Zahl der Asylgesuche in reichen Ländern steigt um acht Prozent

Fast eine halbe Million Menschen haben in den reichen Staaten im letzten Jahr ein Asylgesuch gestellt. Das sind deutlich mehr als 2011. Auch in der Schweiz stieg die Zahl an.

Ein Mann betrachtet eine Weltkarte.

Bildlegende: Viele Flüchtlinge suchen ihr Glück in den reichen Industriestaaten. Keystone

Die Menschen flüchten aus Syrien. Hunderttausende leben bereits in Lagern in den Nachbarländern. Doch auch in den reichen Staaten gibt es immer mehr Flüchtlinge aus Syrien. Die Zahl ihrer Asylgesuche in den Industriestaaten hat sich im letzten Jahr verdreifacht. Das teilte das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) in Genf mit.

Der Krieg in Syrien wirkt sich auch auf die Gesamtzahl der Asylgesuche aus. Insgesamt wurden in 44 Industrieländern 479'300 Gesuche registriert, das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2003 war die Zahl nicht mehr so hoch. In Europa (38 Länder) waren es 355'500, gegenüber 327'600 im Jahr 2011, wie aus dem Jahresbericht des UNHCR zur Entwicklung im Asylbereich hervorgeht.

Ansturm aus Eritrea und Nigeria

Am meisten Asylgesuche gab es im Jahr 2012 in den USA, vor Deutschland, Frankreich, Schweden und Grossbritannien. Die Schweiz folgt an sechster Stelle, mit einem Anstieg der Gesuche um 33 Prozent auf 25'900. Dies vor allem wegen des Ansturms aus Eritrea und Nigeria. 2011 hatte sie den neunten Rang besetzt.

Das Bundesamt für Migration hatte für 2012 wegen einer anderen Berechnungsmethode eine etwas höhere Zahl publiziert als das UNHCR: 28'631 Gesuche, ein Anstieg um 27 Prozent.