178 Meter über Basel: Das höchste Schweizer Gebäude ist eröffnet

Der 178 Meter hohe Turm des Pharmakonzerns Roche in Basel ist heute eröffnet worden. Entworfen haben das neue Wahrzeichen der Stadt die Stararchitekten Herzog & de Meuron. Das höchste Gebäude der Schweiz gefällt aber nicht allen Baslerinnen und Baslern.

In einem sind sich die Baslerinnen und Basler einig: Noch nie zuvor hat ein Gebäude das Stadtbild derart stark verändert wie der neue Roche-Turm, der heute eröffnet wird. Man sehe ihn von überall her, sagt eine Passantin in Basel. «Vom Elsass, aus Deutschland und von zu Hause aus – er ist so gross.»

Weil der Turm des Pharmakonzerns 178 Meter hoch und von Weitem zu sehen ist, lässt er in Basel niemanden kalt. Alle haben eine Meinung zum höchsten Gebäude der Schweiz. «Ich finde es potthässlich. Es ist ein Schandfleck», sagt eine andere Passantin. Ein Mann meint, der Turm sei ein Fremdkörper in der Stadt. Und eine Frau ergänzt: «Er ist zu gigantisch für Basel. Ich finde ihn zu extrem.»

«Elegante Linie»

Anderen Passanten gefällt dieses Extreme, das der Roche-Turm ausstrahlt. «Seine Linie finde ich sehr elegant», sagt eine Frau, «von allen Seiten ist er schön anzuschauen.» Das moderne Design gebe der Stadt mehr Struktur, meint ein Passant.


Roche-Turm gefällt nicht allen Baslerinnen und Baslern

2:48 min, aus SRF 4 News aktuell vom 18.09.2015

Je nachdem, wo man sich in Basel befindet, sieht der Roche-Turm unterschiedlich aus. Von der Mittleren Rheinbrücke aus sehen die Passanten zum Beispiel nur die obere Hälfte als weisses Dreieck, das über den Altstadthäusern am Rheinufer thront. Dieser Kontrast – die alten Häuser unten und der neue Turm oben – gefällt nicht allen. Für viele Touristen, die über die Brücke spazieren, ist der Turm zu modern. «Er passt hier nicht hin», sagt eine Touristin. Der Kontrast zu den Altbauten sei zu gross, ergänzt ein Mann. «Als ich den Turm zum ersten Mal gesehen habe, habe ich gedacht: ‹Was ist denn das für ein Ding?›», meint eine Frau aus Freiburg im Breisgau.

Der Roche-Turm im Bau, aufgenommen im Juli 2014.

Bildlegende: Der Roche-Turm im Bau (Aufnahme vom Sommer 2014). Keystone

Aus der Nähe weniger bedrohlich

Aus der Ferne wirkt der Roche-Turm für einige Leute zu wuchtig. Direkt unter dem Gebäude kommt dieses Gefühl viel weniger stark auf. «Ich finde ihn von hier aus weniger bedrohlich als von weiter weg», sagt eine Passantin. Überhaupt findet man unter dem Roche-Turm viele Personen, denen das neue Basler Wahrzeichen gefällt – wahrscheinlich deshalb, weil viele Passanten hier selbst bei Roche arbeiten. Oder eine noch persönlichere Beziehung zum Turm haben. «Er gefällt mir gut», sagt ein Mann und lacht. «Und wissen Sie warum? Weil ich bei der Planung dabei war.» Deshalb freut er sich besonders auf die Eröffnung des höchsten Gebäudes der Schweiz.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Sicht auf Basel mit Münster.

    «Selbstgemacht»: Christine Binswanger, Architektin

    Aus Rendez-vous vom 7.8.2015

    Im letzten Teil der Serie mit der Architektin Christine Binswanger wird es ein bisschen persönlicher.

    Die 50-Jährige aus dem Führungsteam des Architekturbüros Herzog & de Meuron spricht in ihrer Küche über ihre Faszination für alles, was mit Kultur zusammenhängt und wie sie sich von ihrer Arbeit erholt.

    Elisabeth Pestalozzi

  • Einsprache gegen Roche-Turm

    Aus Schweiz aktuell vom 10.7.2015

    In Basel sind 89 Einsprachen gegen die Ausbaupläne von Roche eingegangen bzw. gegen den Bebauungsplan, der den Bau von 11 weiteren Gebäuden im Basler Wettsteinquartier ermöglichen soll. Der grösste Teil der Einsprachen stammt aus dem Umfeld eines Anwohnevereins. Eine Einsprache hat der VCS gemacht. Roche ist optimistisch, sich mit den Einsprechern gütlich einigen zu können. Dazu sollen unter anderem zwei «Nachbarschaftsmanager» eingestellt werden.