerichts.

Wulff war Mitte Februar 2012 nach knapp zwei Jahren im Amt zurückgetreten. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft die Aufhebung seiner Immunität beantragt, um Ermittlungen gegen ihn wegen des Verdachts der Vorteilsannahme in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident einleiten zu können.

Von 21 Vorwürfen bleibt 1 übrig

21 Vorwürfe hat die Staatsanwaltschaft seither gründlich untersucht, es wurden hunderttausende E-Mails überprüft, über hundert Einvernahmen durchgeführt, es sind meterweise Aktenordner gefüllt worden. Aber von den 21 Vorwürfen mussten – laut Angaben der «Süddeutschen Zeitung» – deren 20 fallen gelassen werden. Was als Vorwurf noch bleibt ist ein Upgrade in einem Hotel. Im Wert von 400 Euro oder etwas mehr.

«Strafrechtlich bleibt praktisch nichts übrig vom monatelangen riesigen Skandal um den Bundespräsidenten», sagt SRF-Korrespondent Caspar Selg.

Was bleibt sei zum einen die Tatsache, dass Wulff zwei Fehler gemacht habe: «Er hat als Chef einer Exekutive eine Legislative belogen und als das zum Thema wurde, hat er herumgedruckst, statt sofort alles auf den Tisch zu legen», so Selg.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Heinz Binggeli, Bern
    Das was in Deutschland abläuft ist nichts anderes als ein Prognom gegen CDU und CSU Politiker. Auch das immer wieder Dissertationen von Politikern dieser Richtung untersucht werden hat ja auch einen Hintergrund. Alles gesteuert von unterstützer der Roten Fahne! Ihnen Herr Wulff wünsche ich das Gerechtigkeit!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hanspeter Liebermann, Zürich
    Unvergesslich die Drohanrufe, als Bundespräsident, bei Nachrichten Redaktionen, die über verschiedene Vorteilsnahmen berichten wollten. Bis zum Lebensende erhält Wulff als Ex-Bundespräsident u.a. einen Ehrensold i.H.v. 199‘000.- €uro p.a., Steuern und Sozialversicherung bezahlt, ein Büro sowie einen Dienstwagen inkl. Chauffeur, etc. pp. Ehre dem, dem Ehre gebührt. Wulff´s gehören bestimmt nicht dazu.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Gugelmann, Giswil
    Ja was nun? "Der deutsche Ex-Bundespräsident Christian Wulff will kein Geld, sondern seinen Ruf wieder herstellen. Ein Angebot von 20'000 Euro der Staatsanwaltschaft Hannover zur Einstellung des Verfahrens lehnt er ab." würde bedeuten, die Staatsanwaltschaft habe ihm Geld geboten. Das ist absoluter Blödsinn. So etwas darf eine Staatsanwaltschaft nicht. Einmal mehr: Superjournalismus!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen