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60 Prozent mehr Bussen Viele Schweizer drücken in Deutschland aufs Gaspedal

Legende: Video Schweizer Raser geben in Deutschland Gas abspielen. Laufzeit 3:01 Minuten.
Aus 10vor10 vom 15.01.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 2013 gibt es in Deutschland 60 Prozent mehr Geschwindigkeits-Bussen gegen Schweizer.
  • Viele Schweizer Raser filmen sich selbst und brüsten sich im Internet.
  • Deutschland überlegt sich nun Tempolimiten.

Im Jahr 2013 hat die Schweiz die Strafen für Temposünder verschärft. Das hat Folgen: Denn die Raser weichen aus – vor allem nach Deutschland. Allein in Baden-Württemberg werden jedes Jahr tausende Schweizer gebüsst, weil sie ennet der Grenze aufs Gaspedal drücken. 60 Prozent mehr Geschwindigkeits-Bussen wurden seit der Verschärfung der Strafen in der Schweiz an Schweizer dort verteilt.

Enge Zusammenarbeit der Behörden

Auch die Zürcher Staatsanwaltschaft hat Hinweise, dass Schweizer Rennen auf deutschen Autobahnen veranstalten, wie die Sendung «10vor10» berichtet. Kein Wunder: Die Sünder liefern die Beweise gleich selbst, indem sie sich auf Youtube mit ihren Autorennen brüsten. Im regionalen Fernsehen spotten sie zudem über die tiefen Bussen.

In der Grenzregion hat die Polizei die Kontrollen mittlerweile verschärft und arbeitet dabei auch mit den Schweizer Behörden zusammen.

Diskussion in Deutschland lanciert

Es sind nicht nur junge Raser. Wegen den tieferen Bussen kümmern sich viele Schweizer kaum um Tempolimiten. Sie brettern selbst drauflos, wenn beispielsweise wegen einer Baustelle die Geschwindigkeit klar limitiert ist.

Nicht zuletzt wegen Schweizern die sich auf der A81 Rennen liefern, will Baden-Württenberg auf gewissen Streckenabschnitten jetzt Tempo-Limits. Diese Idee stösst sogar bei vielen Deutschen auf Zustimmung, sorgt in Deutschland aber auch für hitzige Debatten.

Schweiz überlegt Lockerung

Die harten Raser-Gesetze in der Schweiz sollen aufgeweicht werden – Richter sollen fortan einen Raser auch zu weniger als einem Jahr Gefängnis bedingt verurteilen dürfen, was heute das Minimum ist. So schlägt es die Verkehrskommission des Ständerates vor. Auch die Nationalratskommission hat am Montag der Lockerung des Raser-Artikels zugestimmt.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Wie war das doch noch mit der Produktehaftpflicht? Darf ich als Käufer eines Autos nicht sicher sein, dass das Fahrzeug nur im gesetzlichen Rahmen benutzt werden kann, z.B. dass eine vorgeschriebene Tempolimite gar nicht überschritten werden kann, sonst müsste der Produzent der Fahrzeuges allfällige Bussen und andere Kosten tragen.
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  • Kommentar von Daniel Schicker (iron5)
    Eine Lockerung des Raser-Gesetzes ist unumgänglich. Mit Via Sicura wird der Rechtsgrundsatz des Verhältnismässigkeits-Prinzip mit Füssen getreten! Leute werden mit Gefängnisstrafe verurteilt, denunziert und medial vernichtet OHNE dass auch nur im Weitesten ein Opfer zu beklagen wäre oder jemals ein Gefährdung Dritter stattgefunden hat. Pauschalverurteilung, ein richterliches Ermessen ist ausgeschlossen! Denkt einfach mal nüchtern mit einer gewissen Distanz über eine solche Rechtssprechung nach.
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  • Kommentar von Daniel Schicker (iron5)
    Na na na, jetzt einfach mal die Kirche im Dorfe lassen! Ich habe nichts von erhöhten Unfallzahlen gelesen oder gar von Mord und Totschlag. Und wer im Auto pauschal ein Tötungswerkzeug sieht soll doch bitte Zuhause bleiben, für den ist vermutlich das Leben eh viel zu gefährlich. In der Schweiz sterben 32% wg. Herzkreislaufproblemen, 6% wg. Gewalt und Unfall. Also, bewegt euch und hört auf so peinlich auf dem Autofahrer herumzuhacken, eure Lebenserwartung erhöht sich so wesentlich nachhaltiger.
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