300'000 Franken teure Briefmarke in Zürich versteigert

Mehr als gedacht: Ursprünglich wollte ein südamerikanischer Sammler mit Schweizer Wurzeln 100'000 Franken weniger für die Marke haben. Das der Hammer wesentlich später fiel, hatte einen kleinen – für Philatelisten aber sehr feinen – Grund.

Vierer-Block von Ochsenaugen-Briefmarken.

Bildlegende: Eigentlich sollte es diesen Vierer-Block nicht geben. Das macht ihn für Sammler so wertvoll. corinphila

Für 300'000 Franken hat an einer Briefmarken-Auktion in Zürich ein seltener Viererblock von brasilianischen «Ochsenaugen» den Besitzer gewechselt. Der Startpreis lag gemäss dem Auktionshaus Corinphila bei 200'000 Franken.
 
Es handelte sich um das Spitzenstück einer Sammlung von südamerikanischen Briefmarken, die einem Nachfahren eines Schweizer Auswanderers gehörten, so Corinphila. Über Jahrzehnte wurde die Sammlung vom Sohn des 1945 nach Südamerika ausgewanderten Schweizer Ehepaars aufgebaut.

Bei den «Ochsenaugen» handelt es sich um die ersten Briefmarken Brasiliens aus dem Jahr 1843. Das Spezielle an dem wertvollen Viererblock ist der seltene «Zwischensteg» zwischen den beiden oberen und unteren 30er-«Ochsenaugen», wie das Auktionshaus schreibt.
 
Dieser sollte normalerweise von der Druckerei vor der Auslieferung an die Postämter durchgeschnitten werden. Aus unbekannten Gründen sei dies bei diesem Blockstück jedoch nicht geschehen.