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International Yingluck – «mein Klon»

Yingluck Shinawatra hatte neben ihrem Bruder und Machtmenschen Thaksin Shinawatra kaum Chancen, an Profil zu gewinnen. So hat auch weniger eigenes Unvermögen als Hass auf Thaksin sie nun zu Fall gebracht.

Ein Anti-Shinawatra-Plakat.
Legende: Das Shinawatra-Regime war vielen Thailändern ein Dorn im Auge. Keystone

Yingluck Shinawatra ist auf den Rockschössen ihres grossen Bruders Thaksin in Thailand zu politischer Prominenz gekommen. Der gewiefte Milliardär und Machtmensch schob seine politisch völlig unerfahrene Schwester 2011 als Spitzenkandidatin für das Regierungsamt ins Rampenlicht.

«Mein Klon»

«Mein Klon», so empfahl der fünf Jahre zuvor gestürzte Ex-Regierungschef Yingluck damals. Der Sieg war ihr sicher, dank Thaksins Popularität bei der Mehrheit der armen Landbevölkerung.

«Thaksins Marionette» wetterte die Opposition, vor allem, nachdem Fotos von Kabinettssitzungen die Runde machten, bei denen Thaksin online zugeschaltet war und offensichtlich die Strippen zog. Er hatte sich zwei Jahre nach seinem Sturz und kurz vor einer Verurteilung zu zwei Jahren Haft wegen Amtsmissbrauchs ins Exil abgesetzt.

Handlangerin ihres Bruders

Doch Yingluck entpuppte sich zunächst als Glücksgriff. Frisch und charmant reiste sie durchs Land, vermied alle Fettnäpfchen, zeigte sich offen im Umgang mit dem Volk und devot gegenüber dem mächtigen Königshaus und den wichtigen buddhistischen Religionsführern.

Als Person und Politikerin ist sie persönlich nie angeeckt. Vielmehr ist sie als Handlangerin ihres Bruders zur Hassfigur der Opposition geworden. Versuche ihrer Partei, Thaksin per Amnestie straffrei nach Thailand zurückzubringen, haben den beispiellosen Widerstand der Opposition gegen Yinglucks Regierung entfesselt. «Niemand kann es gut aushalten, wenn er so gehasst wird», räumte sie vor kurzem ein.

Yingluck, die erste Frau in diesem Amt, hat in Thailand und in Kentucky in den USA Politik und Verwaltungswesen studiert. Dann stieg sie ins Familienimperium ein und leitete erst einen Mobilfunkanbieter, dann einen Immobilienfonds. Yingluck ist verheiratet und hat einen Sohn.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Yingluck ist vielleicht nicht allein schuldig am Desaster in Thailand, die grössere Schuld trägt wohl der korrupte Chalem, der die Reisgelder verloren hat ... Yinglook hat beim Wahlkampf zu viel versprochen und das Land in ein Desaster geführt. Die Reisgelder an die Bauern konnten nicht bezahlt werden und die Vetternwirtschaft für ihren Familien Clan hat ihr das Genick gebrochen. Als Alternative für Zahlungen hat man den Bauern Darlehen mit tiefen Zinsen angeboten. !!!
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