Zehntausende Kinder vom Hungertod bedroht

Beobachter der UNO warnen vor einer weiteren Katastrophe im umkämpften Südsudan: 50'000 Kinder leiden akuten Hunger. Ohne internationale Hilfe droht ihnen bis zum Jahresende der Tod.

Ein unterernährtes Kind erhält Hilfe von den Médecins Sans Frontières in Südsudan.

Bildlegende: Eines der wenigen Kinder in Südsudan, die Hilfe bekommen haben. Keystone

Tausende Tote, über 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht und jetzt zeichnet sich eine weitere Tragödie im umkämpften Südsudan ab: «50'000 Kinder drohen bis zum Jahresende an Hunger zu sterben, wenn sie keine Hilfe bekommen.» Das hat der UNO-Verantwortliche für Südsudan, Toby Lanzer, erklärt.

Er rief die Weltgemeinschaft auf, den insgesamt 3,8 Millionen Not leidenden Menschen im jungen Land zu helfen. Es sei gut eine Milliarde Dollar nötig, um jene zu unterstützen, die «von Hunger, Gewalt und Krankheit betroffen sind».

Südsudan löste sich 2011 von Sudan. Ende 2013 eskalierte ein schwelender Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem Rivalen Riek Machar. Blutige Kämpfe waren die Folge. Die Rivalität wird dadurch verschärft, dass Kiir der Volksgruppe der Dinka, Machar aber den Nuern angehört.

Vor knapp einer Woche hatten sich die Konfliktparteien darauf geeinigt, innert 60 Tagen eine Übergangsregierung zu bilden. Allerdings sehen Beobachter die Einigung skeptisch.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Friedensabkommen im Südsudan

    Aus Tagesschau vom 10.5.2014

    Im Südsudan besteht neue Hoffnung auf Frieden. Präsident Salva Kiir und sein Widersacher Riek Machar haben gestern Abend ein Friedensabkommen unterzeichnet. Bei dem blutigen Machtkampf im Land sind seit Dezember Tausende Menschen getötet worden. Die UNO wirft beiden Parteien schwere Kriegsverbrechen vor.

  • Flüchtlinge von der ethnischen Gruppe der Dinka.

    Folter, Vergewaltigung und Tod in Südsudan

    Aus Echo der Zeit vom 8.5.2014

    Jahrzehntelang tobte im Süden des Sudans ein Bürgerkrieg. Mit der Unabhängigkeit, so die Hoffnung, würde auch der Frieden kommen. Doch nur drei Jahre nach der Gründung des neuen Staates herrschen im Südsudan schon wieder Tod und Terror. Amnesty International warnt vor einem Genozid.

    Monika Oettli