Waldbrände in Südfrankreich 10'000 Menschen evakuiert

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Der Süden Europas brennt weiter

1:20 min, aus Tagesschau vom 25.7.2017

  • Bei schweren Waldbränden sind in Südfrankreich und auf Korsika fast 4000 Hektar Vegetation zerstört worden.
  • In der Nacht sind 10'000 Menschen aus der Region Bormes-les-Mimosas evakuiert worden. Dort ist ein neuer, 400 Hektar grosser Brand ausgebrochen.
  • Tausende Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Zivilschutzes sind den Behörden zufolge im Einsatz, um die durch starke Winde weiter angefachten Feuer zu bekämpfen.
  • Im Einsatz stehen 19 Löschflugzeuge, Frankreich bat die EU zudem um zwei weitere Flieger. Mehr als 20 Feuerwehrleute und Polizisten erlitten leichte Verletzungen oder Rauchvergiftungen.

Besonders kritisch ist die Lage im südostfranzösischen Département Var. Dort wüten zwei Waldbrände, einer davon nahe des berühmten Badeorts Saint-Tropez. In der Nacht mussten 10'000 Personen aus der Region Bormes-les-Mimosas evakuiert werden, wo ein weiterer Brand ausgebrochen ist.

Der Wald sei nur schwer zugänglich, zugleich gebe es in der Gegend viele Häuser, sagte der zuständige Präfekt Stéphane Bouillon im Sender Europe 1. «Der Brand ist extrem heftig und schwer einzudämmen.»

Löschflugzeug über Wald

Bildlegende: Ein Löschflugzeug versucht in der Nähe des Badeorts Saint-Tropez einen Brand zu löschen. Reuters

Auch die Mittelmeerinsel Korsika ist von den Bränden betroffen. Bei Biguglia an der Nordostküste mussten zahlreiche Einwohner in Sicherheit gebracht werden. Mindestens zehn Autos brannten aus, ein Sägewerk brannte nieder. «Das ist apokalyptisch», sagte ein Anwohner der Nachrichtenagentur AFP.

Laut einer vorläufigen Bilanz von Präfekt Bouillon wurden auf Korsika 1800 Hektar Wald zerstört. Im Département Var waren es 1200 Hektar, im benachbarten Département Vaucluse 800 Hektar.

Ganz Frankreich mobilisiert

Mehr als 4000 Feuerwehrleute und Zivilschutzmitarbeiter sollen die Brände eindämmen und bekämpfen. Aus mehreren Landesteilen kam Verstärkung, unter anderem aus dem Elsass. «Ganz Frankreich ist mobilisiert», sagte die Nummer zwei der französischen Feuerwehr, Grégory Allione, dem Sender France Info.

Bei der Bekämpfung der Brände wurden mindestens sieben Feuerwehrleute verletzt, einer von ihnen erlitt Brandverletzungen zweiten Grades. Auf Korsika erlitten 15 Polizisten leichte Rauchvergiftungen.

Die grosse Trockenheit und die starken Winde begünstigen die Ausbreitung der Waldbrände im Süden des Landes. Als Brandursache gelten Unachtsamkeit wie beispielsweise weggeworfene Zigaretten, aber auch Brandstiftung.

Rauch, Feuer, Feuerwehrmänner.

Bildlegende: In Portugal kämpfen mehr als 3000 Feuerwehrmänner gegen die Flammen. Reuters

Auch in Portugal wüten die Flammen

Auch in Portugal haben sich die seit Sonntag lodernden Waldbrände bedrohlich ausgebreitet. Im Zentrum und im Süden des Landes kämpfen 3300 Feuerwehrleute gegen die Feuer, die von brütender Hitze und Wind angefacht wurden. Rund 20 Dörfer wurden bislang evakuiert.

Betroffen ist etwa der Ort Freixoeiro in der Nähe von Maçao. Dort brannten mehrere Häuser ab. In der Küstenstadt Setúbal südlich von Lissabon löste ein Feuer Panik unter den Bewohnern aus. 500 Personen mussten dort ihre Häuser verlassen.

Bereits im Juni hatten schwere Waldbrände in Portugal gewütet. Damals kamen mindestens 64 Menschen ums Leben. Seit Jahresbeginn wurden in Portugal nach Angaben des Zivilschutzes bereits 75'000 Hektar Land durch Waldbrände vernichtet. Das sei die grösste Gesamtfläche der vergangenen zehn Jahre.