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Erdbeben in der Schweiz 2016 hat die Erde in der Schweiz überdurchschnittlich oft gebebt

Legende: Video Kantonal unterschiedliche Erdbebensicherheit abspielen. Laufzeit 02:41 Minuten.
Aus 10vor10 vom 07.03.2017.

Die Zahl der 2016 in der Schweiz registrierten spürbaren Erdbeben liegt deutlich über dem Mittel der vergangenen Jahre: Durchschnittlich waren es jeweils nur 23, im vergangenen Jahr wurden 31 Beben registriert. Schwankungen im langjährigen Mittel sind aber normal, so der Schweizerische Erdbebendienst (SED).

Das stärkste dieser 31 Ereignisse wurde am 24. Oktober bei Leukerbad im Wallis mit einer Magnitude von 4,1 registriert. Es war in grossen Teilen der Schweiz zu spüren. Ein Beben dieser Stärke kommt in der Regel alle ein bis drei Jahre vor.

Täglich zwei Beben registriert

Mit seinem digitalen Messnetz registriert der Erdbebendienst in der Schweiz und im nahen benachbarten Ausland durchschnittlich zwei Erdbeben pro Tag, und 500 und 800 Erdbeben pro Jahr. In der Regel sind ungefähr 10 bis 15 davon stark genug, um von der Bevölkerung verspürt zu werden.

Die Erdbeben in der Schweiz sind in erster Linie die Folge des Aufeinanderprallens der europäischen und der afrikanischen Lithosphärenplatten, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Grösste Gefahr im Wallis

Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern weist die Schweiz eine mittlere Erdbebengefährdung, Link öffnet in einem neuen Fenster auf, wobei regionale Unterschiede bestehen: Das Wallis ist die Region mit der höchsten Gefährdung, gefolgt von Basel, Graubünden, dem St. Galler Rheintal, der Zentralschweiz und der übrigen Schweiz. Regionen ganz ohne Erdbebengefährdung gibt es in der Schweiz nicht.

Das stärkste historisch dokumentierte Erdbeben in der Schweiz mit einer Magnitude von ungefähr 6.6 ereignete sich 1356 in Basel. Im Schnitt ist in der Schweiz alle 50 bis 150 Jahre mit einem Erdbeben mit einer Magnitude von etwa 6 zu rechnen.

Ein Erdbeben dieser Stärke ereignete sich zum letzten Mal im Jahr 1946 bei Sierre im Wallis. Ein solches Beben kann aber überall und jederzeit in der Schweiz auftreten. Das letzte starke Erdbeben, welches Schäden verursacht hat, ereignete sich 1991 bei Vaz im Kanton Graubünden mit einer Magnitude von 5.

Die zehn stärksten Erdbeben der Schweiz

http://www.seismo.ethz.ch/de/knowledge/earthquake-country-switzerland/historical-earthquakes/the-ten-strongest/
Datum
Ort
Magnitude
03.09.1295Churwalden (GR)
6.2
18.10.1356Basel (BS)
6.6
??.04.1524Ardon (VS)
5.8
11.03.1584Aigle (VD)
5.9
18.09.1601Unterwalden (NW)
5.9
03.08.1622Ftan (GR)
5.4
25.07.1855Stalden-Visp ((VS)
6.2
09.12.1755Brig-Naters (VS)
5.7
10.09.1774Altdorf (UR)
5.7
25.01.1946Sierre (VS)
5.8

Der Schweizerische Erdbebendienst an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Er überwacht die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Mir sitzt das starke Erdbeben der Stärke, wahrscheinlich 6 im Winter 1964, mit Epizentrum in Kerns/OW noch in den Knochen. Um Mitternacht wurde man im Bett hin und her geschüttelt. Das war schon unheimlich. Es traten damals je nach Gegend Schäden auf. Vor dem grossen Beben fand einige Tage vorher ein leichtes Beben statt, dem dann das eigentliche Beben folgte. Ich hoffe sehr, dass das gestrige Beben nicht ein Vorbeben war.
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  • Kommentar von Nicolas Burnier (*censored*)
    Gut zu wissen das wir bereits 1295 hochtechnische Messungen mit Seismografen durchführen konnten. Ebenfalls waren wir offensichtlich bereits in der Lage die Stärke eines Bebens sauber zu dokumentieren. :)
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    1. Antwort von Hugo Müller (Manuel de Barcelone)
      Ich warte täglich darauf, dass die Versicherungen uns bald eine obligatorische Erdbebenversicherung aufschwatzen...d i e EINNAHMEQUELLE- viel Geld und keine Schäden...
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