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Humanitäre Katastrophe Zum Krieg in Jemen kommt jetzt die Cholera

Haufen von Müll in der Stadt, einige Passantinnen.
Legende: Der Streik der Müllabfuhr dürfte mit der Cholera-Epidemie zusammenhängen. Reuters
  • Die Behörden der jemenitischen Hauptstadt Sanaa haben wegen einer Cholera-Epidemie den Notstand erklärt.
  • Das Gesundheitsministerium rief Hilfsorganisationen dringend zur Hilfe und Unterstützung bei der Eindämmung der Epidemie auf.
  • Die Zahl der Cholera-Toten ist laut dem IKRK innert weniger Tage auf 115 gestiegen; zudem gebe es 8500 Verdachtsfälle.
  • Ein Streik der Müllabfuhr trug offenbar zur Ausbreitung der oft tödlich verlaufenden Durchfallerkrankung bei.
  • Seit mehr als zwei Jahren herrscht Krieg in Jemen. Die WHO spricht von einer der schwersten humanitären Krisen weltweit.

Schwere Brechdurchfall-Erkrankung

Die Cholera ist eine schwere bakterielle Infektionskrankheit, die sich in starkem Brechdurchfall äussert. Dieser führt rasch zu grossem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Die meisten Infektionen verlaufen ohne Symptome, in rund 15 Prozent der Fälle bricht die Krankheit aber aus, und das umso heftiger. Unbehandelt führt eine Cholera-Infektion in 20 bis 70 Prozent der Fälle zum Tod. Behandelt wird die bakterielle Infektion durch Zufuhr von Flüssigkeit, Zucker und Salzen. Diese erfolgt am besten intravenös, um den infizierten Verdauungsapparat zu umgehen. Antibiotika helfen höchstens unterstützend, der Krankheitsverlauf wird dadurch kaum verkürzt. Übertragen werden die Cholera-Bakterien vor allem über verunreinigtes Trinkwasser.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Ivo Muri (Ivo Muri)
    Im Krieg töten sich Menschen, die sich nicht kennen, im Auftrag von Menschen die sich kennen und die sich nicht töten.
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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Seit etwa zwei Jahren beteiligt sich Saudi-Arabien aktiv am Krieg in Jemen zusammen mit diversen andern vorwiegend sunnitischen Ländern. Auch die USA mischelt mit, zumindest als Waffenlieferant, wahrscheinlich aber auch als Berater und als "Auftragnehmer" für "Spezialaktionen" (Drohnen). Erreicht wurde bis heute, dass das Elend der Bevölkerung immer mehr zunimmt. Beste Waffengeschäfte und die Verhinderung eines schiitisch dominierten Yemen scheint die Vorgehensweise genügend zu rechtfertigen.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Die humanitäre Situation in Jemen hat sich seit der Militärinvasion der Saudis (mit Unterstützung der USA, Frankreich und GB) drastisch verschlechtert. Tagblatt.ch: US-Waffen für 100 Milliarden für die Saudis und NZZ: Jemen-Konflikt-Schelte der Uno für Saudiarabien-Die von Saudiarabien angeführte Koalition sei im Jemen-Konflikt für doppelt so viele zivile Opfer verantwortlich wie alle anderen Kriegsparteien zusammen, sagt die Uno.
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