Wut wegen verschollenen mexikanischen Studenten wächst

Seit fast einem Monat fehlt von Dutzenden Studenten in Mexiko jede Spur. Jetzt haben Demonstranten das Rathaus der Stadt Iguala angezündet. Der Apparat stehe im Dienste der Drogenhändler, riefen die Demonstranten aus.

Kartenausschnitt Mexiko.

Bildlegende: Die Stadt Iguala befindet sich rund 200 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt. SRF

Fast einen Monat nach dem Verschwinden von Dutzenden Studenten in Mexiko haben Demonstranten das Rathaus der Stadt Iguala angezündet. Tausende sind zunächst aus Solidarität mit den Vermissten friedlich auf die Strasse gegangen. Später griff eine Gruppe Vermummter die Stadtverwaltung an. «Dieses Gebäude taugt nichts mehr. Der ganze Apparat steht im Dienste der Narcos (Drogenhändler)», rief ein Demonstrant.

Bürgermeister offenbar schuld

Zuvor hatte die Generalstaatsanwaltschaft den flüchtigen Bürgermeister der Stadt und dessen Frau als Drahtzieher hinter dem Verschwinden der Studenten identifiziert. Die jungen Leute waren am 26. September nach Auseinandersetzungen mit der Polizei in Iguala verschleppt worden. Die örtlichen Sicherheitskräfte sind von der kriminellen Organisation «Guerreros Unidos» unterwandert.

Rund 50 Verdächtige wurden bislang festgenommen, darunter zahlreiche Gemeindepolizisten. Rund um die Stadt Iguala hatten die Ermittler Massengräber mit Leichen entdeckt. Doch es handelte sich laut Generalstaatsanwaltschaft nicht um die Vermissten. Bürgerwehren fanden nahe Iguala unterdessen neue Gräber. Forensiker untersuchen nun, ob die dort entdeckten Überreste von den vermissten Studenten stammen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ungewissheit in Mexiko bleibt

    Aus Tagesschau vom 15.10.2014

    Die vierzig vermissten Studenten sind nicht unter den in einem Massengrab gefundenen Leichen. Dies bestätigen die mexikanischen Behörden. Vor zwei Wochen wurden die Studenten während einer Demonstration verhaftet. Seither fehlt von ihnen jede Spur.