Ammoniak-Alarm auf der ISS aufgehoben

Der amerikanische Teil der Internationalen Raumstation ISS ist nach einem vermuteten Austritt von Ammoniak vorübergehend evakuiert worden. Die US-Astronauten flohen in den russischen Teil der ISS. Inzwischen gab die Nasa Entwarnung.

Die Raumstation ISS im All.

Bildlegende: Auf der Raumstation ISS ist beim amerikanischen Segment vielleicht Ammoniak ausgetreten. Keystone

Alarm im All: Nach einem vermuteten Austritt von giftigem Ammoniak auf der Internationalen Raumstation ISS ist das US-amerikanische Segment evakuiert worden. Einige Stunden nach dem Alarm kam von der US-Raumfahrtbehörde Nasa dann jedoch Entwarnung.

Computerpanne an Alarm schuld

Es habe kein Ammoniak-Leck entdeckt werden können und die Astronauten seien in das US-Segment zurückgekehrt, teilte die Nasa mit. Ursache des Fehlalarms sei wohl eine Computerpanne gewesen. Zuvor hatte die Flugleitzentrale bei Moskau nach Berichten russischer Agenturen Alarm geschlagen. Grund: Der Druck im Kühlsystem dieses Segments sei plötzlich sehr stark gefallen.

Austritt von Ammoniak gilt – neben einem Brand und einem Druckabfall – als grösste Gefahr für den Aussenposten der Menschheit. Der gasförmige Stoff dient unter anderem zur Kühlung des Stromkreislaufs auf der ISS rund 400 Kilometer über der Erde.

Flucht zu den Russen

Die US-Astronauten Barry Wilmore und Terry Virts hatten sich nach dem Alarm zur Sicherheit mit grosser Eile und Sauerstoffmasken in den russischen Teil der ISS begeben. Die Luke zwischen den beiden Modulen wurde geschlossen. Die Evakuierung des US-Segments sei eine Vorsichtsmassnahme gewesen, betonte die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti Suffredini.

Der Raumfahrtbehörde Roskosmos in Moskau zufolge wurde der Alarm gegen 09.44 Uhr (MEZ) ausgelöst. Nach etwa elf Stunden kehrten die Astronauten ins US-Segment zurück.

Immer wieder Probleme mit Kühlsystem

Derzeit arbeiten neben den beiden US-Amerikanern und der Italienerin auch noch drei Russen auf der ISS. Neben dem russischen und dem US-amerikanischen Segment gehören auch ein europäisches und ein japanisches Labor zur Raumstation.

Man nehme den Zwischenfall sehr ernst, sagte Frank De Winne von der ESA. Bereits im Mai 2013 war ein Leck im Kühlsystem der ISS aufgetreten. Damals mussten zwei US-Astronauten ins All aussteigen, um das Loch bei einem Ausseneinsatz abzudichten.