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Panorama Algen vergiften Trinkwasser von 400'000 Menschen

Im US-Bundesstaat Ohio sitzt fast eine halbe Million Menschen auf dem Trockenen. Algen vergiften das Trinkwasser. Die Nationalgarde verteilt Wasserflaschen.

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Ohio hat den Notstand ausgerufen. Grund: Gifte von Algen im Eriesee vergiften das Trinkwasser der 400'000 Bewohner. Besonders betroffen ist die Stadt Toledo.

Die Nationalgarde verteilt Wasserflaschen an die Bevölkerung. Kirchengruppen und Freiwillige unterstützen sie dabei. Zuvor waren Wasserflaschen in den Läden in der Region rar geworden.

Wasser abkochen nützt nichts – im Gegenteil

Die Behörden hatten am Samstag erstmals vor dem Genuss des Trinkwassers gewarnt. Sie hatten in einer Wasserreinigungsanlage deutlich erhöhte Microcystinen-Werte festgestellt.

Wer vom verseuchten Wasser trinkt, kann Nierenschäden erleiden. Selbst vom Zähneputzen mit dem Wasser wird abgeraten. Auch Haustieren soll das Wasser nicht gegeben werden – sie könnten daran sterben. Die Behörden warnen zudem, dass es nichts nütze, das Wasser abzukochen, im Gegenteil: Die Giftkonzentration werde dadurch nur noch höher.

Ursache für plötzlichen Toxinanstieg unklar

Die Algen im Eriesee verdanken ihr starkes Wachstum vermutlich dem Phosphor und Stickstoff aus Düngemitteln, die von den umliegenden Farmen in den See gelangen, sowie aus Abwasserreinigungsanlagen. Vom Eriesee stammt der grösste Teil des Trinkwassers in der Region.

Laut dem Gouverneur von Ohio, John Kasich, ist es noch zu früh um abzuschätzen, wann das Wasser wieder für den Konsum zugelassen werde. Unklar sei auch, was genau den plötzlichen Anstieg der Toxinwerte verursacht habe. Der Bürgermeister von Toledo, Michael Collins, gab am Sonntag bekannt, dass die Werte etwas gesunken seien. Jedoch seien vor einer Freigabe weitere Tests nötig.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von E.Wagner, Zug
    Algen getrockneter Seetang, Made in Japan kann man essen, jedoch scheint es hier um eine Giftige Art zusein. Wir werden noch lernen müssen, mit Trinkwasser mässig umzugehen nicht nur in der USA sondern Weltweit. Abholzung des Regenwaldes lässt grüssen.
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  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Und in Detroit haben hunderttausende kein Trinkwasser mehr, da die die Rechnungen nicht mehr bezahlten konnten und die US-Regierung der Pleite-Stadt jegliche Finanzhilfe verweigert. Nur Beispiele für was dieses exceptionnel Land auch steht.
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  • Kommentar von Beat Müller, Bern
    Jeder, der schon mal in den USA war und die Megafarmen gesehen hat, sollte ja gesehen haben, dass die Bauern ökologisch so wirtschaften wie unsere Bauern vor 50 Jahren... gleiches gilt für Kläranlagen und Recycling... die grösste Wegwerfgesellschaft der Welt hat leider diesbezüglich nur in einigen Städten etwas gelernt... aber ansonsten ist und bleibt sie die grösste Umweltverschmutzungsgesellschaft der Welt...
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    1. Antwort von R.Käser, Zürich
      Recht haben Sie Herr Müller! Leider hat die Schweiz direkt nach der USA den 2 dreckigsten ökologischen Fussabdruck der Welt. Wir können uns die Umweltverschmutzung leisten und lassen die am meisten Dreck verursachenden Produkte im Ausland herstellen, damit bei uns alles sauber bleibt. Ist dieser Mechanismus richtig und fair? Kann uns das einholen? Hält sich schmutzige Luft an Landesgrenzen?
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