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International Zahlreiche Tote nach US-Luftangriffen

Die USA haben ihre Militäroffensive gegen die radikale Miliz Islamischer Staat (IS) vom Irak auf Syrien ausgeweitet. In der Nacht flogen sie erste Angriffe gegen Stellungen der Islamisten in dem Bürgerkriegsland. Mehrere arabische Staaten unterstützen den Einsatz.

Legende: Video Luftangriffe gegen IS in Syrien abspielen. Laufzeit 01:37 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.09.2014.

Die USA haben mit Verbündeten Angriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien begonnen. Das US-Militär und die Streitkräfte von Partnerländern griffen die Extremisten laut Pentagon mit Kampfjets, Bombern und Tomahawk-Raketen an.

Bei den Angriffen seien mindestens 70 Kämpfer des IS ums Leben gekommen. Das berichtet eine Menschenrechtsgruppe, die der syrischen Opposition nahe steht und über ein weit verzweigtes Netz an Aktivisten verfügt. Zudem sei eine zweistellige Zahl an Kämpfern verletzt worden.

Legende: Video SRF-Korrespondent Pascal Weber zu den Angriffen abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.09.2014.

Arabische Verbündete eher wortkarg

Die USA erhalten bei ihrer Offensive Hilfe von einer Reihe anderer Staaten. Bei den Verbündeten handelt es sich nach Angaben des US-Zentralkommandos in Tampa (Florida) um Saudi-Arabien, Jordanien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain. Die Ziele in Syrien seien mit von See aus abgefeuerten Marschflugkörpern «Tomahawk», Flugzeugen und Drohnen angegriffen worden. Es habe insgesamt 14 Luftschläge gegen den IS gegeben.

«Jordanien hat seine Beteiligung offiziell bestätigt. Die königliche Luftwaffe habe selber Angriffe geflogen. Die anderen genannten arabischen Länder halten sich bedeckt», sagte SRF-Korrespondent Philipp Scholkmann in Beirut. Diese Länder betrieben ihre Politik eher wortkarg.

Für den SRF-Korrespondenten Pascal Weber in Kairo ist klar: «Diese arabischen Herrscher haben erkannt, dass die IS hauptsächlich für sie eine Bedrohung darstellt. Es geht ihnen vor allem darum, ihre eigene Macht zu stützen und das kann vom Islamischen Staat propagandistisch ausgenutzt werden.»

IS-«Hauptstadt» Al-Rakka bombardiert

Zu den Angriffszielen gegen den IS gehörten laut dem US-Militär in Syrien Kommandozentren, Trainingslager, Waffenarsenale und Versorgungslager der Miliz. Es seien vor allem Stellungen und Einrichtungen im nordostsyrischen Al-Rakka angegriffen worden, darüber hinaus in der Nähe der Städte Dair as-Saur, Hasaka und Abu Kamal. Al-Rakka gilt als die syrische Hochburg der Dschihadisten. Sie kontrollieren im Norden und Osten des Landes insgesamt rund ein Drittel der Fläche Syriens.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte am Dienstagmorgen mehrere «nichtsyrische» Luftschläge auf Einrichtungen der IS in der nordsyrischen Stadt Al-Rakka. Die Menschenrechtler berichteten von insgesamt rund 20 Luftschlägen. Dabei sei das mutmassliche Hauptquartier der Dschihadisten getroffen worden. Opfer unter der Zivilbevölkerung waren zunächst nicht bekannt. Bewohner von Al-Rakka berichteten auf Twitter von schweren Explosionen und wiederholten Überflügen von Militärflugzeugen.

Befehl kam von Präsident Obama

Laut dem Pentagon ist Syriens Regierung durch ihren UNO-Botschafter über den Beginn der Angriffe gegen die Dschihadisten informiert worden. Das Regime in Damaskus hatte Luftangriffe ohne eigene Zustimmung stets abgelehnt.

Obama hatte seinen Entschluss, die Anfang August begonnenen Luftangriffe im Irak auf das benachbarte Syrien auszuweiten, vor zwei Wochen in einer Rede an die Nation verkündet. Im Irak flogen die USA bislang mindestens 190 Luftschläge. Erst am Montag griff das US-Militär dort mit einem Mix aus bemannten und unbemannten Flugzeugen IS-Stellungen an und zerstörte einen Panzer und drei Fahrzeuge.

Die IS-Miliz kündigt derweil Vergeltung für die Luftangriffe an. Sie macht insbesondere Saudi-Arabien dafür verantwortlich, dass die USA ihre Attacken aus der Luft vom Irak auf Syrien ausgeweitet haben. Dies syrischen Kurden wollen sich mit der internationalen Koalition abstimmen.

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119 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Berger, Bern
    Gut gibt es die USA, immer wenn es irgend wo Brent muss sie die Drecks Arbeit machen. Hier sieht mann auch wie beschränkt Putins Armee ist, Länder die an die Sowjetunion grenzen zu überfallen geht gerade noch aber Terroristen zu bekämpfen ist dann schon eine Nummer zu gross!
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Meistens wenn es irgendwo brennt, haben die USA auf die eine oder andere Art gezündelt. Und als Antwort zu den Bränden wissen sie nichts anderes, als weteres Öl ins Feuer zu giessen. Wirkliche Ideen und Initiativen für Frieden, gerechte Entwicklung usw. fehlen fast vollständig. Ihre Hollywood-Sicht der starken, für das Gute kämpfendenUSA ist reine Propaganda-Image. Die Fakten sprechen eine ganz andere Sprache. Schon mal über Operation Northwood gelesen?
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    2. Antwort von Werner Christmann, Stein am Rhein
      ja wissen sie, Hans Berger, wenn man das Feuer selber angezündet hat kann man getrost selber mit dem Löschen anfangen. Übrigens: Wen meinen sie mit Sowjetunion? Gibt es die überhaupt noch?
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    3. Antwort von Hans Berger, Bern
      Werner Christmann@ Russland plus Völkerrechtswidrigen Annektierten Halbinseln und sonstigen Landraub ergibt Klein Putin Sowjetunion
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    4. Antwort von Hans Berger, Bern
      Das ist gemein, denn Putin hatte das ganze Leben Probleme mit seiner Grösse!
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Auf alle Fälle wundert mich immer sehr die Bekanntmachung gleich nach einem Luftangriff, wie viele tote IS-Kämpfer es dadurch gegeben hat. Fakt ist, dass es immer auch zivile Opfer dabei gibt. Ohne Bodentruppen kommt man aber der IS nicht bei, denn die "verschanzen" sich vorwiegend in den Dörfern. Und jeder tote IS-Kämpfer durch diese Luftangriffe wird dann wieder an der Zivilbevölkerung gerächt. Also "nützen" diese Luftschläge, ohne hinterher Bodentruppen zu schicken eigentlich gar nichts.
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  • Kommentar von B. Bucher, Wikon
    Natürlich machten die USA (aus unserer Sicht und meistens nachträglich betrachtet) Fehler, aber aus diversen Postings hier ist ein scheinbar so grenzenloser Hass auf die USA ersichtlich, dass ich mich manchmal frage, ist das nicht schon beinahe vergleichbar mit dem Hass der IS auf alles Westliche ? Natürlich kann man die USA kritisieren, wenn etwas falsch läuft, aber ihnen beim Kampf gegen diese Mörderbande noch *unredliche" Ziele zu unterstellen, finde ich (sorry) primitiv.
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    1. Antwort von Doris Loegel, Fulenbach
      B. Bucher, ich danke Ihnen für Ihre Worte. Jedes einzelne könnte ich geschrieben haben. Für mich ergänzend noch, wie auch schon erwähnt, der hier wachsende Hass auf den Islam, welcher unkontrolliert und undifferenziert auch den ganz normalen Muslimen auch in der Schweiz schwer zu schaffen macht, weil schon fast akribisch hinter jedem dieser Glaubensrichtung ein neuer verkappter Terrorist vermutet wird, was zur Folge hat, dass sie sich teilweise gar nicht mehr getrauen zum Thema zu äussern.
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    2. Antwort von A. Schulze, Paderborn
      Herr Bucher, vlt ist es kein Hass auf die USA, sondern eher der durchschaubare Akt, der den meisten sauer aufstößt. Denn durch das Vorpreschen gegen die IS sammeln sie Sympathiepunkte, da es für jeden vernünftige erscheint. In Syrien hat die USA jedoch nichts verloren. Sie sollten erstmal den Scherbenhaufen im Irak beseitigen, den sie zu verantworten haben, bevor sie sich in andere (neue) Länder einmischen. So grauenhaft es ist, wir alle ernten gerade was die USA gesät hat.
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    3. Antwort von A. Schulze, Paderborn
      Frau Loegel, ich denke auch, dass die IS ein schlechtes Licht auf die Muslime in Europa wirft und diesen schwer zu schaffen macht. Ich finde aber, dass die Muslime in der EU sich eher schwach distanzieren. Entweder weil sie glaubenstechnisch die selbe Schiene fahren oder weil sie Angst haben sich öffentlich gegen die IS zu bekunden. Das macht mir Sorgen. Denn als Israel die Palästinenser beschossen hat, gab es deutlich mehr Demonstrationen. Und es gibt hier mehr Muslime als nur Palästinenser.
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    4. Antwort von Doris Loegel, Fulenbach
      @A.Schulze:Danke für Ihre differenzierten Überlegungen.Ich sehe es wie Sie,die USA ernten derzeit,was sie mit einer anderen Regierung gesät hat Nun der Versuch einer Wiedergutmachung der alten Fehler.Vergangenes kann man nicht mehr ändern,die neue Absicht zählt.Was die Muslime betrifft, welche sich Ihrer Meinung nach zu schwach von der IS distanzieren:Ich kenne einige in der Schweiz,sie sind entsetzt,aber sie haben auch Angst,vor der Ablehnung der Schweizer und andererseits vor der Rache des IS.
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