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Trauerfeier für Fidel Castro Zehntausende empfangen Castros Urne in Santiago de Cuba

Die sterblichen Überreste des einstigen Revolutionsführers sind auf der Plaza de la Revolución eingetroffen.

Legende: Video Trauerzug auf dem Weg nach Santiago de Cuba abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.12.2016.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einer viertägigen Reise durch ganz Kuba ist die Urne mit der Asche des Revolutionsführers Fidel Castro in Santiago de Cuba eingetroffen.
  • Zehntausende empfingen die Wagenkolonne.
  • Für Samstagabend ist eine grosse Zeremonie geplant.
  • Am Sonntag soll die Urne auf dem Friedhof Santa Ifigenia beigesetzt werden.

Die Wagenkolonne legte am Mars-Platz im Stadtzentrum einen kurzen Stopp ein, und die Menschen am Strassenrand sangen die Nationalhymne. Die Häuser an der Wegstrecke waren mit Fahnen von Castros Rebellenbewegung «26. Juli» und historischen Bildern des Revolutionsführers geschmückt.

Kinder mit dem Namen Fidel Castros im Gesicht weinen
Legende: Auch die Kinder weinen, als der Konvoi mit der Urne Castros vorbeizieht. Keystone

Seit Mittwoch war die Urne von der Hauptstadt Havanna durch 13 Provinzen nach Santiago de Cuba gebracht worden. Der Trauerzug nahm den umgekehrten Weg der «Karawane der Freiheit». Im Januar 1959 zogen die Rebellen unter Castros Führung nach dem Sieg über die Truppen des Diktators Fulgencio Batista in einem Triumphzug von Santiago de Cuba nach Havanna.

Im ganzen Land säumten Menschen die Strasse, um von Castro Abschied zu nehmen. Veteranen, Schulkinder und Bauern jubelten dem Konvoi zu. Die Menschen schwenkten kubanische Flaggen und skandierten: «Ich bin Fidel, ich bin Fidel.»

Ein olivgrüner Militärjeep zog den Anhänger mit der Urne. Sie war mit einer kubanischen Flagge bedeckt und von weissen Blumen umrahmt. Zwei Motorräder führten die Kolonne an, eskortiert wurde die Urne von einem Militärlastwagen und mehreren Geländewagen mit Soldaten.

Für die einen Held – für die anderen Unterdrücker

Der frühere Präsident Kubas war am 25. November im Alter von 90 Jahren gestorben. 47 Jahre lang hatte er Kuba regiert. Dabei war er äusserst umstritten. Für die einen war er ein Held, der Kuba befreit und viel sozialen Fortschritt gebracht hat. Für die anderen war er ein brutaler Gewaltherrscher, der Andersdenkende unterdrückte und den Kubanern ihre demokratischen Grundrechte verweigerte.

Nach der Machtübergabe 2006 leitete sein Bruder Raúl Castro einen vorsichtigen wirtschaftlichen Öffnungskurs ein. Die Kubaner dürfen nun in Gastronomie, Tourismus und Handwerk auf eigene Rechnung arbeiten. Zudem nahm Raúl Castro wieder diplomatische Beziehungen zum einstigen Erzfeind USA auf.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Kaiser (Chriska)
    Von den Millionen Flüchtlingen aus Kuba waren die meisten "Wirtschaftsflüchtlinge", dann Kriminelle (Kubamafia in USA) und der geringere Anteil wohl politische Flüchtlinge.
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Ihn als umstritten zu bezeichnen ist albern, gar aeusserst umstritten. Dann muesste man Obama ja als den ausserst umstrittenen US Praesidenten bezeichnen. Prozentual lehnen viel mehr Amerikaner Obama ab, als Cubaner Castro ablehnen. DDR hat gezeigt, das Sozialismus nur funktioniert, wenn das Volk mitmacht. Cubaner sind grossmehrheitlich zurecht stolz auf ihr System, das hohe Lebenserwartung trotz grosser Armut ermoeglicht.
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    1. Antwort von Steve Rasmussen (rast)
      Faszinierend. Solange die Statistik stimmt spielt's ja keine Rolle, dass man erschossen wird wenn man das Falsche sagt. Erzählen Sie doch keinen Stuss vonwegen Lebenserwartung, und fragen Sie sich mal, wieso Millionen von Menschen versucht haben aus Castros Kuba zu fliehen. Aber wenn man Sozialist ist dann kann kein Diktator irgendwas falsch machen solange er nur sagt, er wäre auf derselben Seite...
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