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International Zyprer versuchen ihr Geld vor Hilfspaket zu retten

Zypern geht im Mai nun doch nicht bankrott. Die EU und der Währungsfonds IWF unterstützen die Mittelmeerinsel mit zehn Milliarden Euro. Bankkunden müssen dafür einen entscheidenden finanziellen Beitrag leisten. Dies führte zu einem kurzzeitigen Ansturm auf die Banken.

Die Finanzminister der Euro-Länder haben sich darauf geeinigt, Zypern mit zehn Milliarden Euro zu unterstützen. Ein Staatsbankrott der Mittelmeerinsel dürfte damit wohl abgewendet sein.

An der Rettung Zyperns müssen sich allerdings auch Bankkunden beteiligen. Die europäischen Geldgeber fordern erstmals in der Euro-Krise eine solche Abgabe. Bei Einlagen unter 100'000 Euro wird eine Abgabe von 6,75 Prozent fällig, bei höheren Summen sind es 9,9 Prozent. Es handelt sich um eine einmalige Belastung. Zur Kasse gebeten werden sowohl inländische wie auch ausländische Bankkunden. So dürften Schätzungen der Geldgeber zufolge rund 5,8 Milliarden Euro zusammenkommen.

Grund für die ausserordentliche Massnahme sei das Bankensystem Zyperns, sagte Jörg Asmussen von der Europäischen Zentralbank (EZB). Gemessen an der Gesamtwirtschaftsleistung des Landes sei das System überdimensioniert. Die Abgabe sei keine Strafe. Vielmehr sollten damit die Lasten ausgeglichen werden, betonte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem.

Menschen stehen Schlange vor einem Bankautomaten.
Legende: Am Morgen versuchten viele Zyprer, ihr Geld ins Trockene zu bringen – vergebens. keystone

Kunden wollen ihr Geld retten

Die Beteiligung der Anleger ermöglichte es, die Summe für das zyprische Rettungspaket deutlich zu drücken. Denn Nikosia hatte ursprünglich um 17 Milliarden Euro Unterstützung gebeten. Das Hilfspaket soll nun ein Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro haben.

Als Reaktion auf die Kunden-Beteiligung beim Rettungspaket versuchten Hunderttausende Zyprer am Samstagmorgen ihr Geld von den Banken zu holen. Um einem Bankenrun zuvorzukommen, wurden die entsprechenden Beträge auf allen Konten in der Nacht eingefroren. Auch das Online-Banking wurde ausser Betrieb gesetzt.

Der zyprische Rundfunk berichtete, die Kunden könnten selbstverständlich Geld am Automaten abheben, aber nicht den Betrag, der der Sonderabgabe für ihre Einlagen entspreche.

Diverse Parlamente der Euro-Länder müssen dem Hilfspaket noch zustimmen. In der zweiten Aprilhälfte soll es endgültig ins Trockene gebracht werden.

Zypern ist nach Griechenland, Portugal und Irland das vierte Land, dass ein Vollprogramm aus dem europäischen Rettungsschirm bekommt. Spanien erhält nur für seine maroden Banken Milliardenhilfen.

27 Kommentare

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  • Kommentar von Rainer Fauser, Augsburg
    Absehbar war, dass die antidemokratische EU nicht zögern würde, ihre desaströsen Projekte durch Beschlagnahme von privaten Kontoanteilen querzufinanzieren, nebst dem Hochsteuerraubzug in EU-Staaten der nächste Schritt hin zur staatlichen Kleptokratie. Der € war nur ein Symptom auf dem Weg der EU zum wirtschaftlichen Niedergang in Europa, verursacht durch Bürokraten u. deren Vorliebe für Banken. @Frau Hasler, richtig, sowas nennt man Enteignung! EU = Dunkle Zeiten für Alle! ->Austritt!!
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  • Kommentar von M. Kohler, Thurgau
    Ich bin überrascht, dass die EU so eine grosse Macht hat die Zyprioter zu enteignen. Noch überraschter bin ich, dass die EU das nun wirklich macht (das haben sicher keine Ökonomen abgesegnet - das waren sicher nur egoistische Politiker). Wenn das nur mal keine Bankencrash's und EU Austritte in den anderen südlichen EU Ländern erzeugt.... Übrigens gibt es als Schweizer keinen Grund für Schadenfreude... wir werden genauso leiden genauso unter den Folgen...
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  • Kommentar von David Darius, Mierendorf
    Die Sauerei besteht nicht darin, dass Zypern-Bankkunden mit 5,6 MRD belastet werden, sondern darin, dass andere Länder, die die Misswirtschaft nicht zu verantworten haben, mit 10 MRD. einstehen müssen. Man erwartet mit dem größten Recht Alimentation durch die Nordstaaten,die zudem noch durch nach Zypern geschleustes Schwarzgeld betrogen wurden.
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