Zugunglück Bad Aibling: Fahrdienstleiter spielte Computerspiel

Elf Tote hatte das Zugunglück im deutschen Bad Aibling im Februar dieses Jahres gefordert – die Vorwürfe gegen den Fahrdienstleiter wiegen schwer. Er soll durch ein Computerspiel von der Arbeit abgelenkt gewesen sein. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.

Der Unglücksort. Im Vordergrund Beamte der Polizei- und Feuerwehr, im Hintergrund die demolierten Zugsabteile

Bildlegende: Am 9. Februar waren zwei Regionalzüge der Bayerischen Oberlandbahn frontal zusammengeprallt. Keystone

Zwei Monate nach dem Zugunglück von Bad Aibling mit 11 Toten und 85 Verletzten ist der Fahrdienstleiter in Untersuchungshaft genommen worden, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Dem Mann werde vorgeworfen, auf seinem Handy bis kurz vor dem Zusammenprall der beiden Regionalzüge ein Computerspiel gespielt zu haben. Dadurch sei er abgelenkt gewesen.

Es wurde Untersuchungshaft wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr angeordnet.

Zahl der Todesopfer gestiegen

Dem Mann wird nun nicht mehr nur Augenblicksversagen, sondern eine erheblich schwerer ins Gewicht fallende Pflichtverletzung vorgeworfen. Er habe das Spielen gestanden, aber bestritten, abgelenkt worden zu sein.

Zuvor war dem 39-Jährigen vorgeworfen worden, die eingleisige Strecke für zwei Züge gleichzeitig freigegeben zu haben. Später habe er noch einen Warn-Funkspruch an die Lokführer falsch abgesetzt.

Unterdessen ist ein 46-jähriger Passagier des Unglückszuges am Mittwoch in einem Münchner Spital seinen schweren Verletzungen erlegen. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer auf zwölf.