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75. Golden Globes Ein Abend überschattet von Harvey Weinstein

Die Golden Globes stehen ganz im Zeichen von Hollywoods Missbrauch-Debatte. Doch zumindest Oprah verbreitet Hoffnung.

Legende: Video Seth Meyers bitterböse über Harvey Weinstein abspielen. Laufzeit 00:26 Minuten.
Aus Glanz & Gloria-Clip vom 08.01.2018.

Es ging politisch zu und her bei der 75. Golden Globes Verleihung und zwar von Anfang an. «Guten Abend, Ladies und verbleibende Gentleman» sprach Moderator Seth Meyers zur Begrüssung ins Mikrofon. Dann wandte er sich an die männlichen Nominierten im Saal. «Das hier ist das erste Mal in drei Monaten, dass ihr keine Angst haben müsst, euren Namen zu hören.»

Praktisch alle Besucher der Verleihung trugen schwarze Kleider und Anzüge um auf die fehlende Gleichberechtigung von Frauen und Minderheiten hinzuweisen. Das Thema wurde auch immer wieder in den Dankesreden aufgegriffen, teils ironisch, teils ernst.

Legende: Video Oprahs Appell bei den Golden Globes abspielen. Laufzeit 00:48 Minuten.
Aus Glanz & Gloria-Clip vom 08.01.2018.

Für stehende Ovationen sorgte Talk-Ikone Oprah Winfrey, die für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde. In ihrer Rede wandte sie sich an Frauen, «die Jahre des Missbrauchs und der Angriffe über sich ergehen liessen, weil sie, wie meine Mutter, Kinder zu ernähren und Rechnungen zu zahlen hatten.» Am Horizont zeichne sich ein neuer Tag ab. Frauen wie Männer würden hart dafür kämpfen, ins Zeitalter zu gelangen, in dem niemand je wieder #MeToo sagen müsse.

«Ein wichtiger Abend für Hollywood»

Für Arndt Peltner, SRF-Mitarbeiter in den USA, war es ein wichtiger Abend für die Filmschaffenden in Hollywood. An der ersten grossen Preisverleihung nach #MeToo hätten sie zeigen können, dass sie das Problem sexueller Belästigung offen angehen: «Viel offener zumindest, als es in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen in den USA passiert.»

Zudem habe man, so Peltner, bewusst den Schulterschluss mit Aktivistinnen gesucht, die sich für faire Behandlung und Bezahlung von Arbeitnehmerinnen einsetzen würden: «Man hat damit ein Zeichen gesetzt.»

Auch das flammende Plädoyer von Oprah Winfrey hält Peltner für ein bedeutsames Statement: «Sie ist nicht nur die reiche Unternehmerin. Mit ihren Worten erreicht sie seit Jahrzehnten Frauen im ganzen Land. Sie hat den richtigen Ton an diesem Abend getroffen», sagt Peltner. Davon zeugten auch die Reaktionen in den Sozialen Medien: Dort wurde Winfrey von vielen Nutzern aufgefordert, für die amerikanische Präsidentschaft zu kandidieren.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Daniela Zuber (DaZu)
    Stärke bedeutet, dazu zu stehen Opfer geworden zu sein! Denn es braucht Mut sich zu öffnen und darüber zu reden! Und das geschieht hier! Das ist der Weg aus der Opferrolle! Opfer die nicht reden bleiben Opfer...Emanzipation heisst nicht immer stark zu sein zu müssen! Da würden wir und als Mensch viel zu viel aufladen. Ich bin dankbar Frau zu sein und kenne meinen Wert! Das heisst für mich Emanzipation!
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  • Kommentar von Mathis Christa (Cm)
    @kessler klar kenne ich den Unterschied;)Ich muss Sie korrigieren: Bei JEDER Belästigung kann eine Anzeige gegen unbekannt gemacht werden. Ich bin eine selbssichere 37 jährige Frau, und ich weigere mich, unseren Mädchen ein Frauenbild weiter zu geben, wo Frauen nicht lehrnen wie man sich gegen Belästigung wehren kann! Nein, ich will selbstsichere und mental starke Mädchen aufziehen! Und ganz sicher nicht Mädchen die sich als Opfer der Männerwelt ansehen! Dies ist Emanzipation;)
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    1. Antwort von Daniela Zuber (DaZu)
      Frau Mathis, ich glaube ich weiss was Sie meinen und grundsätzlich stimme ich dem auch zu. Es ist wichtig unsere Mädchen mental zu stärken. Nur kann jede Frau Opfer einer Vergewaltigung werden. Und leider geschieht es immer wieder. Darüber zu reden hat nichts damit zu tun Frauen in eine Opferrolle drängen zu wollen, ganz im Gegenteil! Endlich äussern sich Frauen und beginnen sich zu wehren, zu erzählen wie es ihnen damit erging. Das ist der erste Schritt aus der Opferrolle raus!
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  • Kommentar von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
    Stellt sich nur noch die Frage, warum der mächtigste Mann der Welt ungestraft seine pussy-grabbing-Sprüche vom Stapel lassen kann. (und überhaupt gewählt wurde, ca 50% der US-Wähler sind Frauen) Stellt die ganze ichauch-Debatte ernsthaft in Frage.
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    1. Antwort von H. Bruppacher (*)
      Die Clinton’s und die DEMS waren einfach nicht Glaubwürdiger! Trump konnte mit „Bill Clinton ist viel schlimmer als ich“ sich sehr leicht herausreden. Und Weinstein war ein sehr wichtiger Geldgeber und Freund der Clintons.
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    2. Antwort von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
      H.B.: Das hat mit den Clinton's nun gar nix zu tun, Bill Clinton stand schon mal gar nicht zur Wahl. Der Britische Verteidigungsminister zB musste seinen Hut nehmen, weil er vor 30Jahren einer Frau das Knie berührt hat, und viele ähnliche Fälle werden derzeit publik, warum kann also einer ins höchste terrestrische Amt gewählt werden, wenn er sich damit brüstet, irgendwelchen ihm unbekannten Frauen in den Schritt zu langen? Zeigt doch die Verlogenheit dieser Moraldebatte bestens auf...
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