Zum Nachlesen: Das sagen die Behörden zum Zugunglück in Bayern

Am Dienstagmorgen hat sich in Bad Aibling in Oberbayern ein schweres Zugunglück ereignet. Die Behörden haben nun erste Details zum Unglück bekanntgegeben. Die Züge prallten demnach in einer Kurve aufeinander – vermutlich, ohne dass die beiden Zugführer sich vorher sahen.

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Erste Medienkonferenz zum Zugunglück in Oberbayern

1:13 min, vom 9.2.2016

Liveticker: Medienkonferenz zum Zugunglück

Das Wichtigste in Kürze:

  • Beim Zugunglück in Süddeutschland sind am Morgen mindestens 9 Menschen ums Leben gekommen, 90 Fahrgäste wurden verletzt.
  • Auch die beiden Lokführer dürften nach menschlichem Ermessen nicht überlebt haben. Allerdings ist bisher über sie nichts bekannt.
  • Die beiden «Meridian»-Nahverkehrszüge sind auf der eingleisigen Strecke bei Bad Aibling in einer Kurve frontal kollidiert.
  • Die Strecke wird von der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) betrieben. Das Unternehmen ist Teil des französischen Bahnkonzerns Transdev GmbH.
Der Ticker ist abgeschlossen.
  • 14 :00

    Die Medienkonferenz ist beendet. Wir bedanken uns für Ihr Interesse.

  • 13 :59

    «Wir haben zwei schwere Kräne angefordert. Das Freimachen des Strecke wird schwierig, weil die beiden Loks ineinander verkeilt sind. Wie lange es dauert, bis die Strecke freigegeben wird, wissen wir nicht. Anschliessend muss die Strecke saniert werden. Das wird einige Tage in Anspruch nehmen», sagt ein Verantwortlicher.

  • 13 :56

    «Zu den Verletzungsmustern möchte ich Ihnen die Details ersparen. Die Rettung des letzten Patienten dauerte eineinhalb bis zwei Stunden. Zugänglich war der Patient lediglich im Bereich des Gesichts und an der Hand. Nur um ihnen ein Beispiel zu geben», so der Arzt.

  • 13 :54

    «Beim Unfall waren enorme Kräfte im Spiel. Das hatte enorme Verformungen bei den Zügen zur Folge. Entsprechend waren die Verletzungsmuster bei den Menschen, die eingeklemmt waren. Wir haben sehr gut mit den technischen Rettungskräften gearbeitet. Das Zusammenspiel Medizin – Technik hat sehr gut funktioniert», sagt ein Arzt.

  • 13 :45

    Verantwortlicher der Sanitätseinsatzleitung: «Am Anfang war die Situation unübersichtlich. Wir haben dann nach wenigen Minuten vor Ort versucht, eine Logistik aufzubauen. Das läuft nach standardisierten Programmen. Es war für uns als Sanitätseinsatzleitung schwierig, denn der Unfall fand an einer unübersichtlichen Stelle statt. Wir waren deshalb auf Informationen von anderen Kräften vor Ort angewiesen. Das Wetter und die Temperaturen haben uns aber die Rettung erleichtert. Wir konnten innerhalb der ersten 2 bis 3 Stunden die Schwerverletzten in die umliegenden Kliniken verteilen. So konnten alle zügig behandelt werden.»

  • 13 :39

    «Um 6.49 Uhr wurde unsere Einsatzzentrale aufgrund des lauten Knalls informiert, dass sich ein Unglück ereignet hat. Es wurde schnell klar, dass es sich um eine wirkliche Katastrophe handelt. Sofort wurden die Einsatzkräfte alarmiert. Wir gehen davon aus, dass die Züge mit rund 150 Fahrgästen besetzt waren. Es war ein Glücksfall, dass Ferien waren, weil der Zug sonst wesentlich mehr Fahrgäste hat. Wir gehen davon aus, das noch zwei Personen im Moment vermisst sind», sagte der örtliche Polizeiverantwortliche.

  • 13 :32

    «Wir haben eine ungewöhnliche topografische Kombination am Unglücksort. Die Verletzten mussten mit den Kräften der Luftrettung, Wasserwacht und Bergwacht gerettet werden. Alle Kräfte waren nötig. Es war an diese Unfallstelle sonst gar nicht vernünftig heranzukommen. An dieser Stelle möchte ich den Helfern für die Hilfe danken. Die Mehrzahl arbeitet ehrenamtlich. So tragisch das Unglück ist, so grossartig ist die Hilfs- und Einsatzbereitschaft der Helfer», so Herrmann.

  • 13 :27

    Joachim Herrmann, Bayerischer Innenminister: «Dass so ein Ereignis stattfindet, trotz der Sicherheitsmassnahmen, ist umso tragischer. Unsere Gedanken sind bei den Toten, den Betroffenen, aber auch den Helfern.»

  • 13 :23

    «Wir haben es mit einer Strecke zu tun, die gesichert ist durch ein System, das automatisch dafür sorgt, dass das Aufeinandertreffen von Zügen nicht stattfinden kann. Die Züge werden zwangsgebremst. Das System wurde im Jahr 2011 in ganz Deutschland eingeführt. Es gibt in den zwei Zügen drei Blackboxen, zwei sind bereits gesichert. Eine befindet sich noch im verkeilten Zugteil. Auf Basis dieser Boxen kann man das Ganze analysieren. Wir müssen auf diese Ergebnisse warten», sagt Verkehrsminister Dobrindt.

  • 13 :19

    «An der Stelle sind 100 km/h möglich. Man muss davon ausgehen, dass die beiden Zugführer keinen Sichtkontakt hatten und die Züge ungebremst aufeinander getroffen sind», so Dobrindt.

  • 13 :18

    Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr: «Wir haben die Unglückstelle eben besucht. Es ist ein erschreckendes Bild. Es ist schockierend, wie sich die beiden Züge ineinander verkeilt haben. Der eine Zug hat sich förmlich in den anderen hineingebohrt und die Kabine des zweiten Zuges komplett auseinandergerissen. Die Züge müssen mit sehr hoher Geschwindigkeit ineinander geprallt sein.»

  • 13 :14

    Die Medienkonferenz beginnt.

  • 12 :23

    Die für 12:00 Uhr angesetzte Medienkonferenz verzögert sich um mehr als eine Stunde. Wir melden uns dann wieder.

  • 11 :59

    Willkommen zum Liveticker über das heutige Zugunglück in Bad Aibling. Um 12 Uhr treten die Verantwortlichen vor die Medien.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Schweres Zugunglück in Bayern

    Aus Tagesschau vom 9.2.2016

    Zwei Regionalzüge sind am frühen Morgen im bayrischen Bad Aibling frontal zusammengestossen. Mindestens acht Menschen sind dabei ums Leben gekommen, über hundert wurden teilweise schwer verletzt.

  • Rettungskräfte im Einsatz an der Unglücksstelle. Opfer und Verletzte werden mit Booten abtransportiert.

    Zugunglück in Oberbayern

    Aus Rendez-vous vom 9.2.2016

    Bei einem Frontalzusammenstoss zweier Regionalzüge in der Nähe von Bad Aibling, rund 60 Kilometer südlich von München, sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen und weit über 100 verletzt worden.

    Peter Voegeli