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Vorsicht bei Veloferien Wegen E-Bike: Streit am Flughafen Basel

Legende: Audio Wegen E-Bike: Streit am Flughafen Basel abspielen. Laufzeit 06:04 Minuten.
06:04 min, aus Espresso vom 19.10.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Akkus von E-Velos sind bei Passagierflügen im Fracht- und im Passagierraum verboten. So schreibt es die Internationale Luftverkehrsvereinigung IATA vor.
  • Der Grund: Sie könnten explodieren und sich selbst entzünden.
  • Am Basler Flughafen sorgte diese Sicherheitsvorschrift kürzlich für grossen Ärger.
  • Deshalb: Am einfachsten das E-Bike zuhause lassen und im Ferienland mieten.

Ein junges Paar aus Biel hatte von den strengen Vorschriften im Flugverkehr diesen Sommer nichts gewusst, als sie mit einem E-Bike beim Check-in am Flughafen Basel-Mülhausen erschienen. Sie hatten das E-Bike wie ein normales Velo in eine Kartonbox gepackt und den Akku ausgebaut. Diesen wollten sie im Handgepäck mitnehmen.

Auch ohne Akku keine Chance für das E-Bike

Beim Check-in wurden sie darauf aufmerksam gemacht, dass der E-Bike-Akku viel stärker als erlaubt sei. Die Passagiere boten daraufhin an, den Akku in Basel zu deponieren und ohne zu fliegen. Dies wurde ihnen laut der jungen E-Bike-Fahrerin aber von Swissport-Mitarbeitern verweigert. Swissport ist am Flughafen Basel-Mülhausen für die Bodenabfertigung zuständig.

Offenbar vermuteten die Mitarbeiter, es befinde sich ein Ersatz-Akku in der Karton-Box. Die Frau erklärt im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso», sie hätten den zuständigen Swissport-Mitarbeitern daraufhin angeboten, die Box zu untersuchen oder bei der Sicherheitskontrolle röntgen zu lassen. Dies sei aber abgelehnt worden. Das Paar entschied sich, den Flug nicht anzutreten.

Widersprüchliche Schilderung der Ereignisse

Die verhinderten Passagiere fühlen sich um ihre Ferien betrogen und fordern Swissport im Nachhinein dazu auf, ihnen die Flugkosten zu erstatten. Die Bodenabfertigungs-Firma weigert sich und behauptet im Widerspruch zur Version des jungen Paars, die Swissport-Mitarbeiter hätten angeboten, die Karton-Boxen zu röntgen. Dies hätten die Passagiere jedoch abgelehnt. Auch auf Nachfrage von «Espresso» steht Aussage gegen Aussage.

E-Bike-Akkus in Flugzeugen aus gutem Grund verboten

Ein E-Bike ohne Akku im Flugzeug zu transportieren, erlauben die Fluggesellschaften in der Regel. E-Bike-Akkus sind jedoch weltweit nach einem Entscheid der Internationalen Luftverkehrsvereinigung IATA auf Passagierflügen verboten. Dies, weil es bei starken Lithium-Ionen-Akkus immer wieder zu Explosionen und Bränden kommt. In einem Flugzeug hätte dies verheerende Folgen.

Das Problem sei, dass beschädigte Akkus äusserlich nicht erkennbar seien, erklärt Urs Holderegger vom Bundesamt für Zivilluftfahrt. Es habe in der Vergangenheit zwei Abstürze von Frachtflugzeugen gegeben, die wahrscheinlich auf explodierte Lithium-Ionen-Akkus zurückzuführen seien, wie sie in E-Bikes eingesetzt werden.

E-Bikes oder Akkus können in den Ferien gemietet werden

Es sei grundsätzlich möglich, Akkus separat per Frachtflugzeug oder per Frachtschiff an die Feriendestination zu schicken. Da die Vorschriften bezüglich Sicherheit und Deklaration aufwändig sind, sei es jedoch zu empfehlen, eine Spedition zu beauftragen. Dies lohne sich aber in den wenigsten Fällen, so Urs Holderegger weiter.

Am einfachsten lässt man daher sein E-Bike zuhause und informiert sich, ob im Ferienland das Mieten eines E-Bikes möglich ist. Laut dem Schweizer Hersteller Biketec ist dies an immer mehr Orten möglich. Auch könne es sich lohnen, zu fragen, ob allenfalls ein passender Akku gemietet werden könnte. So ist das eigene E-Bike unter Umständen doch noch im Flugzeug dabei – einfach ohne Akku.

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