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International Zypern-Lösung: Putin meldet sich zurück

Der russische Ministerpräsident Medwedew ärgert sich über die neuen Pläne der EU für Zypern. Doch Staatspräsident Putin «hält es für möglich, die Anstrengungen des zyprischen Präsidenten und der EU-Kommission zu unterstützen.» In Zypern selbst sind die Reaktionen von gemischter Natur.

Legende: Video Analyse von SRF-Sonderkorrespondent Florian Inhauser, Nikosia abspielen. Laufzeit 02:03 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.03.2013.

Russland will nun doch einen Beitrag zur Rettung des EU-Krisenstaates Zypern leisten. Ziel müsse sein, die Krise in der Wirtschaft und im Bankensystem zu überwinden, sagte ein Sprecher Wladimir Putins nach Angaben der Agentur Interfax.

Aus der Formulierung, wonach es Putin «für möglich halte», die Rettungs-Anstrengungen «zu unterstützen», lässt sich derzeit allerdings noch nichts Konkretes ableiten.

Ministerpräsident Dmitiri Medwedew hat die neusten fiskalpolitischen Massnahmen der EU für Zypern verärgert. Er bezeichnete sie als «Diebstahl an den zyprischen Bankkunden», sagt Radio SRF-Korrespondent Peter Gysling. Er hatte dabei wohl die auf Zypern deponierten Guthaben russischer Oligarchen im Blick. Sie machen nominell etwa 31 Milliarden Euro aus.

Und: Russland sorgt sich um den Euro. Russland hat seine Währungsreserven zu rund 40% in Euro angelegt. Zudem ist die europäische Union für Russland ein wichtiger Handelspartner, sagt Gysling.

Frust und Erleichterung in Zypern

Im Fokus dürfte die «Umstrukturierung» des 2011 an Zypern ausgezahlten Kredits von 2,5 Milliarden Euro stehen. Zypern hatte beantragt, die Rückzahlung von viereinhalb auf fünf Jahre zu strecken sowie den Zinssatz von 4,5 Prozent zu senken.

Während bei den einen Hilfsbereitschaft erwacht, oszilliert Zypern selbst zwischen Frust und Erleichterung. «Wir haben eine ungeordnete Staatspleite abgewendet, die zu einem Abschied Zyperns von der Euro-Zone geführt hätte», sagte ein Regierungssprecher. Anders der Tenor auf der Strasse.

«Warum sollte jemand dieser Regierung glauben», fragt in Nikosia eine Rezeptionistin stellvertretend für viele. Zunächst hatte die Regierung nämlich eine Zwangsabgabe geplant. In Zypern ebenso wie im Rest Europas stiess das auf Protest.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Putin hat zu hoch gepokert u. nun kommt Ihn die ganze Uebung teuer zu stehen. Er hat wohl die 10 Mia nicht eingeschossen aber hat das weiter gewachsene Misstrauen gewisser, aber nicht aller Oligarchen zu tragen. Ausserdem kann er kaum auf eine "Vorzugsbehandlung" bei der Vergabe der Gaskonzess. rechnen. Ob er zum jetzigen Zt.pkt. noch einen Flottenstützpunkt erhält wage ich ebenfalls zu bezweifeln, da die USA, EU und TK alles hinter den Kulissen unternehmen werden, das es dazu nicht kommt.
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  • Kommentar von K. Räschter, Schweiz
    Was führt Putin wohl im Schilde plötzlich? Zuerst nein und jetzt ja? Komisch .... sowieso wenn Putin im Spiel ist. Da wird nichts "geschenkt".
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    1. Antwort von A. Planta, Chur
      Im Artikel stehts geschrieben:die Krise in der Wirtschaft und im Bankensystem zu überwinden. Und warum dies? Fragen sie mal die Oligarchen.
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